BN KG Lichtenfels unterstützt in Zeil am Main die Befürworter des "Nationalpark Steigerwald"

Mit zahlreichen Transparenten, Sprechgesängen und Wortbeiträgen warben Naturschützer für einen Nationalpark Steigerwald. Mit von der Partie waren auch BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (links), BN-Delegierter Günther Scheler (Mitte) und Fred Goller (rechts).
(von links ) Der Vorstand des Vereins „Nationalpark Nordsteigerwald“ mit Bernd Weil, Thorsten Weber und Ingrid Michel im Gespräch mit Heimatminister Markus Söder.

ZEIL AM MAIN - LICHTENFELS Unter dem Motto "Heimat stärken mit Nationalpark Steigerwald" versammelten sich etwa hundert Befürworter anlässlich des Besuchs von Heimatminister Markus Söder am Landfrauentag vor der Mehrzweckhalle auf dem Tuchanger des Städtchens.

Gleichzeitig zeigten aber auch etwa dreißig Gegner eines möglichen Nationalparks Präsenz - dazwischen positionierten sich mehrere Polizisten , die jedoch bei der friedlichen Demonstration nicht eingreifen mussten. Da Staatsminister Söder eine Stunde auf sich warten ließ, erweiterte der "Freundeskreis Nationalpark Steigerwald" angesichts des großen Medieninteresses die Demonstration zu einer Kundgebung, bei der leidenschaftlich für den Nationalpark geworben wurde.

Die Lichtenfelser Naturschützer waren mit einer Abordnung aktiv dabei. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt stellte fest: "Keine Schutzkategorie kann den Erhalt und die Wiederherstellung ursprünglicher Natur besser garantieren als ein Nationalpark. Wir müssen wenigstens im Kerngebiet des nördlichen Steigerwaldes, wo es sich überwiegend um Staatswald handelt, Natur einfach einmal Natur sein lassen. Hier gibt es urwüchsige alte Buchenbestände auf großer Fläche, wie sonst kaum mehr im ganzen Land."

BN-Delegierter Günther Scheler hielt ein Plakat mit der Aufforderung an den designierten Ministerpräsidenten in die Höhe: "Lieber Markus, mach´s möglich!"

Fred Goller klagte die übermäßige Profitgier der großen Sägewerksbetreiber an: "Manche dieser Konzerne betreiben nicht nur in Bayern und Österreich Raubbau in den Wäldern, sondern auch auf internationaler Ebene, wie z.B. in den Karpaten oder in den indonesischen und südamerikanischen Regenwäldern. Dem muss Einhalt geboten werden!"

Die Gegner eines Nationalparks, die sich als Verein "Unser Steigerwald" zusammengeschlossen haben, befürchten, dass sie dann nicht mehr ihre Waldbewirtschaftung so wie bisher ausüben könnten, und lehnen deshalb diesen hohen naturschutzfachlichen Schutzstatus ab. Als schließlich Staatsminister Markus Söder eintraf, sangen die Nationalparkbefürworter begeistert nach der Melodie eines bekannten Volksliedes: "Wir sind voller Sorgen um die Wälder von morgen. Herr Söder, bitte sehr, ein Nationalpark muss her!" Doch der Minister äußerte sich eher vorsichtig - er sei ja schließlich noch nicht Ministerpräsident - und bezog sich auf die vorläufig ablehnende Haltung der Staatsregierung zu einem Nationalpark Steigerwald.

Wilhelm Schneider, der Landrat des Landkreises Haßberge, zeigte sich gesprächsbereit und war hoffnungsvoll, mit den Befürwortern und Gegnern des Nationalparks an einem Runden Tisch zu vermitteln, um möglicherweise zu einer einvernehmlichen Lösung in dem jahrelangen Streit zu kommen. Dieses Gesprächsangebot wolle man von Seiten der Befürworter gerne annehmen, war am Schluss zu hören.

Anton Reinhardt


BN KREISGRUPPE LICHTENFELS ERKUNDET DIE BUCHENRIESEN IM STEIGERWALD

Lichtenfels/Obersteinbach im Steigerwald. Anlässlich Ihrer letzten diesjährigen Exkursion im Rahmen der BayernTourNatur erkundeten Naturschützer aus dem Landkreis Lichtenfels den Altbuchenbestand "Kleingengelein" im Steigerwald und somit einen Teil des geplanten Nationalparkressorts.

Schon bei der Anfahrt fielen die kontroversen Plakatierungen der Steigerwaldgemeinden ins Auge: Der Gedanke an einen Nationalpark Steigerwald findet nicht nur Zustimmung. Ludwig Wendler, der Vorsitzende der BN-Ortsgruppe Ebensfeld, der dankenswerterweise kurzfristig den ausgefallenen Führer ersetzte meinte: "Der BN unterstützt die Forderungen nach einem Nationalpark in dieser Region, weil der Steigerwald das anerkanntermaßen für einen Buchenwaldnationalpark am besten geeignete Gebiet Bayerns darstellt."

Davon konnte sich die bunt gemischte Gruppe dann auch überzeugen, als sie sich über den" Pfad der Artenvielfalt" dem Altbuchenbestand "Kleinengelein" näherte. Hier befindet sich einer der ältesten Buchenbestände Deutschlands.

Die mächtigen Bäume sind etwa 40 m hoch und zwischen 250 und 300 Jahre alt. Staunend standen die Naturfreunde vor den Baumriesen und versuchten durch das noch dichte Blätterdach hindurch zu sehen. "Erst wenn einer dieser Riesen umstürzt und somit ein Lichtschacht entsteht, erhalten am Boden liegende Bucheckern genug Licht, um auszutreiben und es beginnt eine neue Buchengeneration heranzuwachsen", erläuterte Ludwig Wendler.

Ute Hauptfleisch, BN-Vorstandsmitglied aus Lichtenfels gab eine Empfehlung: "Wer die Waldabteilung Kleinenglein besuchen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten. Doch dieser "Pfad der Artenvielfalt" ist vor allen Dingen für Familien mit Kindern oder auch für Schulklassen aufgrund der Mitmachelemente und Interaktionen bestens geeignet."

Einstimmig konnte die Gruppe am Ende der Exkursion feststellen: Ein Nationalpark Steigerwald wäre auf jeden Fall wünschenswert. Weitere Infos erhalten Sie durch die Broschüre "Unterwegs zum Nationalpark Steigerwald", erhältlich im Umweltbüro Lichtenfels oder direkt beim Informationsbüro Freundeskreis Nationalpark Steigerwald unter www.pro-nationalpark-steigerwald.de


SIR.

Bildernachlese unserer letzten Steigerwald Exkursion - Bericht folgt!

Pfad der Artenvielfalt bei Obersteinbach im Steigerwald
Riesenbärenklau
Buchenriesen von vier Männern bezwungen
Alle Zwei- und Vierbeiner haben den Rundweg genossen