1084 Unterschriften bei unserer Petition "Kein Wasserkraftwerk am Main bei Michelau!"

Ein privater Investor plant, ein Kleinwasserkraftwerk am alten Wehr oberhalb Michelaus.

Sowohl der BUND Naturschutz in Bayern. als auch der Landesbund für Vogelschutz, die Mainfischereigemeinschaft Lichtenfels, der Bayerische Kanu Verband und der Ruderverein Lichtenfels lehnen das Bauvorhaben der Wertschmied Group strikt ab!

Anfang Juli überreichten die Verbände die gesammelten Unterschriften an den Landrat Herrn Christian Meißner. Momentan prüft das Landratsamt als zuständige Behörde alle Einwendungen und Erläuterungen, was bis Ende August dauern kann...


Vortrag mit dem BN-Wasserexperten Sebastian Schönauer in Michelau

Noch fließt das sauerstoffreiche Wasser des größten fränkischen Flusses weitgehend ungehindert durch das alte Wehr. Mit dem Bau eines Wasserkraftwerkes würde sich das entscheidend ändern. Der Bund Naturschutz mit Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt, Desiree Schmidt, Ute Hauptfleisch und stellvertretendem BN-Landesvorsitzenden Sebastian Schönauer (von links) sowie Mainfischereigemeinschaft, Bayerischer Kanu-Verband und Lichtenfelser Ruderverein lehnen dieses Projekt vehement ab.

MICHELAU Das von der "Wertschmied-Group" geplante Wasserkraftwerk am Main stößt nicht nur beim Bund Naturschutz auf Ablehnung. Gemeinsam mit der Mainfischereigemeinschaft und dem Bayerischen Kanu-Verband macht man sich bereits Gedanken über mögliche rechtliche Schritte gegen das als sogenannte Kleinwasserkraftanlage eingestufte Projekt.

Es würde inmitten eines Flora-Fauna-Habitats (FFH-Gebiet), und zwar an der Abzweigung des Mühlbaches liegen, am Rande eines Auwaldes mit Hochstaudenflur und typischer bach- und flussuferbegleitender Vegetation. Nicht weit davon entfernt liegt das Naherholungsgebiet Rudufersee mit seinem Naturlehrpfad. Nach einer Ortsbegehung mit dem Vorstand der BN-Kreisgruppe im Umfeld des alten Wehres referierte Sebastian Schönauer, stellvertretender Landesvorsitzender des Bund Naturschutz, im Gasthof Spitzenpfeil über die Nutzung der Wasserkraft aus ökologischer und naturschutzfachlicher Sicht.

Er war sehr angetan von der Dynamik des Maines und erinnerte an die Aussage von Thomas Goppel, dem bayerischen Umweltminister 1996: "Flüsse und Bäche mit ihren natürlichen Überschwemmungsgebieten prägen die Landschaften und sind für die biologische Vernetzung von unschätzbarem Wert. Eine Verbesserung der morphologischen Struktur der europäischen Gewässer ist dringend erforderlich!"

Schönauer kommentierte: "Nach 20 Jahren sieht die Realität leider ganz anders aus: Allein von Bamberg bis zur Mündung des Maines gibt es eine Stauseenlandschaft mit 34 Laufwasserkraftwerken. Eine Studie hat hier belegt, dass von 1 Million abwandernden Aalen nur 507 den Rhein erreichten. Der Abstieg durch die Turbinen ist eine Todesfalle für die Wanderfische!" Die flussabwärts gerichtete Fischwanderung und die dabei zwangsläufige Schädigung durch Kraftwerksrechen und Turbinen erfolgten meist nachts und unter Wasser.

Millionen von Fischen und anderen Wirbellosen gerieten in den Sog oder könnten oft die Umgehungsgerinne gar nicht finden und würden durch den Wasserdruck gegen die Gitter gepresst, durch die Turbinen selbst oder durch die gewaltigen Druckunterschiede verletzt oder getötet. Auch die Fischaufstiegsanlagen seien kaum uneingeschränkt durchgängig. Der Einstieg sei für die Fische oft nicht auffindbar oder es befinde sich zu wenig Restwasser in den Umgehungsgerinnen.

