Aktion „Mein Main muss sauber sein“ 2017 - die BN OG Ebensfeld war dabei

Ebensfeld. Im Rahmen der überregionalen Aktion „Mein Main muss sauber sein“ 2017 beteiligte sich schon zum wiederholten Mal auch die Ortsgruppe Ebensfeld des Bund Naturschutz an der Müllsammelaktion. Nahezu die gesamte Vorstandschaft der Ortsgruppe war am letzten Samstag an den Ufern des Mains von Niederau bis zur Bootseinsatzstelle Ebensfeld im Einsatz. Sowohl vom Wasser mit eigenem Boot als auch vom Ufer aus konnten hauptsächlich kleinere und größere Kunststoffteile und Plastiktütenreste an Bäumen und im Gras liegend aufgesammelt werden. Aber auch viele Flaschen landeten in den insgesamt 5 Müllsäcken, deren Entsorgung die Marktgemeinde Ebensfeld übernahm. Der größte „Fund“, ein komplettes Lkw-Rad samt Felge konnte allerdings nicht per Hand geborgen werden, weshalb die Gemeinde mit schwerem Gerät anrücken musste. Abgesehen vom Plus für die Umwelt genossen die Aktiven natürlich auch die frühlingshafte Natur am Main bei bester Wetterlage.

 O.W.

 


Führung durch das Bioenergie- und Golddorf Oberleiterbach

Veronika Schmuck (rechts) erläuterte im Maschinenhaus der Biogasanlage, wie aus nachwachsenden Rohstoffen Wärme und Strom für 40 Haushalte erzeugt wird.
Die Erklärungen des Wirtschaftsfachwirtes Reiner Zapf-Willmer (3.von links) stießen bei den Teilnehmern der BN-Exkursion auf großes Interesse: Hier vor dem Holzhackschnitzelheizwerk, einem Herzstück des Bioenergiedorfes.

OBERLEITERBACH. Mit dem Aufruf "Macht alle mit" motivierten mehrere an einer Energiewende begeisterte Bürger vor acht Jahren die Mitbewohner des 274-Seelen-Dorfes mit einem "Energierundbrief" über ihre Pläne für den Einbau eines Nahwärmenetzes im Zuge des damals anstehenden Wasserleitungsbaus und anderer Dorferneuerungsmaßnahmen in Oberleiterbach.

Der Lichtenfelser BN-Kreisvorsitzende Anton Reinhardt begrüßte am Gemeindehaus den Vorstand der Energiegenossenschaft Oberleiterbach eG Reiner Zapf-Willmer, einen dieser Visionäre, denen vor allem eine sichere, klimafreundliche und ökologische Energieversorgung am Herzen lag. Er erklärte den zahlreichen Exkursionsteilnehmern, wie es mit viel ehrenamtlichem Engagement, Mut und Überzeugungskraft in Einzelgesprächen und Bürgerversammlungen schließlich gelang, im Jahr 2012 eine Energiegenossenschaft (EGO) zu gründen, Kooperationspartner zu finden, staatliche Fördergelder zu beantragen, Verträge mit den Hauseigentümern vorzubereiten und die Bauüberwachung der Anlagen sicherzustellen.

Reiner Zapf-Willmer meinte: "Wir sind im Vorstand der EGO ein sehr gutes Team und haben eine intakte Dorfgemeinschaft, sonst wäre eine erfolgreiche Umsetzung unserer Ideen nicht möglich gewesen. Manches war Pionierarbeit, bei der wir viel dazugelernt haben. Dass uns mittlerweile sogar eine Delegation aus China besucht und um Rat gefragt hat, macht uns ein bisschen stolz."

Mittlerweile seien 58 Prozent der Haushalte an das Nahwärmenetz angeschlossen - mit einigen entscheidenden Vorteilen, wie der Wirtschaftsfachmann betont: "Wir haben mehr Platz im Haus, da Öltanks, Gas- oder Wärmespeicher, Heizkessel und Kamin entfallen; dafür haben unsere Bürger günstige Wärmepreise, in denen bereits alle Wartungs- Überwachungs- und Nebenkosten enthalten sind und nicht zuletzt haben wir eine Unabhängigkeit von ständig schwankenden Weltmarktpreisen für Erdöl und Erdgas.

Im Übrigen bleibt die Wertschöpfung weitgehend in unserer Region" Bei der Besichtigung des Hackschnitzelheizwerks, das sich unweit des Gemeindehauses befindet, erfuhren die Exkursionsteilnehmer, dass es mit einer thermischen Leistung von 500 Kilowatt in der Lage sei, den gesamten Wärmebedarf des Dorfes zu decken, in den Sommermonaten reiche jedoch allein schon die Wärmeleistung der Biogasanlage mit 310 Kilowatt aus.

Veronika Schmuck erläuterte das am Ortsrand auf einer Anhöhe liegende kleine Biomasse-Kraftwerk ausführlich und betonte, dass es nicht nur mit Mais "gefüttert" werde, sondern im Mischbetrieb mit Gülle, Stallmist und unter Einhaltung der Fruchtfolge, je nach Jahreszeit, auch mit anderem Energie lieferndem Grünpflanzenmaterial.

Kennzeichnend für die Biogasanlage ist ein großer, runder 3600 Kubikmeter fassender Biomassebehälter über dem sich ein kegelförmiger 1800 Kubikmeter fassender Gasraum befindet. In dem kleinen Maschinenhaus treibt das eingeleitete Biogas einen Motor an, dessen Wärmeenergie über einen großen Pufferspeicher in das 2,5 km lange Rohrleitungsnetz an die Verbraucher geliefert wird und der gleichzeitig über den angeschlossenen Generator auch elektrische Energie bereitstellt.

Auf dem gegenüberliegenden Berg, Richtung Reuthlos, haben außerdem mehrere Landwirte eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 3700 Kilowatt errichten lassen, dazu kommen noch etliche PV-Dachanlagen von Hausbesitzern aus Oberleiterbach. Zusammen ergebe das eine elektrische Leistung mit der man den fünffachen Strombedarf des gesamten Dorfes erzeugen könne.

Besondere Freude herrschte im letzten Jahr über die Verleihung des Prädikats "Bioenergiedorf". Reiner Zapf-Willmer meinte während des Rundgangs durch die Ortschaft: "Das hat uns weiter bestärkt, unser Dorfgemeinschaft liebens- und lebenswert voranzubringen."

Als Beispiele nannte er die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen, Errichtung eines Rastplatzes mit Trinkwasserstelle für Wanderer auf dem Jakobspilgerweg, der durch den Ort führt, Erneuern und Verschönern des Kinderspielplatzes sowie Renaturierungsmaßnahmen am Leiterbach. Nach Abschluss aller Arbeiten in diesem Jahr machen sich die Oberleiterbacher nun große Hoffnung beim Dorfwettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft", möglichst weit zu kommen.

Anton Reinhardt bedankte sich bei Reiner Zapf-Willmer und Veronika Schmuck für die vielen Informationen und Anregungen.

Anton Reinhardt


Keine neuen Stromtrassen!

Lichtenfels. Der Bund Naturschutz lehnt die zusätzlich geplante Stromtrasse „P 44 mod“ strikt ab. Mit lautstarken Rufen „Wir brauchen keinen Braunkohlestrom!“ und „Hopp, hopp, hopp – Monstertrassen stopp!“ bekräftigten die Naturschützer bei der Demonstration in Rödental  ihren Widerstand gegen die neue Stromleitung, die 60 Meter neben der bereits im Bau befindlichen „Thüringer Strombrücke“ zusätzlich unseren Landkreis zerschneiden würde.

 In der jüngsten Sitzung der Kreisgruppe des BN mahnte Vorsitzender Anton Reinhardt: „In dem sogenannten Konsultationsprozess lotet anscheinend der Netzbetreiber Tennet nun aus, wo der politische Druck am geringsten ist. Dort werden voraussichtlich dann die Trassenpläne realisiert. Deshalb war die Präsenz von 5 000 Trassengegnern, Bürgermeistern und Parlamentariern aus der Region ein erstes, wichtiges Signal, die „P 44 mod“ durch die Landkreise Coburg und Lichtenfels zu verhindern.“

Der Lichtenfelser BN-Ortsgruppenvorsitzende Günter Lutz meinte: „Wir müssen in der Energiewende zügig vorankommen. Die Stadtwerke in Bayern sind dafür ein gutes Beispiel. Sie decken bereits jetzt ihren Strombedarf zu 50 Prozent aus eigener Produktion. Es gibt auch bereits einige energieautarke Dörfer. Regionale Energiegenossenschaften beziehen schon erfolgreich viele Bürger durch finanzielle Beteiligungen ein, wie beispielsweise an Fotovoltaik-, Windkraft-, Biogas-, und Kraft-Wärmekopplungsanlagen. Aber die noch immer für die großen Energiekonzerne lukrative, aber umweltschädliche Kohleverstromung im Norden Deutschlands und deren Stromleitungen in den Süden erschweren die gewinnbringende Vermarktung des vom BN favorisierten, dezentral erzeugten Stromes.“

Der Ebensfelder Ortsvorsitzende Ludwig Wendler ergänzte diese Ausführungen mit einem Vergleich: „Mir sind kleine Windparks nach Plan - das heißt in windhöffigen Arealen mit starker Bürgerbeteiligung und Akzeptanz- lieber als hunderte von Kilometern lange landschaftszerschneidende Stromtrassen mit 50 bis 90 Meter hohen Masten.“

