Tag der Regionen 2016 führt an den Biohof Schulz in Birkach bei Untersiemau

Biobauer Thomas Schulz (3.von rechts) ist stolz auf seinen ökologisch wirtschaftenden Familienbetrieb und führte 20 Exkursionsteilnehmer des Bund Naturschutz am „Tag der Regionen“ durch seinen Bauernhof mit Ackerbau und Milchviehhaltung.

BIRKACH bei Untersiemau. Die nachhaltig ökologische Bewirtschaftung und die Existenzgrundlage eines bäuerlichen Familienbetriebes dauerhaft zu sichern, ist unter den gegenwärtigen Marktbedingungen keine leichte Aufgabe.

Vollerwerbslandwirt Thomas Schulz öffnete anlässlich des „Tags der Regionen“ seine Hoftore für eine Exkursion der Kreisgruppe Lichtenfels des Bund Naturschutz.

Seit 1989 bewirtschaftet er seinen über Generationen gewachsenen Betrieb biologisch nach den „Bioland-Richtlinien“ und avancierte inzwischen zu einem „Demonstrationsbetrieb für ökologischen Landbau“. Die Besucher konnten sich davon überzeugen, dass sich die 67 Kühe – hauptsächlich Braunvieh und fränkisches Fleckvieh - sowie 2 Bullen in dem Laufstall offensichtlich sehr wohl fühlen; denn es ist genügend Platz zum Ausruhen und zur Bewegung für die Tiere vorhanden – sowohl im Inneren des Stalles als auch im Außenbereich.

Biobauer Schulz lässt wissen, dass die Rinder zur Fütterung Kleegras, Heu, Silage und eigenes Futtergetreide bekommen, das ausschließlich auf seiner selbst bewirtschafteten Fläche erzeugt werde.

Diese umfasse 140 Hektar Ackerland und 25 Hektar Grünland. Thomas Schulz hob die Bedeutung des Bodens hervor: „Nachhaltigkeit bedeutet, dass wir zum Beispiel die Fruchtfolge beachten. Bei uns sind das Kleegras, Erbsen, Weizen, Dinkel, Roggen und Kartoffeln. Wer sich für einen echten Biobetrieb entscheidet, sagt gleichzeitig nein zu Gentechnik, Massentierhaltung, chemisch-synthetischen Düngern und Pestiziden. Es werden nur Pflanzenschutzmittel auf Naturstoffbasis eingesetzt; denn unsere Bauern und ihre Partner aus Lebensmittelhandwerk und -herstellung wirtschaften nach strengen Richtlinien. Diese gehen weit über die gesetzlichen Mindeststandards für sogenannte Bio-Lebensmittel nach EG-Öko-Verordnung hinaus.“

Der Biobauer freute sich, dass die Nachfrage der Verbraucher nach Milchprodukten mit höheren Qualität-Standards anhalte und er deshalb seit Jahren von der Einrichtung der „Bio-Schiene“ der Coburger Molkerei in Wiesenfeld profitiere.

Allerdings sei in deren Einzugsbereich auch mittlerweile die Zuliefermenge an Biomilch gedeckelt, da es ansonsten zu einem Preisverfall käme.

Um die Zukunftsfähigkeit des Bauernhofes abzusichern, sei als zweites Standbein der Erlös aus dem Getreideanbau genauso wichtig. Die Getreidepreise wiesen jedoch in den vergangenen Jahren eher eine fallende Tendenz auf. Schulz nannte ein Beispiel: „Im Jahr 1988 bekamen wir für 1 Doppelzentner Roggen 120 DM, heute sind es nur 28 Euro für qualitativ hochwertigen Roggen. Die Preise für Brot, Semmeln und Gebäck sind im gleichen Zeitraum aber um ein Vielfaches angestiegen.Wenn wir unsere Landwirtschaft erhalten wollen, müssen die Erzeuger, also die Landwirte, mehr für ihre Arbeit bekommen, ansonsten wird sich das Höfesterben fortsetzen.“

Nach einer abschließenden Fragerunde mit den Exkursionsteilnehmern bedankte sich BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt für die zweistündige Hofführung bei Thomas Schulz mit einem kleinen Präsent.

 

Anton Reinhardt