Wasserkraftexperte Schönauer richtete sein Augenmerk nun auf Kleinwasserkraftanlagen mit einer Nennleistung unter 1000 Kilowatt. Davon gebe es in Bayern immerhin 4.024 Stück, die aber nur 1,5 % der Gesamtstromerzeugung lieferten. Noch weniger erzeugten die sogenannten Kleinstwasserkraftanlagen (Leistung unter 100 kW), von denen im Freistaat 3593 in Betrieb seien. Diese hätten einen Anteil von lediglich 0,05 % an der gesamten Stromerzeugung. Schönauer informierte: "Solche Klein- und Kleinstanlagen, zu denen auch das geplante Michelauer Kraftwerk zu zählen ist, werden unverhältnismäßig hoch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) staatlich gefördert, sonst wären sie für Investoren nicht lukrativ. Das Fatale für den Artenschutz ist aber, dass Tausende dieser Klein- und Kleinstwasserkraftwerke tausendemal die Durchgängigkeit für die Fischfauna und die Dynamik unserer Flüsse verschlechtern. Die EEG-Förderung für diese Kraftwerkskategorien ist deshalb zu beenden!"

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt zog einen Vergleich mit der Windkraft und meinte: "Die drei Windräder der Bürger-Energiegenossenschaft in Seubersdorf könnten 75 solcher Kleinstanlagen ersetzen. Außerdem ist das Wasserkraftpotential bereits zu über 90 Prozent ausgeschöpft." In der nachfolgenden Diskussion informierte Peter Zimmermann, Betreiber des Marktzeulner E-Werks Hainzenmühle, dass das Jahrzehnte alte, mit hohem Investitionsaufwand verbesserte, unter Bestandsschutz stehende Wasserkraftwerk an der Rodach nun Strom für 250 Haushalte liefere. Sebastian Schönauer wies darauf hin, dass der ökonomische Nutzen dennoch in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem ökologischen Schaden dieser Kleinwasserkraftwerke stehe und der Bau neuer, derartiger Anlagen eigentlich nicht mehr im öffentlichen Interesse sei.

Die Mehrheit der etwa 30 Anwesenden lehnte das Bauvorhaben in Michelau ab: Dr. Oliver Freiburg, Geschäftsführer der Mainfischereigemeinschaft, befürchtet, dass sich die Durchgängigkeit für die Fische durch das Kraftwerk verschlechtere, vor allem beim Abstieg der Wanderfischarten. Das Gutachten des Investors zeige nur vage Angaben auf, es gehe von einer Mortalität (Todesrate) der Fische von 0 bis 30 % aus.

Peter Fischer, Fachwart für Umwelt und Gewässer beim Bayerischen Kanu-Verband, meinte, dass mit relativ geringem Aufwand die Durchgängigkeit noch weiter verbessert werden könnte, z. B. durch sogenannte rauhe Rampen, mit Hilfe derer man den Höhenunterschied am alten Wehr aufteilen könnte und eventuell sogar Querbauwerke ersetzen könnte.

Wolfgang Dietz, Vorstandsmitglied des Lichtenfelser Rudervereins, wies darauf hin, dass gerade die Jugendlichen die jetzt noch freie, ungehinderte Floßpassage besonders schätzen würden.

Mainfischer Michael Hofmann beurteilte die Aufschüttungshöhe für die Bau- und Erschließungsstraße zu dem geplanten sogenannten "Ökostromwerk Michelau" sehr kritisch, insbesondere bei Hochwasser; denn es seien negative Auswirkungen auf die Hochwasserfreilegungsmaßnahmen zu befürchten.

Pastoralreferent Michael Hönig wies auf das Verschlechterungsverbot in dem weiträumigen FFH- Areal hin. Außerdem forderte er auf Kosten des Investors ein qualifiziertes hydraulisches Gutachten, insbesondere bei Hochwassersituationen.

Dieter Pohl von der Wasserwacht Michelau sorgt sich um die Wasserqualität des in der Bevölkerung beliebten Rudufersees durch den verringerten Wasseraustausch bei erhöhtem Anstau des Maines, sollte es zur Verwirklichung des Wasserkraftwerkes kommen.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt freute sich über die faire, offene Diskussion und bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei dem Referenten Sebastian Schönauer.

 

Noch fließt das sauerstoffreiche Wasser des größten fränkischen Flusses weitgehend ungehindert durch das alte Wehr. Mit dem Bau eines Wasserkraftwerkes würde sich das entscheidend ändern. Der Bund Naturschutz mit Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt, Desiree Schmidt, Ute Hauptfleisch und stellvertretendem BN-Landesvorsitzenden Sebastian Schönauer (von links) sowie Mainfischereigemeinschaft, Bayerischer Kanu-Verband und Lichtenfelser Ruderverein lehnen dieses Projekt vehement ab.