BN-Delegierter Günther Scheler warb für die Einsparung von Energie: „Unsere Ausstellung zur Energiewende hat eindrucksvoll gezeigt, wie man mit einfachsten Mitteln Strom sparen kann. Das Energiesparpotential liegt bei etwa fünfzig Prozent. Allein durch Wegfall sämtlicher Stand-by-Schaltungen bei Elektrogeräten könnte auf die Leistung von zwei Kernkraftwerken in Deutschland verzichtet werden.“

Schatzmeisterin Elfriede Fischer plädierte für die effiziente Nutzung der Energie: „Immer noch gibt es zu viele falsch eingestellte Heizungen, schlecht isolierte Fenster und stromfressende Kühl- und Gefriergeräte, welche die Umwelt belasten und natürlich auch Löcher in die Haushaltskassen reißen.“

Um die Trassenpläne des Netzbetreibers zu Fall zu bringen, warb abschließend BN-Beisitzerin Ute Hauptfleisch für eine Beteiligung am Konsultationsverfahren der Firma Tennet: „Über www.netzentwicklungsplan.de/konsultation-2015 sollten viele Bürger ihre Einwendungen bis zum 13. Dezember direkt mailen oder sich bis 10. Dezember in Unterschriftslisten eintragen, die im Umweltbüro des BN in der Coburger Str. 33 (geöffnet dienstags, mittwochs von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von14 bis 17 Uhr) sowie im Naturkostladen „Apfelbaum“ ausliegen.

Anton Reinhardt


Führung durch die Ausstellung zur Energiewende mit der Klasse 10 B des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels

Lichtenfels. Die Energiewende ist machbar - davon sind Fachleute aus Umweltpolitik und Umwelttechnik überzeugt. Die erforderlichen drei Schritte, wie Energieeinsparung, effiziente Energienutzung und Förderung der erneuerbaren Energien stellte der BUND Naturschutz in den Mittelpunkt einer Ausstellung, die noch bis Donnerstagnachmittag im Foyer des Rathauses in Lichtenfels präsentiert wird.

Steigende Preise für Energie und neue Stromtrassen bringen manchen zum Nachdenken, wie er im privaten Umfeld die Energiewende voranbringen kann. Die Klasse 10 B des Meraniergymnasiums nahm montags mit ihrer Physiklehrerin Heike Stettner die Möglichkeit wahr, sich bei einer Führung durch BN-Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt Tipps zum Energiesparen und damit oft auch zum Geldsparen in den eigenen vier Wänden zu holen.

"Ein Durchschnittshaushalt kann zwischen 200 und 1000 € pro Jahr ohne Komfortverlust einsparen, wenn effizienter mit Energie umgegangen wird.", mit dieser Aussage ermunterte Reinhardt zum Mitmachen.

Die Schülerinnen und Schüler informierten sich sehr interessiert an den Info-Säulen und übertrugen die Ergebnisse in ein Arbeitsblatt. So konnten etwa Lichtfarben und Helligkeit unterschiedlicher Leuchtmittel an einem umfangreichen Leuchtmittelstand und an Lichtboxen getestet werden. Drehscheiben gaben Auskunft, welche Einsparpotentiale sich im Haushalt verbergen, und an den verschiedenen Hauswandmodellen sowie einem Gefrierschrank probierte man aus, welchen Nutzeffekt eine 3-Scheiben-Verglasung hat. Unter anderem stand auch ein Heizungspumpenmodell zur Verfügung, an dem der Unterschied zwischen alten und modernen Umwälzpumpen demonstriert wurde. Wer wissen wollte, wie ein Rotmilan im Umfeld einer Windkraftanlage seine Beute sieht, lag hier richtig.

Die Mitmachstation zur Windenergie gab außerdem gute Einblicke und informierte über die Auswirkungen der Windenergienutzung im Vergleich zu anderen regenerativen Energien. Das Ausstellungskonzept wurde vom Landesamt für Umwelt entwickelt und realisiert.

Anton Reinhardt


Vernissage der Ausstellung "Energiewende ist möglich!" im Lichtenfelser Rathaus

Wie laut singt ein Vogel und welchen Lärm verursacht ein modernes Windrad. Emma Müller vom Lichtenfelser Meranier-Gymnasium wollte es genau wissen. - Foto:kag
Einen Adventskalender zum Thema Energiesparen erhielten v.r. Bürgermeister Andreas Hügerich und der Kreisgruppenvorsitzende Anton Reinhardt von Ulli Sacher-Ley vom BN-Bildungswerk. - Foto:kag
Ein lebhaftes Unterrichtsgespräch entwickelte sich zwischen der Referentin Dagmar Nitsche und der Klasse 7A des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels. - Foto:kag

Lichtenfels (kag) - Sorgfältig streift sich Emma Müller den dicken Kopfhörer über beide Ohren und drückt anschließend auf die beleuchteten Felder um zu hören mit wie viel Dezibel ein Vogel singt, der Straßenverkehr auf der Autobahn rollt oder der Wind mit einem der großen Windkrafträder spielt. Gleichzeitig zeigt ein Display auf zwei Kommastellen genau, den Geräuschpegel im Foyer des Lichtenfelser Rathauses an.

Der war am Dienstagmorgen etwas höher als sonst, denn die Klasse 7A des Meranier-Gymnasiums Lichtenfels war mit ihrer Lehrerin Susanne Willmer gekommen um bei der offiziellen Ausstellungseröffnung "Energiewende ist möglich" vom Bund Naturschutz dabei zu sein.

"Wir müssen wegkommen von der Meinung, die da oben werden es schon richten, ich selbst kann da eh nichts tun" umriss der Vorsitzende der Lichtenfelser BN-Kreisgruppe Anton Reinhard die Intention der Ausstellung. Herzlich willkommen geheißen wurden von ihm dem Bürgermeister der Stadt Andreas Hügerich sowie zahlreiche namhafte Vertreter des BUND. Zu diesen gehörten auch Ulli Sacher-Ley, Referentin für Umweltbildung beim Bund Naturschutz, die die Ausstellung fachlich begleitet und Dagmar Nitsche die kompetent die Schulkasse durch die Ausstellung führte.

Es ist eine Mitmachausstellung was den Jugendlichen ebenso entgegenkam wie das lebhafte Unterrichtsgespräch mit der Referentin. Es ging um den Dreisprung der Energiewende, Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien die auf den drei Säulen mit jeweils vier Schautafeln kompakt und einprägsam dargestellt werden.

"Wer benutzt von Euch einen Laptop anstelle des energieintensiven Computer-Tower, wie sieht es bei Euch mit den Einkaufsgewohnheiten und der Vorratshaltung aus," das waren nur einige der Fragen mit denen sie die Schülerinnen und Schüler in ein interessantes Unterrichtsgespräch verwickelte. Der Praxisbezug folgte auf den Fuß etwa wenn in Lichtboxen die Vorteile moderner Leuchtmittel dargestellt werden. An einem Gefrierschrankmodell mit unterschiedlicher Dämmung können die Schüler fühlen wie hoch der Wärme-Kälteaustausch mit der Umgebung ist. Spannend ist der Vergleich der Dreischeibenwärmedämmung mit weniger Scheiben. So erfährt man dass der Wärmeverlust pro Fenster bei der Dreifachdämmung 8 Liter Heizöl jährlich pro Quadratmeter Fenster beträgt, bei der unbeschichteten Isolierverglasung mit einer Scheibe werden 33 Liter Heizöl pro Jahr verbraucht. Das sind nur einige Beispiele dafür welche die Ausstellung für Jugendliche und Erwachsene sehens- und erlebenswert machen.

In Lichtenfels ist die Mitmach-Ausstellung des BUND vom 21. Oktober bis 13. November zu sehen. Danach geht die Wanderausstellung nach Coburg und Kronach. Bis zum 13. November steht die Ausstellung auch weiteren Schulklassen aus dem Landkreis offen. Die Schulen haben dazu eine Einladung erhalten. Für eine Terminvereinbarung meldet man sich bei der Kreisgruppe Lichtenfels. Das Umweltbüro in der Coburger Straße ist Dienstag und Mittwoch von 9 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet und unter der Rufnummer 09571 2586 erreichbar.

Am Dienstagnachmittag fand in den Räumen des Lichtenfelser Rathauses zusätzlich eine Multiplikatorenschulung des BUND statt. Für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten für die Ausstellung und die Schulung bedankt sich die Lichtenfelser Kreisgruppe sehr herzlich.

Klaus Gagel, Göritzenstraße 28, 96247 Michelau


"Die Energiewende ist möglich!" - Vortragsabend mit Richard Mergner

Als kompetenter Referent erweis sich Richard Mergner vom BUND wenn es um Fragen der Energiewende geht. - Foto:kag

Lichtenfels (kag) - Es war nicht das klare "Wir schaffen das" der Kanzlerin" sondern ein eher abwägendes "Die Energiewende ist möglich" das in dem Vortrag von Richard Mergner am Montagabend in der Lichtenfelser Synagoge mitschwang.

Richard Mergner ist der Landesbeauftragte des Bund Naturschutz in Bayern und er erwies sich als überaus sachkundig als es um den "Atomausstieg und die Energiewende in Bayern - Aktuelle Herausforderungen und Widerstände" ging. Mit Blick auf die regionale Situation sprach der Vorsitzende der Lichtenfelser Kreisgruppe Anton Reinhardt im Landkreis von "ersten kleinen zaghaften Schritten in eine gute Richtung." Von energieautarken Kommunen oder gar einem energieautarken Landkreis sei man jedoch noch weit entfernt.

