Widerstand gegen den geplanten Steinbruch bei Kümmersreuth

Das nahe an den Ort (im Hintergrund zu sehen) reichende geplante Steinbruchareal (rechts) im Umfeld des 559 Meter hohen Rotschemel liegt südöstlich von Kümmersreuth, unweit der Staatsstraße St 2204, Richtung Wattendorf.
Die Kümmersreuther wollen gemeinsam gegen die Planung eines neuen Steinbruchs vorgehen und haben eine Bürgerinitiative gegründet. Einstimmig gewählt wurden (von rechts nach links) Schriftführerin Petra Gehringer, 2.Vorsitzende Silvia Messerer, 1.Vorsitzender Michael Sohns, Schatzmeisterin Andrea Gehringer-Häußermann, zu Beisitzern Thomas Jäger, Steffi Freitag, Konrad Gehringer, Thomas Böhmer, Petra Senger und Manfred Renkel; nicht auf dem Foto Beisitzer Florian Lunz.

KÜMMERSREUTH. In dem kleinen Dorf auf dem Jura regt sich großer Widerstand gegen den von der Firma Neupert geplanten neuen Steinbruch. Im vollbesetzten Feuerwehrhaus trafen sich 62 Ortsansässige und gründeten eine Bürgerinitiative (BI) mit dem Namen "KÜRBISS", ausgeschrieben "Kümmersreuth rebelliert - Bürgerinitiative Steinbruchstopp".

Nachdem Unternehmer Hans Neupert am 30.12.2017 einem kleineren Kreis von Bürgern seine Planung mit wenigen spärlichen Informationen ankündigte, aber keinerlei Planunterlagen vorlegte sowie keine Angaben über Größe, Lage des Abbauareals, Abbauvolumen, Abtransport usw. machte, sondern lediglich auf einen voraussichtlich am 3.2.2018 stattfindenden neuen Versammlungstermin hinwies, zeigten sich die Bürger noch mehr besorgt und verunsichert, was da auf sie zukommen könnte, zumal aus verschiedenen Quellen dennoch Informationen durchsickerten:

Das nahe an den Ort reichende, neue Steinbruchareal im Umfeld des 559 Meter hohen Rotschemel liege demnach südöstlich von Kümmersreuth, unweit der Staatsstraße St 2204, Ortsausgang Richtung Wattendorf, von der Straße aus gesehen in östlicher und nördlicher Richtung. Das Abbaugebiet soll bis 350 Meter an den Ort heranreichen, eine Fläche von 22 ha, also etwa so viel wie 32 Fußballfelder umfassen, und eine mögliche Ausbeutungstiefe von etwa 60 Meter. Das Unternehmen wolle viele Jahre lang hochwertiges Steinmaterial, wie Frankendolomit und Werkkalk gewinnen.

Silvia Messerer, die 2. Vorsitzende der BI, warnte eindringlich vor der Umsetzung dieser Pläne: "Eine derartig große Abbaufläche würde zu einer unzumutbaren Belastung der Anwohner führen. Wir hätten insbesondere unter Lärm, Erschütterungen, Staub und Abgasen zu leiden. Für die Gesundheit bilden die auftretenden Feinstaubemissionen eine besondere Gefahr, insbesondere für unsere Kinder und älteren Menschen. Wir müssen alle in unserem Dorf zusammenhalten, dass es nicht so weit kommt!"

Michael Sohns, Vorsitzender der BI, wies auf die verminderte Wohn- und Lebensqualität und der damit einhergehenden Wertminderung der Wohngrundstücke und Häuser der Ortschaft hin: "Es kann doch nicht sein, dass einige wenige zu Lasten vieler Bürger profitieren. Wir werden uns zu wehren wissen!" Schriftführerin Petra Gehringer erinnerte an den Attraktivitätsverlust für den sanften Tourismus, sollte der Gesteinsabbau genehmigt werden, und sagte: "Wir werben auf allen Freizeitmessen für unsere schöne Region. Da ist es doch völlig kontraproduktiv, eine neue, riesige Kraterlandschaft zu erzeugen. Das dürfen wir nicht einfach hinnehmen!"

BN-Kreisgruppenvorsitzender Anton Reinhardt informierte, dass bei den Dimensionen des geplanten Steinbruchareals die Regierung von Oberfranken auf jeden Fall ein Raumordnungsverfahren durchführen müsse, in dem unter anderem auch bestimmte Konfliktbereiche der Planung, z.B. mit den Schutzgütern Boden, Natur, Trinkwasser, Mensch, Klima, Landschaft und Kulturgüter bewertet würden, außerdem sei ein landschaftspflegerischer Begleitplan zu erstellen. Zuständig für die immissionsschutzrechtliche Genehmigung sei in erster Linie das Landratsamt Lichtenfels.

Reinhardt meinte: "Auf der politischen Ebene sollte als nächstes der Stadtrat von Bad Staffelstein ein deutlich ablehnendes Zeichen setzen. Wir dürfen nicht weiter so achtlos mit dem Schutzgut Boden in unserer Heimat umgehen, den Menschen über Jahre hinweg unzumutbare Belastungen aufbürden und unsere Landschaft grob verschandeln. Der Bund Naturschutz ist Träger öffentlicher Belange und lehnt deshalb diesen geplanten Gesteinsabbau strikt ab."

Anton Reinhardt