Anton Reinhardt


"Unser Main soll sauber bleiben" am Schönbrunner Biotop

Schönbrunn. Müll gehört nicht in die Landschaft und schon gar nicht in die Flüsse. Das weiß eigentlich jedes Kind.

Trotzdem fanden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Kreisgruppe des BUND Naturschutz in Zusammenarbeit mit den Royal Rangers-Pfadfindern und einer OBA-Gruppe (Offene Behindertenarbeit) aus Lichtenfels bei der gemeinsamen Müll-Sammel-Aktion "Mein Main muss sauber sein" wieder Glasflaschen, Autoreifen, Dosen, Kanister und viel Plastikmaterial; ja sogar ein PKW-Kunststoff-Frontteil und ein Straßenbegrenzungsleuchtpfahl wurden in dem Auwald gefunden.

Im Einsatzgebiet des Schönbrunner Biotops, das eine direkte Verbindung mit dem Main hat, staunte man einerseits über eine riesige Biberburg sowie die reichhaltige Frühlingsflora mit Lerchensporn, Buschwindröschen und Goldsternen, fragte sich aber andererseits, dass es anscheinend noch immer Leute gebe, die ihren Wohlstandsmüll trotz gut funktionierender Müllentsorgung weit ab von Dörfern und Städten in der Landschaft hinterlassen.

"Vor allem Plastik, das über die Flüsse irgendwann in die Meere und Seen gelangt, ist mittlerweile zu einem weltweiten Umweltproblem geworden. Es verschwindet nicht einfach, sondern gelangt letztendlich nach seiner Zersetzung über Fische und Meerestiere, welche die kleinen Partikel fressen, wieder zurück auf unsere Teller", erklärte Anton Reinhardt, Vorsitzender der BN- Kreisgruppe (links). Er bedankte sich besonders bei OBA-Betreuerin Laura Erben (4. von links), Royal-Rangers-Leiter Swen Kratochwil (7. von links), BN-Umweltbüro-Leiterin Sabine Rübensaal (3. von rechts) und schon vorausschauend bei den Kreisbauhofmitarbeitern, die in den nächsten Tagen den gesammelten Müll abtransportieren und fachgerecht entsorgen werden.

Anton Reinhardt

 

BN Ortsgruppe Ebensfeld sammelt 100 kg Müll

In nur 2 Stunden sammelten vier fleißige Helfer der BN-Ortsgruppe Ebensfeld
am Mainufer von der Einstiegsstelle flussabwärts auf einer Strecke von ca. 1,5 Kilometern einen ganzen Anhänger voll Müll (ca. 100 kg, siehe Bild).
Das Sammeln vom Wasser aus musste wegen Erkrankung des Bootsführers verschoben werden, wird aber noch im Laufe des Frühjahrs nachgeholt.

Wolfgang Dietz

Exkursion zur renaturierten Lauter in Bad Staffelstein

Bad Staffelstein. Fließgewässer wie die Lauter zeichnen sich durch ein hohes Maß an Biodiversität aus. Von den Quellbächen, Döberten und Döritzen, bis zur Mündung in den Main existieren vielfältige und vernetzte Lebensräume mit daran angepassten Lebensgemeinschaften. Dies mit den Maßnahmen des Hochwasserschutzes und den Interessen der Anlieger in Einklang zu bringen, war kein leichtes Unterfangen.

 

Während einer dreistündigen Exkursion im Rahmen der Bayern-Tour-Natur, die die

Kreisgruppe des Bund Naturschutz organisierte, erklärte Walter Näher, Landschaftsplaner am Wasserwirtschaftsamt Kronach, wie durch technischen Hochwasserschutz, Geländemodellierungen und wasserbauliche Eingriffe in den letzten Jahren die Gewässerdynamik und die Rückhaltefunktion der Lauter und des Mühlbaches verbessert werden konnte.