Ferner hieß er eine ganze Reihe namhafter BN-Mitglieder willkommen. Die Besucherzahlen der Nichtmitglieder hielten sich in Grenzen. Bei den hochrangigen politischen Vertreter herrschte Fehlanzeige. Den ungelösten Fragen und den gravierenden Folgelasten die die Gewinnung von Atomstrom und die Braunkohleverstromung in Welzow Lausitz noch für viele folgende Generationen hinterlassen stellte Mergner die Belastungen durch eine Windkraftanlage gegenüber. Stets gehe es um eine sinnvolle Abwägung in der Energiepolitik. Mit der Kampfansage "der Strompreis stiegt" wird der Eindruck erweckt als ob die Energiewende nicht finanzierbar wäre. Gleichzeitig erhalten die Betreiber für die Stilllegung einiger Kohlemeiler jährlich rund 230 Mio. Euro. "Das heißt wir zahlen dafür, dass Konzerne darauf verzichten, mit ihrem CO2-Müll das Klima zu verändern."

Zu solchen Fehlentscheidungen trägt auch die Verflechtung im Bereich der Energieerzeugung bei. So gehört RWE Städten wie Düsseldorf oder Wuppertal, die natürlich von den Gewinnen des Konzerns angewiesen sind. "Alle politischen Fehlentscheidungen der früheren Jahre müssen korrigiert werden" forderte der Referent. So seien die Entsorgung und der Abbau von Atomkraftwerken "auf Pump" aufgebaut. Die jetzt entstehenden Folgelasten wurden nie in den Strompreis eingepreist worden. Gleichzeitig sprach er auch die Abhängigkeiten Deutschlands von den Öl- und Gaslieferanten des Auslands an. In mehreren Übersichten erläuterte er die prozentualen Anteile des Energieverbrauchs. Allein ein Viertel der eingesetzten Energie geht durch Verluste in Form von Wärme und Reibung verloren. Hauptenergiefresser ist die Heizung.Auf die Raumwärme und Warmwasser entfallen 72 plus 12 Prozent. Hier muss man ansetzen in der energetischen Modernisierung von Gebäuden.

Damit leitete er über zu dem von Bund Naturschutz geforderten Energie-dreisprung: Energiesparen, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Inzwischen werden in Bayern 35 Prozent des Verbrauchs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Das lässt auch die großen Energieerzeuger händeringend nach neuen Geschäftsmodellen suchen, etwa in der Wartung von Photovoltaikanlagen, die man vor Jahren noch belächelt hat.

So macht sich der BUND dafür stark mit der längeren Nutzung von energieeffizienten Geräten (z.B. Kühlschränken, Erneuerung von Heizpumpen) eine höhere Energieeffizienz zu erreichen. Was die erneuerbaren Energien anbelangt setzt man auf Windkraft, Photovoltaik und Bioenergie wobei bei letztere auch die Grenzen zu beachten seien. Ein weiterer Ausbau von Wasserkraftwerken sei in Bayern wenig sinnvoll. Gleichzeitig wiederholte Mergner die Forderung des BUND nach einem dezentralen Ausbau der erneuerbaren Energie unter Berücksichtigung der ökologischen Leitplanken. Schon jetzt stellen Städte wie Hof oder Neustadt/Aisch ihren gesamten Strom aus erneuerbaren Energien her. Kritik äußerte er an der 10H-Abstandsegelung in Bayern wenn es um die Windkraft geht. Diese habe die verfügbaren Flächen in Bayern auf nur noch 0,05 Prozent zusammenschrumpfen lassen. Auch die drei Korridore für die Hochspannungsleitungen begünstigen lediglich die Großstrukturen wie man sie aus Zeiten des Atomstroms kennt. Hier sprach er sich für eine Nutzung der freiwerdenden Leitungskapazitäten aus, die sich aus dem Atomausstieg ergeben.

"Die Zukunft liegt in einer dezentralen und kommunalen Energieversorgung" war Richard Mergner überzeugt. Leider sei dieser Ansatz politisch teilweise nur schwer durchzusetzen da Bayern damit auch die Interessen anderer Bundesländer tangiert. Zum Energiekonzept der Zukunft gehört die Kraftwärmekopplung im Großen wie im Kleinen. Als leuchtendes Beispiel nannte er Bad Alexandersbad wo durch eine Biomasseheizkraftwerk und ein Nahwärmenetz eine enorme Energieeinsparung erreicht wurde. "Wir brauchen die politischen Rahmenbedingungen dass wir im ganzen Land eine derartige Energiepolitik machen können und es wäre ein erhebliches Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum wenn in dieser Art und Weise investiert werden würde, dezentral und kommunal."

In der abschließenden lebhaften Diskussion ging es auch um die Frage der Energiespeicherung die die entsprechende Versorgungssicherheit gewährleisten soll. Wir bräuchten ein Programm für 10.000 Blockheizkraftwerke sowohl in Form von Mikroblockheizkraftwerken in Einfamilienhäusern als auch in größeren Einheiten für Gewerbe und Verwaltung" forderte er. "Strom aus Heizung" also eine dezentrale Kraft-Wärme-Kopplung mit Wärmespeicherung dient zur lokalen Stabilisierung der Stromnetze in Kombination mit Wind und Sonne. Erdgas als Rohstoff für Blockheizkraftwerke kann in Zukunft ersetzt werden durch Biogas, Bio-Methan und Holzgas. "Die Energiewende muss Realität werden.

Eine dezentrale Energiewende kommt von unten. Die Akteure sind Kommunen, Bürgerinnen und Bürger" lautet zusammengefasst die Antwort des BUND auf die brennenden Fragen der Zeit.

Klaus Gagel, Göritzenstraße 28, 96247 Michelau


Energiewende ist machbar - BUND Naturschutz bietet eine Ausstellung zum Mitmachen!

Die Energiewende ist machbar - davon sind Fachleute aus Umweltpolitik und Umwelttechnik überzeugt. Die erforderlichen drei Schritte, wie Energieeinsparung, effiziente Energienutzung und Förderung der erneuerbaren Energien stellt der BUND Naturschutz in den Mittelpunkt einer Ausstellung, die vom 21.10. bis 13.11.2015 im Foyer des Rathauses in Lichtenfels präsentiert wird.

Steigende Preise für Energie und neue Stromtrassen bringen manchen zum Nachdenken, wie er im privaten Umfeld die Energiewende voranbringen kann. Die Besucher haben die Möglichkeit, sich Tipps zum Energiesparen und damit oft auch Geldsparen in den eigenen vier Wänden zu holen. Lichtfarben und Helligkeit unterschiedlicher Leuchtmittel können in einem umfangreichen Leuchtkoffer und einer Lichtbox getestet werden. Drehscheiben geben Auskunft, welche Einsparpotentiale sich im Haushalt verbergen, und Bauherren oder Hausbesitzer können an den verschiedenen Hauswandmodellen sowie einem Gefrierschrank ausprobieren, welchen Nutzeffekt eine 3-Scheiben-Verglasung hat.

Auch ein Heizungspumpenmodell steht zur Verfügung, an dem der Unterschied zwischen alten und modernen Umwälzpumpen demonstriert wird. Wer wissen möchte, wie ein Rotmilan im Umfeld einer Windkraftanlage seine Beute sieht, ist hier richtig.

Die Mitmachstation zur Windenergie gibt außerdem gute Einblicke und informiert über die Auswirkungen der Windenergienutzung.Das Ausstellungskonzept wurde vom Landesamt für Umwelt entwickelt und realisiert.

Die BN-Kreisgruppe Lichtenfels und das Bildungswerk des BUND Naturschutz laden mit dieser Ausstellung zum Mitmachen und Mitdenken in Sachen Energiewende und Klimaschutz ein. Im Rahmen der Präsentation findet am Montag, den 26.10.2015, um 19 Uhr in der ehemaligen Synagoge Lichtenfels ein Vortrag mit dem BN-Landesbeauftragten Richard Mergner zum Thema "Atomausstieg und Energiewende in Bayern - Aktuelle Herausforderungen und Widerstände" statt. Im Anschluss daran besteht die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Die Ausstellung ist vom 21.10. bis 13.11.2015 im Foyer des Rathauses in Lichtenfels zu sehen. Kostenlose Führungen für Gruppen ab 5 Personen und Schulklassen ab Sekundarstufe sind nach Terminabsprache möglich. Interessenten melden sich bitte zur Terminabsprache zeitnah im Umweltbüro Lichtenfels in der Coburger Str. 33 oder unter Telefon 09571-2586 (AB) oder unter lichtenfels@bund-naturschutz.de

Für Rückfragen: Sabine Rübensaal Umweltbüro Lichtenfels Coburger Str. 33, 96215 Lichtenfels Tel. 09571-2586 lichtenfels@bund-naturschutz.de


Hans-Josef Fell verlässt leider den BN

Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hans-Josef Fell hat mit seinem Austritt aus dem BN auch einigen Unmut bekundet. Wir erlauben uns, sowohl Herrn Fell als auch unseren Landesvorsitzenden Herrn Hubert Weiger auf diesem Wege in der Anlage zu Wort kommen zu lassen.

 Lesen Sie hier die öffentliche Stellungnahme von  Hans-Josef Fell

und hier das Antwortschreiben von Herrn Weiger.

Außerdem möchten wir Ihnen hier den Entschluss zur Energiewende unserer BN- Delegiertenversammlung vom April 2015 nicht in Bamberg vorenthalten, hier zu lesen


Besichtigung eines Mehrfamilien-Solar-Aktivhauses in Bad Staffelstein

Groß war das Interesse an der Besichtigung eines Mehrfamilien-Solaraktivhauses mit innovativer, energieeffizienter Technik, wie etwa die fassadenintegrierten Sonnenkollektor-Module neben der spezialverglasten Gebäudefront. Darüber freuten sich die Besucher mit Bauingenieur Günther Deinlein, BN-Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt und Bauingenieurin Petra Kraus-Deinlein (von rechts).

BAD STAFFELSTEIN. Wird es in der Innenstadt bald eine "Sonnensiedlung" geben? Sie trägt ihren Namen aus gutem Grund; denn geht es nach den Planungen der Bauingenieure Günther Deinlein und Petra Kraus-Deinlein, dann ist die natürliche Energie der Sonne ein wesentlicher Baustein für die weitgehend energetische Unabhängigkeit der neuen Wohnanlage.

Wie ein innovatives Energiekonzept, das den Erfordernissen der Bauherren gerecht wird, praktisch umgesetzt werden kann, erfuhren die Teilnehmer im Rahmen einer Hausbesichtigung, die auf Einladung des Bund Naturschutz auf dem Gelände der Firma Görtler & Schramm stattfand. Von außen betrachtet, fällt die nach Süden ausgerichtete Fassade des Gebäudes auf, die mit blau schimmernden Sonnenkollektoren und großen, dreifach verglasten Fenstern bestückt ist und auf diese Weise die Energie der Sonne sowohl direkt im Wohnbereich als auch für die Warmwasseraufbereitung aufnimmt. Zusätzlich wurden auf dem Flachdach noch im Winkel von 55 Grad aufgeständerte Sonnenkollektoren montiert, so dass der Wärmeertrag noch gesteigert wird. Auf dem schon vorhandenen anschließenden Gebäude wurde die gesamte nach Süden weisende Dachfläche zur Stromgewinnung mit Photovoltaik-Modulen versehen. Günther Deinlein erklärte im Steuerungsraum das Herzstück der Anlage, einen 31 000 Liter Wasser fassenden, im Boden liegenden Großspeicher aus glasfaserverstärktem Polyesterharz. Er informierte: "Durch eine ausgefeilte Systemtechnik und Regelung erreichen wir eine optimale Temperaturschichtung. Über Wärmeübertrager, Mehrzonenventile und Pumpen gibt die Solarflüssigkeit die von den Sonnenkollektoren aufgenommene Wärmeenergie an die entsprechenden Schichten des Speichers ab. Wie in einem Schrank mit Schubfächern können hierdurch Energiemengen in mehreren Schichten entsprechend ihrem Temperaturniveau gezielt ein- und ausgebracht oder auch direkt den Verbraucherkreisen zugeführt werden. Wir versorgen damit neun Wohneinheiten mit einer Gesamtfläche von etwa 800 Quadratmetern"

Auf eine Besonderheit machte Petra Kraus-Deinlein aufmerksam: "Da in unserem Betrieb viele Holzabfälle und Stückholz aus der Zimmerei anfallen, verfeuern wir diese in einer Ofenanlage, die bei Bedarf, wie etwa in längeren Zeiten mit wolkenverhangenem Himmel, automatisch dem System zugeschaltet wird. Im umgekehrten Fall, wenn es im Hochsommer zu warm werden sollte, bieten elektrisch betriebene Aluminium-Raffstores und Dachüberstände entsprechend Sonnenschutz. Außerdem können die Wohnräume auch solar sanft gekühlt werden.

In Verbindung mit der hochwertigen Gebäudehülle und der Wohnraumbelüftung kann zu jeder Jahreszeit ein angenehmes "Wohlfühlklima" erzeugt werden." Auf einem großen Monitor waren im Steuerungsraum die Kenngrößen und Regelkreisläufe der Anlage gut zu erkennen, und Günter Deinlein ließ wissen: "An diesem sonnigen Wintertag haben wir jetzt, um etwa 11 Uhr, eine Wärmeleistung von 25,9 Kilowatt im Speicher zur Verfügung", und fügt schmunzelnd hinzu: "für die uns die Sonne keine Rechnung stellt!"

Die Frage eines Teilnehmers nach den Kosten einer energetischen Sanierung eines bestehenden Hauses beantwortete er dahingehend, dass es zwar Preise für einzelne Komponenten gebe, jedoch erfordere jedes Projekt "den Kundenwünschen entsprechende und technisch vernünftig realisierbare, maßgeschneiderte Lösungen; erst dann können die Gesamtkosten dargestellt werden." Dass das Ingenieur-Ehepaar Innovationen gegenüber sehr aufgeschlossen ist, zeigten etliche Referenzbauten in Bayern und auch ihr Engagement an einem Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Freiberg bei Dresden, wo es um die effiziente Speicherung überschüssiger elektrischer Energie aus Photovoltaikanlagen gehe.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt wies in diesem Zusammenhang auf das Bestreben hin, gemeinsam die Energiewende voranzubringen und sagte: "Wir müssen Energie sparen, die Energie effizient nutzen und erneuerbaren Energien den Vorzug geben." Er bedankte sich bei den Bauherren für die zahlreichen Informationen.

Anton Reinhardt

Energie in Bürgerhand

Lichtenfels. Die Kreisgruppe Lichtenfels des BUND Naturschutz in Bayern e.V.  ruft mit grünen Fingerzeigern „Energie in Bürgerhand“ anlässlich der Diskussion über die steigenden Energiekosten zum Durchhalten auf: „Raus aus der Atomkraft, hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung: Viele Tausend Menschen haben mit uns für dieses Ziel in den letzten Jahren demonstriert. Jetzt gilt es, die Energiewende auch praktisch in unserer Region umzusetzen!“, forderte BUND-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt und wies auf positive Beispiele, wie die Energiegenossenschaft NEO (Neue Energie Obermain) und die Initiativen des Erzbistums Bamberg hin, das seine Gebäude und Liegenschaften Zug um Zug klimafreundlich umgestalte.

Klar sei, dass die Energiewende große Investitionen erfordere. Stimme es, dass die erneuerbaren Energien die Kosten für Stromverbraucher in unakzeptable Höhen treiben würden? Anton Reinhardt, Vorsitzender der Kreisgruppe meinte: „Eindeutig nein. Worauf es aber ankommt, ist die gerechte Verteilung der Kosten. Und: Die Strompreise steigen nicht nur wegen der erneuerbaren Energien, sondern weil sehr viele Unternehmen von der EEG-Umlage (erneuerbare Energien) befreit sind. Es ist nicht einzusehen, wieso beispielsweise Großhähnchenmastställe, Aluminiumwerke oder Großbanken keine Umlage zahlen sollen. Im Übrigen müsste der reine Strompreis durch die vermehrte Einspeisung von Wind- und Fotovoltaikenergie sogar sinken. Eine maßvolle Gesamtkostensteigerung ist lediglich durch dringend notwendige Investitionen in Speichertechnologie und Leitungsnetze zu rechtfertigen, nicht aber zur Vermehrung der Gewinne von E-on, RWE und Co.!“

 

Ärgerlich ist für Schatzmeisterin Elfriede Fischer allerdings, dass gerade jene Industrien, die besonders laut hohe Preise beklagten, bereits mit üppigen Privilegien ausgestattet seien und sogar Nutznießer der Energiewende würden.  „Trotzdem gibt die Regierung den Profitinteressen der Industrie ein ums andere nach – mit der Folge, dass vor allem Privathaushalte, Handel und Gewerbe zur Kasse gebeten werden.“

Der BUND wird nicht müde, auf die Vorteile einer Wende in der Energieversorgung hinzuweisen und beteiligte sich deshalb mit einem Infostand zu diesem Thema bei der Vorstellung der Lichtenfelser Vereine am Marktplatz.

„Die Energiewende schafft Unabhängigkeit von riskantem Atomstrom und von fossilen Rohstoffen, die ohnehin immer teurer werden und auch noch die Klimaerwärmung befeuern. Hinzu kommt: Das Energiesystem muss sowieso modernisiert werden. Sowohl der hiesige Kraftwerkspark als auch die Leitungsnetze zum Transport der Energie sind veraltet.“, erläuterte Günter Lutz, der Lichtenfelser Ortsgruppenvorsitzende.

Die Naturschützer meinten übereinstimmend, dass die Ökostrom-Förderung nicht allein verantwortlich für die Preisentwicklung sei. Statt unredlicher Strompreisdebatten sei es viel wichtiger, einen sparsameren Umgang mit Energie zu forcieren und die Effizienz vorhandener Energie zu steigern.

Hierzu macht die Kreisgruppe Lichtenfels auf einen 12-Punkte-Aktionsplan

aufmerksam, der von der BUND-Arbeitsgruppe „Klimaschutz durch Energiesparen“ erstellt wurde.

Deren Empfehlungen lauten:

  • Die Energiesparberatung für Privathaushalte sollte gestärkt werden und hierzu ist die Öffentlichkeitsarbeit für Energiesparen bei Privathaushalten auszubauen.
  • Eine Einführung steuerlicher Anreize für die Anschaffung energieeffizienter und Strom sparender Geräte ist zu beschleunigen.
  • Für Energieeffizienz und Energiesparen in Unternehmen muss verstärkt geworben werden und schon bei der betrieblichen Ausbildung sollte mehr Augenmerk auf Energieeffizienz und Energiesparen gelenkt werden.
  • Das kommunale Energiemanagement ist zu intensivieren und die Energieeffizienz in kommunalen Liegenschaften zu verbessern, z.B. durch das verstärkte Nutzen von Abwärme bei Biogasanlagen.
  • Der Staat sollte seine Vorbildfunktion wahrnehmen und die energetische Sanierung staatlicher Liegenschaften fortsetzen
  • Außerdem könnten finanzielle Anreize, vergleichbar der Abwrackprämie für Altautos,  eine „Abwrackprämie für Stromschlucker“ geschaffen werden.

Sabine Rübensaal vom Umweltbüro Lichtenfels sammelte dazu Unterschriften am BN-Stand und meinte: „Wenn jeder beginnt, den Energiewendeprozess durch positive Bewertung und persönliches Handeln zu unterstützen, dann können wir der Zukunft in Sachen umweltfreundlicher Energieversorgung getrost entgegensehen.“

Wer sich dazu in die Unterschriftenlisten eintragen möchte, kann das auch gerne noch im Umweltbüro tun (Öffnungszeiten Dienstag und Mittwoch von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 14 bis 17 Uhr).

Besichtigung des Bürgerwindparks Kasendorf-Weismain

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (rechts) und Harald Mild (4.von links), der Vorstand der Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Energiegenossenschaft freuten sich mit den Exkursionsteilnehmern über die erste Bürgerwindkraftanlage im Landkreis.

Seubersdorf. "Der Wind weht kostenlos und gehört eigentlich allen, man muss ihn nur intelligent nutzen." Mit diesem einfachen Wahlspruch läßt sich die Motivation der "Windmüller" auf den Punkt bringen. Wie man das praktisch für alle Beteiligten einer Bürgerwindanlage zufriedenstellend umsetzen kann, erfuhren die Teilnehmer des Bund Naturschutz bei einer Besichtigung des Bürgerwindparks Kasendorf-Weismain.

Auf der Jurahochfläche zwischen Seubersdorf im Landkreis Lichtenfels und Zultenberg im Landkreis Kulmbach befinden sich sieben Windenergieanlagen im Bau, drei davon sind kurz vor der Fertigstellung. Harald Mild, einer der drei Vorstände der "Friedrich-Wilhelm Raiffeisen ENERGIE Genossenschaft Creußen", erklärte die technischen Einzelheiten einer Windkraftanlage: Jedes Windrad hat eine Nabenhöhe von 139 Metern und einen Rotordurchmesser von 120 Metern. Mit prognostizierten 2800 Volllaststunden im Jahr und einer Leistung von 2,5 Megawatt können 2000 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgt werden. Eine solche Anlage kostet etwa 5,5 Millionen Euro. Zwei Windkraftwerke finanziert bereits die Bürgergenossenschaft, eine Option auf ein drittes besteht noch.

BN- Kreisvorsitzender Anton Reinhardt fragte nach: "Wie gelang es, die hohe Akzeptanz der Bevölkerung hier vor Ort angesichts der ablehnenden Haltung an anderen windhöffigen Arealen der beiden Landkreise zu erreichen?"

Harald Mild ließ wissen, dass schon bei den ersten Informationsveranstaltungen die Dorfgemeinschaften relativ aufgeschlossen waren, zumal den Bürgern, Grundstücksbesitzern und letztendlich indirekt auch den Kommunen angemessene Nutzungsentgelte, Zinserträge und Erfolgsbeteiligungen in Aussicht gestellt worden seien. Dass er als einer der Verantwortlichen der Genossenschaft seriös handle und nicht zu viel versprechen wolle, deutete der ehemalige Bürgermeister von Creussen mit dem Hinweis auf das bereits praktizierte Erfolgsmodell in seiner eigenen Heimatgemeinde an.

Der BN-Kreisvorsitzende wies in diesem Zusammenhang auf die sogenannte 10 H-Regel hin, die die Staatsregierung in die Bayerische Bauordnung einbringen wolle und mahnte: " Das wäre eine K.O.-Regel für den Ausbau der Windenergie in Bayern; denn im Windatlas blieben dann nur noch 0,05 Prozent der Landesfläche als mögliche Standorte übrig. Hier vor Ort wären dann 2 Kilometer Mindestabstand nötig. Wir fordern, dass das Kriterium der Akzeptanz bei der Bevölkerung Vorrang haben sollte. Das Beispiel Seubersdorf zeigt augenscheinlich, dass es bei Abständen von 900 bzw. 1500 Metern von den Windrädern zu den beiden nächsten Ortschaften zu keinerlei Beeinträchtigungen für die Anwohner kommt."

Ludwig Wendler, BN-Ortsvorsitzender aus Ebensfeld freute sich über die erste Windenergieanlage im Landkreis und entkräftete auch die Auffassung, dass Windräder die Vögel und Fledermäuse stark beeinträchtigen würden: "Einschlägige Untersuchungen haben gezeigt, dass bei dieser Größenordnung von Windkraftwerken der Freiraum von 80 Metern unterhalb der Rotoren für die Fledermäuse völlig ausreicht. Kollisionen mit Greifvögeln, die vereinzelt in größeren Höhen fliegen, sind äußerst selten. Die meisten Vögel kommen durch Verkehrstrassen und Hochspannungsleitungen um."

Kreisrätin Maria Geißler-Wiener von Bündnis 90/Die Grünen fragte nach der Störungsanfälligkeit der Windräder, worauf Harald Mild auf den Vollwartungsvertrag hinwies, der eine 96-prozentige Verfügbarkeit der Energieerzeugung vertraglich garantiere.

Kreisrat Bernhard Christoph ebenfalls von B90/Grüne meinte: "Das Beispiel Seubersdorf zeigt, dass es auch in unserer Heimat möglich ist, gemeinsam mit den Bürgern zu planen, zu investieren und die Wertschöpfung in der Region zu halten."

Anton Reinhardt bedankte sich bei Harald Mild mit einem kleinen Präsent und wies auf weitere Beteiligungsmöglichkeiten an der Energiegenossenschaft hin: Ab 2000 € Mindesteinlage kann man investieren. Nähere Einzelheiten kann man den Prospekten im BN-Umweltbüro entnehmen oder über die Internetadresse www.creussen.raiffeisen-energie-eg.de erfahren.

Anton Reinhardt


Besichtigung eines Passivhauses

Bauherr Andreas Hönig (2. von rechts) beantwortete viele Fachfragen zu seinem Passivhaus. Darüber freuten sich Häuslebauer und BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (rechts).

Unterzettlitz. Die Energiewende ist in aller Munde, Energieeinsparung ist angesagt. Wie man Sonnen- und Erdwärme effizient nutzen kann, erfuhren die Besucher im Rahmen einer Veranstaltung des Bund Naturschutz bei der Besichtigung des Passivhauses der Familie Hönig.

Nach den Zertifizierungskriterien darf ein solches Haus pro Quadratmeter Wohnfläche in einem Jahr nicht mehr als 15 Kilowattstunden Wärmeenergie zum Heizen verbrauchen. Das entspreche einem Heizölverbrauch von nur 1,5 Litern pro Quadratmeter und Jahr.

Andreas Hönig informierte: "Sie werden hier einen Schornstein oder Heizkörper in den Räumen vergeblich suchen, denn äußere Sonneneinstrahlung und Erdwärme liefern den Hauptanteil unseres Wärmebedarfs - daher ist das Adjektiv ´passiv´ berechtigt." Kernstück des bereits im Jahre 2003 errichteten Wohnhauses ist eine Lüftungsanlage, welche die Außenluft über einen Frischluftfilter ansaugt.

In einer Tiefe von etwa 1,5 Metern unter der Erdoberfläche wird nun die angesaugte Luft durch ein Rohrschlangensystem, einen sogenannten Erdwärmetauscher, geleitet und erwärmt sich dabei allmählich auf 19,5 °C. Die bereits vorhandene Wärmeenergie der Innenraumluft wird in einem weiteren Wärmetauscher ebenfalls zum Aufheizen der Frischluft genutzt. Das Prinzip der Wärmerückgewinnung sei ein wichtiger Baustein dieses Systems.

Je nach Jahreszeit und gewünschter Innentemperatur werde die noch fehlende, meist kleine Restwärme durch die elektrische Energie eines Heizregisters ergänzt. Außerdem speisen Sonnenkollektoren auf dem Dach zusätzlich Wärme in einen 300 Liter fassenden Warmwasserspeicher ein. Der größte Teil der elektrischen Energie würde durch die Fotovoltaikanlage auf der Dachfläche gedeckt, würde der Bauherr diesen selbst erzeugten Strom nicht ins öffentliche Netz gegen Entgelt einspeisen.

Man könne also fast schon von einem "Null-Energie-Haus" sprechen. Um die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten, habe man eine aufwändige Wärmedämmung vorgenommen. Die stabile Holzständerkonstruktion nehme das natürliche, diffusionsoffene Zellulosedämmmaterial auf. Fugendicht verlegte Holzfaserplatten bilden innen und außen die Verschalung, auf die Außen- bzw. Innenverputzschichten aufgetragen wurden.

Dabei sei besondere Sorgfalt nötig; denn Kältebrücken und Undichtheiten würden den ansonsten sehr guten Wärmewirkungsgrad verschlechtern. Die dicken, dreifach verglasten Fenster und Türen seien zwar teuer, lohnten sich jedoch durch ihre besonders niedrigen Wärmedurchgangs-Kennwerte. Andreas Hönig beantwortete bereitwillig noch zahlreiche Fachfragen der interessierten Besucher und BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt lobte den Bauherrn für seinen Mut und sein Engagement:

"Dieses Wohnhaus ist ein kleiner, aber wichtiger Baustein für eine dezentrale, unabhängige Energiegewinnung und sollte Nachahmer finden, wenn die Energiewende in Bürgerhand gelingen soll."

Anton Reinhardt

 

 

 

Besichtigung eines Niedrig-Energie-Wohnhauses in Wolfsdorlf

Otto Fischer (links) erklärte den schichtweisen Aufbau der Außenwand seines Niedrig-Energie-Hauses, hatte zahlreiche Tipps für Häuslebauer parat und öffnete bereitwillig seine Türen für die Besucher, die sich im Rahmen einer Veranstaltung des BUND mit Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt (rechts) informierten.

Wolfsdorf. Das Niedrig-Energie-Wohnhaus von Otto Fischer, das weitgehend in ökologischer Bauweise errichtet wurde, stand im Mittelpunkt des Interesses von 20 Besuchern, die auf Einladung der Kreisgruppe des Bund Naturschutz zu einer Hausbesichtigung gekommen waren.

BUND-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt hob bei seiner Begrüßung hervor, dass es bei der Energiewende primär darum gehe, Energie zu sparen und die vorhandenen Ressourcen effizient zu nutzen: „Dieses Gebäude zeigt, wo Energiesparpotentiale vorhanden sind und was man als Häuslebauer bei der Planung und bei der Bauausführung beherzigen sollte, um nachhaltig etwas für die Umwelt zu tun und die Wohnqualität zu steigern.“

Otto Fischer, gelernter Elektrotechniker, ließ wissen, dass er sich bereits einige Jahre vor der Einreichung seines Bauplanes im Jahre 2002 (da gab es letztmalig die staatliche Eigenheimzulage) intensiv mit natürlichen Baumaterialien, wie etwa Holz, Stein, Kork und abgewandelten Naturstoffen, wie Holzfaser, Linoleum und Textilfasern befasst habe. Er meinte: „Ökologisches Bauen war für mich schon immer ein Thema. Ich hatte als gebürtiger Wolfsdorfer das Glück, einen eigenen Bauplatz zu haben, hatte mir schon viele handwerkliche Erfahrungen angeeignet und so fasste ich den Entschluss, mit möglichst viel Eigenleistung ein Niedrig-Energie-Haus nach meinen Vorstellungen zu bauen. Ein erfahrener Baubiologe stand mir dabei mit Rat und Tat zur Seite.“

Das Wohnhaus, das schließlich im Jahre 2009 errichtet wurde, steht auf einer sogenannten Passivbodenplatte, die rings herum auf einem Betonskelett aus runden Stützen und Rahmenankern ruht. Otto Fischer erklärte die Besonderheit dieser Konstruktion: „Die dicken Wärmeisolierungselemente bildeten gleichzeitig die Schalung für das Ausgießen mit Beton. Eine zeit- und kostenaufwändige Schalung, die hinterher wieder entfernt werden muss, haben wir dadurch eingespart.“

Anhand eines Musterausschnittes erläuterte der Bauherr den Aufbau der Außenwände, die mit einem V-Wert von nur 0,15 eine besonders niedrige Wärmedurchgangszahl aufweisen, gleichzeitig jedoch auch die Raumfeuchtigkeit gut aufnehmen und wieder abgeben können. Die etwa 40 cm dicken Wände bestehen von außen nach innen betrachtet aus Weichholzfaserplatten, ausgeflocktem Flachsfasermaterial zwischen den tragenden Holzständerbalken, Nut/Feder-Verbretterung, einer weiteren Flachsausflockung zwischen einer Lattung, etwas dünneren Holzfaserplatten und schließlich Gipskartonplatten als Innenwand. Auch der Dachstuhl ist mit einer ähnlich guten Wärmeisolierung ausgestattet. Ein Besucher fragte nach, ob das viele Holz als Baustoff brandgefährlich sei. Otto Fischer entgegnete: „Die übliche Wärmeisolierung mit dicken Styropor-Platten ist im Brandfall weit gefährlicher. Außerdem ist sie nicht atmungsaktiv und benötigt überdies einen hohen Energieaufwand bei der Herstellung.“

Überhaupt ist der nachwachsende Rohstoff Holz im Eigenheim der Familie sehr häufig zu finden: Holzbalkendecke, Verschalungen, Fußböden, Treppen und etliche Möbelstücke. Auch die dreifach verglasten Fenster und Terrassentüren bestehen aus heimischen Hölzern. Um die Wetterfestigkeit zu erhöhen, befindet sich auf deren Außenseiten einbrennlackiertes Aluminiumprofil.

Eine integrierte Wandheizung, die kontrollierte Raumentlüftung inklusive Allergie- und Pollenfilter sorgen für gleichbleibende Raumtemperatur und angenehmes Raumklima. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieses Systems ist die bis zu 90-prozentige Wärmerückgewinnung über den Wärmetauscher. Otto Fischer freut sich über den niedrigen Flüssiggasverbrauch des konventionellen Teils seiner Heizungsanlage; denn durch die gute Wärmeisolierung des gesamten Gebäudes und die Sonnenkollektoranlage auf dem Dach hat er einen geringen Restwärmebedarf und so nachhaltig vorgesorgt. Dennoch möchte er auf die besondere Zusatzwärmestrahlung seines Kachelofens im Wohnzimmer in der kalten Jahreszeit nicht verzichten.

Die Zisterne im Garten fasst 10 000 Liter Regenwasser und speist damit Waschmaschine und Toilettenspülung. Als ökologisches i-Tüpfelchen erfahren die Teilnehmer, dass für diese Zisterne ein ausgedienter, stabiler Weintank kostengünstig erworben wurde.

Bei dieser Besichtigung wurde immer wieder die Identifikation des Bauherrn mit seinem Eigenheim deutlich, denn er hat sehr viele eigene Ideen und eine enorme Eigenleistung eingebracht. So hat er beispielsweise auch ans Älterwerden gedacht: Eingang, Küche, Wohn- und Schlafbereich sind ebenerdig. Den Eingangsflur hat er mit selbst behauenen Steinen, die von den Gleichbergen stammen, liebevoll gepflastert.

BUND-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt bedankte sich für die zahlreichen Informationen und Tipps bei Otto Fischer mit einem kleinen Präsent.

9/2012

 

 

BN für Ausbau der Windenergie nach Plan

BN kritisiert Attacken Enoch zu Guttenbergs gegen naturschutzverträglichen Ausbau der Windkraft in Bayern

 

Landschaftsverträglicher Ausbau der Windenergie nach Plan ist machbar und überlebensnotwendig

 

Lichtenfels. Anlässlich der pauschalen Kritik des Enoch zu Guttenberg gegen Windkraftanlagen in Naturparken, äußert sich die Kreisgruppe Lichtenfels des Bund Naturschutz zu diesem aktuellen Thema.

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz (BN): "Der BN ist seit Jahrzehnten der Vorkämpfer für einen Ausbau der Windkraft nach Plan, mit Rücksicht auf das Landschaftsbild und mit ökologischen Leitplanken. Warum Enoch zu Guttenberg ohne einen einzigen konkreten Beleg ausgerechnet den BN angreift, anstatt die Staatsregierung, die eine landesweite ökologische Windkraftplanung in Bayern bis heute nicht nach vorne bringt, bleibt sein Geheimnis."

 

Anton Reinhardt, Vorsitzender der Kreisgruppe Lichtenfels meint dazu: „Der Bund Naturschutz tritt seit Jahren für den Ausbau der Windkraft nach Plan ein. Deswegen hatte der BN schon Anfang der 1990er Jahre die damals bayernweit ersten Anstrengungen der oberfränkischen Regionalplaner massiv unterstützt, die gerade wegen des Schutzes von Landschaftsbild und bestimmter Tierarten vorbildliche Planungsvorgaben für einen landschaftsverträglichen Ausbau der Windkraft entwickelten. Leider hat die Bayerische Staatsregierung dies Jahrzehnte lang verschleppt und die Regionalplanung systematisch abgebaut - ohne dafür von Herrn zu Guttenberg kritisiert zu werden.“ In diesem Zusammenhang ruft der BN auch seine ablehnende Haltung von Hochspannungsleitungen in Erinnerung, so auch die gegenwärtig umstrittene 380 kV-Starkstromtrasse Remptendorf-Coburg-Redwitz. Reinhardt stellt klar: „Wenn wir keine kilometerlangen Stromtrassen wollen, die mit der Durchleitung des Windstroms von der Nordsee nach Süddeutschland begründet werden, dann müssen wir auch im Binnenland eine gewisse Anzahl von Windparks akzeptieren, die dezentral und auf kurzem Weg elektrische Energie liefern können.“

 

Gerade beim Ausbau der Windenergie fordert der Bund Naturschutz Qualitätsplanung mit Bürgerbeteiligung statt Großinvestorenplanung. Anton Reinhardt: „Niemand von uns will ein Windkraftwerk in Vierzehnheiligen, auf dem Staffelberg oder auf Kloster Banz. Mit dem Bürgerwindkraftwerk bei Sassendorf, an dem etliche BN-Mitglieder der Kreisgruppen Bamberg und Lichtenfels beteiligt sind, haben wir gezeigt, dass ein naturverträglicher Standort durchaus akzeptabel sein kann.“

 

 

Hubert Weiger: "Wir wollen saubere Energie für die Zukunft. Dazu brauchen wir neben dem Energiesparen ausreichende Plätze für Windräder an geeigneten Standorten. Aus Naturschutzsicht sind Windräder zwar nicht an jeder Stelle sinnvoll, aber insgesamt die umweltfreundlichste Möglichkeit, bei uns Strom zu erzeugen. Mit einem Windrad kann 100 mal so viel Strom erzeugt werden als mit derselben Fläche Agromais, der die von Herrn zu Guttenberg zitierten Landschaftsschutzgebiete um ein Vielfaches mehr schädigt. Windkraft beansprucht selbst im Endausbau weniger als 2% der Landesfläche - Windkraftwerke am falschen Ort braucht es nicht und sie können vermieden werden.“

 

 

Die Staatsregierung in Bayern hat vor einem Jahr die Energiewende verkündet, aber sie kommt nur schleppend voran. Die Bayerische Staatsregierung hat nach Auffassung des BUND Naturschutz bislang keine Ziele und Zeitpläne für den Stopp der Energieverschwendung. Stattdessen wird die Fotovoltaik und das Erneuerbare-Energien- Gesetz angegriffen. Auch der nötige Ausbau der Windenergie leidet unter fehlender Planung. Heute liegt die Stromproduktion aus Wind in Bayern unter einem Prozent. Das ist fatal für die Energiewende – denn die Windenergie hat die beste Flächeneffizienz und die kürzeste energetische Amortisationszeit unter den Erneuerbaren Energien. Der BUND Naturschutz fordert von dem für die Landes- und Regionalplanung zuständigen Wirtschaftsminister Martin Zeil, die Regionalplanungsstellen endlich personell in die Lage zu versetzen, dass umgehend in allen Planungsregionen Qualitätspläne für Windkraft vorliegen. „Der BN weist deshalb mit Nachdruck“, so Landesvorsitzender Hubert Weiger, der ebenfalls Gründungsmitglied des BUND ist, „den Vorwurf zurück, „der BUND habe sich verraten“’. Denn endlich ist es nicht zuletzt durch den Einsatz des BUND gelungen, Deutschland endgültig auf den Weg zum atomkraftfreien Land zu bringen. Damit dies möglich ist, müssen aber alle drei Maßnahmen ergriffen werden: Energiesparen, Energieeffizienz und Ausbau der Erneuerbaren Energien, zu denen gerade auch in Bayern die Windenergie zählt. Der BN würde sich sehr freuen, wenn Enoch zu Guttenberg seine Kraft gegen diese konservativen Blockierer der Energiewende richten würde, anstatt sich vom BN und BUND zu distanzieren.“

 

Anton Reinhardt ,  Mai 2012

 

 

 

Der BUND Naturschutz Lichtenfels rät: Auf Ökostrom umsteigen

Nach den beinahe euphorischen Versprechungen der Bundesregierung zum Atomausstieg im Jahre 2020 zweifelt der BUND Lichtenfels an der Ernsthaftigkeit der Umsetzung.

Anhand der momentanen Krise in der Solarbranche, für die Frank Asbeck, der Chef des deutschen Solarmarktführers Solarword, die Bundesregierung verantwortlich macht, werde es immer schwieriger, an aktive Unterstützung seitens Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihres Wirtschaftsministers Philipp Rösler zu glauben. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt meinte: „Mit der Kürzung der Solarförderung um 30 bis 50 % haben die Regierenden dem Druck der großen Energiekonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall nachgegeben. Wuchs der globale Absatz der Photovoltaikanlagen 2010 noch um 120 Prozent, so waren es 2011 nur noch 36 Prozent. Das ist die niedrigste Wachstumsrate der Solarindustrie seit 2003. Die Energiewende zu einem grünen Solardeutschland scheint somit bereits am Ende, bevor sie richtig begonnen hat.“

Auch die Begeisterung für Elektroautos und deren Förderung sei einem neuen Pragmatismus in der Wirtschaft gewichen, bei dem Autos mit optimierten Verbrennungsmotoren im Zentrum der Aufmerksamkeit stünden, anstatt die Möglichkeit der flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Elektro- oder Hybridautos anzustreben. Reinhardt wies darauf  hin, dass die Naturschützer selbstverständlich nicht dem Automobilismus das Wort reden wollen: „Selbstverständlich ist jeder Kilometer, der mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder zu Fuß zurückgelegt wird, besser als mit dem Auto loszudüsen. Allerdings müssten eben auch den Bürgern in unserer ländlichen Region für den unvermeidlichen Kraftfahrzeugverkehr umweltfreundlichere Alternativen angeboten werden.  Reinhardt mahnte: „Wenn es keine kräftigen staatlichen Anreize für die Entwicklung, Verbesserung und Anschaffung von Elektrofahrzeugen gibt, haben unsere innovativen, zukunftsorientierten Unternehmen in Deutschland keine Chance – weder im Binnen- noch im Exportmarkt.“

Der BUND fragte im Landratsamt den aktuellen Stand von im Landkreis zugelassenen Elektrofahrzeugen nach. Demnach benutzen nur 6 Privatleute und 3 Firmenbesitzer ein Elektroauto, 1 Privatperson fährt einen Elektro-Motorroller.

BN-Ortsgruppenvorsitzender Günter Lutz ermunterte die Bundesregierung zum Handeln: „Wenn wir in unserer Klimapolitik nicht jetzt die Richtung ändern, landen wir in einer unumkehrbaren ökologischen Sackgasse. Sobald im Klimawandel ein bestimmter Grenzwert im CO²- Ausstoß überschritten wird, kann der Prozess nicht mehr gestoppt werden und hätte katastrophale Folgen für die menschliche Zivilisation, die ihre konstante Entwicklung der letzten Jahrtausende nicht zuletzt der relativen Stabilität des Klimas verdankt.“

Schmelzen beispielsweise die Eisflächen im Polarmeer weiter, würde das für die Ozonschicht 20-mal gefährlichere Methangas verstärkt in die Atmosphäre gelangen und wiederum die globale Erwärmung beschleunigen. Messungen der Klimaforscher aus den Jahren 2009 und 2010 bestärkten diese Aussage, da sie über die vielen Lücken im arktischen Eispanzer um 0,5 % erhöhte Methankonzentrationen vorfanden – dies sei ein kleiner Wert mit großer Auswirkung.

Der BUND wies auf die Aussagen der Internationalen Energieagentur IEA hin, die davon ausgeht, dass der „point of no return“ bereits 2017, also bereits in 5 Jahren erreicht sein werde. Schatzmeisterin Elfriede Fischer forderte deshalb: „Wenn wir nicht jetzt die Richtung ändern, wie wir Energie nutzen, werden wir das von der Wissenschaft angegebenen Minimum verfehlen. Doch leider gibt es seitens Regierung und Wirtschaft nur spärliche Anzeichen dafür, dass dieser Richtungswechsel eingeleitet wird.“

Die BUND-Vertreter fragten sich, was wir hier in der Region tun könnten, um diesen Punkt möglichst weit hinauszuschieben. Reinhardt sagte: „Außer den aktiven Stromsparmaßnahmen, wie bereits in diesem Jahr von der Kreisgruppe herausgegeben, ist es nach wie vor wichtig, dass die Verbraucher, Kommunen und der Landkreis ein entscheidendes Signal setzten, nämlich auf 100 Prozent „echten Ökostrom“ bei einem Öko-Stromversorger umsteigen, der zusätzlich zu bisherigen Anlagen die Nachfrage nach Ökostrom zum Bau neuer regenerativer Energieerzeugungsanlagen mittels Photovoltaik, Windkraft, ökologisch verträglich erzeugter Biomasse etc. nutzt und damit den umweltschädlichen Atom- und Kohlestrom ersetzt.“ Den Kunden herkömmlicher Energieversorger empfahl der BUND zur Unterstützung einer zukunftsfähigen, umweltverträglichen Energieversorgung den sofortigen Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter, wie etwa Elektrizitätswerke Schönau, Naturstrom, Lichtblick oder Green-Energy.

Elfriede Fischer gab ihrer Hoffnung Ausdruck, die regionale Energiewende zu meistern: „Gewinnen wir als Landkreis ein Stück Unabhängigkeit von den Stromriesen zurück, indem wir Genossenschaften, wie etwa NEO (Neue Energie Obermain) unterstützen, die sich für eine dezentrale und ökologisch vertretbare Energieversorgung stark machen!“

Sabine Rübensaal, die Leiterin des Umweltbüros, wies darüber hinaus auf Infoblätter von Ökostromanbietern im Umweltbüro des BUND in Lichtenfels, in der Coburger Str.33 hin.

Bürgerwindkraftwerk auch im Landkreis

Lichtenfels. In Anbetracht der atomaren Katastrophe im japanischen Fukushima fordert die Kreisgruppe des Bund Naturschutz den schnellstmöglichen Ausstieg aus dieser Risikotechnologie, das Ausschöpfen von Energiesparpotenzialen, die effiziente Nutzung vorhandener Energiequellen und den raschen Umbau konventioneller in erneuerbarer Energieerzeugung.

Im Rahmen der jüngsten Vorstandssitzung wurde in diesem Zusammenhang der Ruf nach dezentraler Energieerzeugung laut, das heißt, auch hier im Landkreis Lichtenfels könnten beispielsweise auch Bürgerwindkraftanlagen errichtet werden. Damit sind Windkraftwerke gemeint, an denen sich möglichst viele Bürger auch mit kleinen Anteilen finanziell beteiligen können. „Das Bürgerwindkraftrad in Sassendorf ist ein Erfolgsmodell dezentraler Energieerzeugung auf kleinstem Raum und wird von einer großen Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert. Mit einer Leistung von 1,5 Megawatt liefert es seit vielen Jahren Strom für ca. 300 Haushaltungen.“, meinte Ludwig Wendler und hob hervor, dass zahlreiche Mitglieder des Bund Naturschutz daran beteiligt seien.

Der Vorteil dezentraler Energieerzeugung liege laut Bund Naturschutz auch darin, dass auf großdimensionierte, hunderte von Kilometern lange Hochspannungstrassen  verzichtet werden kann. Elfriede Fischer warb für einen zügigen Umbau der Stromproduktion: „Mit der regionalen Stromerzeugung werden wir auch ein Stück unabhängiger von den großen Stromkonzernen, die ihre Atomkraftwerke noch möglichst lange betreiben wollen und in der Lage sind, die Marktpreise entscheidend zu diktieren.“ Der Übergang zu einer ausschließlichen Versorgung mit erneuerbaren Energien brauche jedoch die richtigen ökonomischen Rahmenbedingungen. Anton Reinhardt meinte: „Würden die Schäden für Mensch und Natur sowie die Risiken nuklearer Energien im Preis berücksichtigt, wären die erneuerbaren Energien schon heute die wirtschaftlichste Energiequelle.“ Gabriele Richter betonte: „Der Umbau der Energieversorgung in Richtung alternative Energiequellen hat der Bundesrepublik Deutschland schon Hunderttausende neuer Arbeitsplätze gebracht, und zwar zukunftsfähig im Sinne einer nachhaltigen Wirtschaftsweise.“ Stellvertretender Vorsitzender Günter Lutz ergänzte: „Wenn die Möglichkeiten der Stromeinsparung und der Energieeffizienz ausgeschöpft werden, wird der Stromverbrauch spürbar sinken. Ein Energiemix aus Wind-, Wasser-, Solarkraft, Geothermie und naturverträglich erzeugter Biomasse wird dann problemlos die Stromversorgung abdecken.“ Vorsitzender Anton Reinhardt meinte, dass es auch in unserer Region durchaus geeignete Standorte für Windkraftwerke gebe. Selbstverständlich sei aus Landschaftsgründen nicht jeder windhöffige Standort, wie beispielsweise der Staffelberg, auch tatsächlich für die Errichtung eines Windrades geeignet.

Die BN-Vorstandsmitglieder plädierten für den Bau von Bürgerwindkraftwerken. Reinhardt fasste zusammen: „Wir würden solche Kraftwerke auch im Landkreis Lichtenfels begrüßen, unter der Maßgabe einer fachlich abgesicherten und transparenten Standortauswahl als eine entscheidende Grundlage für eine natur- und umweltverträgliche Windenergienutzung.

 

 

Sich wohlfühlen im „gesunden Haus“...Baubiologin Gisela Raab beantwortete Fragen zur Wohngesundheit

Bad Staffelstein. Gesundes sowie energieeffizientes Bauen und Wohnen standen im Mittelpunkt eines Vortrages von Baubiologin Gisela Raab, zu dem Anton Reinhardt, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz, zahlreiche Zuhörer im Heimatmuseum begrüßen konnte.

„Rund 80% seiner Lebenszeit verbringt der moderne Mensch in geschlossenen Räumen. Verständlich, dass wenigstens das eigene Heim der Ort sein soll, an dem man sich regenerieren und erholen kann. Denn was nützt das schönste Haus oder die komfortabelste Wohnung, wenn man sie wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen nicht genießen kann.“, meinte Bauingenieurin Gisela Raab und wies auf den ersten Themenkomplex ihres Referates „Das kranke Haus“ hin. Schadstoffe, wie Formaldehyd, VOC (flüchtige organische Stoffe), Feinstaub und Schimmelsporen seien in vielen Häusern dafür verantwortlich, dass besonders empfindliche Personen erkranken. Verstärkend wirke das sogenannte Fogging, das heißt hohe Schadstoffkonzentrationen in Wohnungen, die zum Beispiel durch krebserregende und allergieauslösende Weichmacher in kunststoffbeschichteten Möbeln, Vinyltapeten und Laminatfußböden freigesetzt werden können. Gisela Raab, die auch als baubiologische Energieberaterin fungiert, forderte Architekten und Entwickler daher auf, schadstofffreie Materialien zu verwenden und neue, möglichst natürliche weiter zu erforschen. Die Industrie biete inzwischen atmungsaktive Produkte an, die Schadstoffe binden und die Belastung von Innenräumen verringern könnten. Dazu gehören zum Beispiel auch traditionelle Baustoffe, wie die lang vernachlässigten Kalk- und Lehmverputze, porosierte Ziegelsteine oder Kalziumsilikatdämmung, aber auch Schafwolle, die sogar Schadstoffe absorbieren könne. Bodenbeläge aus massivem Holz, Kork, Linoleum seien eine gute Alternative zu schadstoffausdünstenden Kunststoffprodukten. Insbesondere bei Innentüren und Fenstern sollte bei der Auswahl massives europäisches Holz mit baubiologisch unbedenklicher Oberflächenbehandlung bevorzugt werden. Hier solle der Verbraucher auf spezielle Baustoffzertifikate achten, wie etwa „nature plus“, „TÜV-Umweltsiegel“ oder „Blauer Engel-schadstoffgeprüft“. Gisela Raab forderte die Bauherren auf, bei ihren Baustoffhändlern öfters nachzufragen, welche Inhaltsstoffe die Baumaterialien enthalten und auch gezielt  baubiologisch unbedenkliche Stoffe auszuwählen. So werde die Industrie schneller auf die Nachfrage reagieren und der Preis für baubiologisch wertvolle Materialien werde spürbar sinken.

Genauso wichtig wie bei der Erstellung eines neuen Hauses sollten auch Überlegungen bei der energetischen Sanierung von Altbauten  vorgenommen werden. Es nütze beispielsweise nicht viel, wenn zwar neue Fenster eingebaut würden, jedoch das Dach und die Fassadendämmung mangelhaft blieben. Gisela Raab empfahl deshalb eine Kriterienliste für nachhaltiges und wohngesundes Bauen. Daraus könnten die Bauherren je nach ihren finanziellen Möglichkeiten die Sanierungsmaßnahmen ihrer Wichtigkeit nach gestaffelt ersehen. Die Hauptkriterien dieser Liste sind jeweils nach einem Punktesystem dargestellt. Bei den umweltfreundlichen Baustoffen könne man beispielsweise 20 Punkte für die Verwendung von heimischem Holz und Dämmung mit natürlichen Baustoffen, wie Flachs, Zellulose, Holzspäne oder Holzfaserplatten erreichen. Für die Ausnutzung der Sonnenenergie durch Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlage werden 40 Punkte angesetzt. Für die Wärmeerzeugung mit regenerativen Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung werden jeweils 30 Punkte vergeben. Die Regenwassernutzung bringt 15 Punkte. Weitere Punkte können beim angenehmen Raumklima, insbesondere in Schlafräumen, erzielt werden und nicht zuletzt berücksichtige die Ökokriterienliste auch die Stärkung der heimischen Region, Betriebe mit Öko-Audit und verdichtetes, flächenschonendes Bauen. Es sollten mindestens 150 Punkte erreicht werden, bei über 200 Punkten könne das Gebäude als nachhaltig und baubiologisch vertretbar betrachtet werden. Beim Bauantrag könne diese Liste eingereicht werden. Ziel sei es, eine Bewusstseinsbildung zu erreichen und die Bauanwärter zu animieren, nachhaltig zu denken und zu bauen. Die Referentin erläuterte anhand vieler praktischer Beispiele, was man als Bauwilliger oder Häusle-Sanierer beachten sollte und wies auf bereits vorzeigbare, positiv konzipierte Wohnobjekte in Lichtenfels, Unterneuses und Bad Staffelstein hin.

In der anschließenden Diskussion beantwortete Gisela Raab zahlreiche Fragen der Zuhörer, wie etwa zur sinnvollen Wärmedämmung bei Fachwerkbauten, unter welchen Bedingungen der Einbau einer Wärmepumpe sinnvoll ist, die Bedeutung richtigen Lüftens der Wohnräume, die Beseitigung von Elektrosmog und die fachgerechte Sanierung der Räume bei Schimmelpilzbefall.

Dass es schon während des Vortrags in einem geschlossenen Raum zu einer erhöhten Kohlendioxidkonzentration kommen kann, zeigte Gisela Raab mit Hilfe eines akustischen Grenzwertmessgerätes, das mit einem Signalton zum Lüften aufforderte. Nach nur wenigen Minuten bei geöffneten Fenstern nahm der lebensnotwendige Sauerstoffgehalt sofort wieder zu. Dieses Gerät sollte nach Meinung etlicher Zuhörer auch in Klassenzimmern eingesetzt werden, um durch gezieltes, stoßweises Lüften die  Konzentrationsfähigkeit der Schüler zu regenerieren.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt bedankte sich bei der Referentin für die interessanten Ausführungen und Tipps mit einem Strauß Sonnenblumen und einem kleinen Präsent.