Von der Herrgottsmühle ging es flussaufwärts durch den Hain, wo die wasserbaulichen Eingriffe minimiert werden konnten, da dieses Gelände im Laufe der Jahre durch die Flussdynamik weitgehend selbstständig entstand. Walter Näher wies auf den weißblühenden Flutenden Wasserhahnenfuß im rechten Lauterarm hin, der von Laien oft negativ eingestuft werde, da er das Flussbett verkrauten würde. Er betonte: „Pflanzen  wie der der Flutende Hahnenfuß müssen keineswegs ständig entfernt werden, denn sie sorgen dafür, dass die Eintiefung geringer gehalten wird und sich langsam und schneller fließende Bereiche abwechseln. Außerdem sind Insektenlarven und Würmer auf diesen Lebensraum angewiesen. Das ist keinesfalls negativ.“ Die Wasserstände des Mühlbaches (fachlich des rechten Lauterarms) und der Lauter (eigentlich des linken Lauterarms) unterscheiden sich auf dem Weg durch die Innenstadt oft stark und können bei Bedarf deshalb durch Querverbindungen, z. B. Schütze oder kleine Wehre, von Menschenhand reguliert werden. Wolfgang Gerhard aus Bad Staffelstein ergänzte, dass vor den ehemaligen Mühlen, die alle auf einen ausreichenden Wasserzufluss angewiesen waren, Pfostenmarkierungen den jeweiligen Wasserstand angaben und so jeder Müller sein Recht auf genügend Wasser einfordern konnte. Ein komplettes Austrocknen eines Lauterarms wäre auch  heutzutage fatal. In Höhe der Adam-Riese-Halle hat man den Damm erhöht und im Bachbett einzelne große Steine am Wasserrand eingebracht, denn hier ist die Lauter auf eine größeres Stück etwa gleich breit. Exkursionsführer Näher meinte: „Mit solchen „Störsteinen“ wollen wir erreichen, dass das Wasser unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten erhält. Dadurch entstehen kleine Strudel, ungleiche Tiefen, sogenannte Kolke und Furten. Die Gewässerqualität verbessert sich. Gegenüber, am tieferliegenden Mühlbach, nehmen wir in Kauf, dass der Spazierweg auf diesem kurzen Stück bei Hochwasser auch mal überflutet werden kann.“ Die Retentionswirkung der Wiesenstreifen mit Gras und Wiesenblumen sowie bewachsener Ufersäume sei hoch einzuschätzen, da an etlichen Ufern durch Schutzmauern keine Rückhalteräume vorhanden seien, weil dort der direkte Hochwasserschutz der Anwohner gewährleistet sein müsse. Weiter flussaufwärts, zwischen Rotkreuz- und Angerstraßenbrücke entstand durch die Renaturierung ein gefälliges Ensemble aus Ruhezonen, alten Obstbaumbeständen, Trockensteinmauern und Flachwasserzonen, wo leicht mäandrierend die Lauter fließt. Hier konnte man Wasseramseln in Ufernähe und Mehlschwalben in den Lüften beobachten.

Im Oberlauf der beiden Lauterarme haben Eisvögel in den Rohboden-Steilufern ihr Zuhause, die Flussdynamik erzeugte einerseits Abträge andererseits Kiesrampen, dazwischen Flachwasserzonen und kleine Eintiefungen. Solche Bereiche sind ohne großes menschliches Zutun entstanden, der Fluss kann „arbeiten“ und wird sie auch immer wieder leicht verändern.

Hier kann sich auch die Fischfauna ungestört entwickeln.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt hob hervor: „Hier an der Lauter sind die Renaturierungsmaßnahmen  im Einklang mit der Natur und unter Beachtung des Hochwasserschutzes gelungen. Es ist ein großes Verdienst aller Beteiligten, eine naturschutzfachliche Aufwertung der Flusslandschaft zum Wohle der einheimischen Bevölkerung und der zahlreichen Urlaubsgäste erreicht zu haben.“

Reinhardt bedankte sich für die vielen interessanten Informationen mit einem kleinen Geschenk bei Walter Näher.

Lebensraum für Fischadler und Nachtreiher

Röhricht als Refugium: Feuchtgebiet mit Auwaldresten, Schilf und Wasserlilien an einer Flachwasserzone des Brückenhausees nahe des Mains südlich von Baunach. Durch Initialpflanzungen von Röhricht in verschieden modellierten Uferbereichen von einigen Gewässern im Umfeld des Mains, versuchte man artenreichere Strukturen zu schaffen - mit Erfolg.
Zurück zur Natur: Die Eröffnung des Naturerlebnisweges um den Rudufersee mit der Pflanzung einer Schwarzpappel im Jahre 2013, einer Maßnahme im Zuge des LIFE-Naturprojektes bei Michelau mit BN-Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt, Diplombiologin Andrea Musiol, Abteilungsleiter Anton Fleischmann vom Landratsam Lichtenfels, Landrat Christian Meißner, dem Michelauer Bürgermeister Helmut Fischer und Kindern von der Volksschule an der Göritze (v.re.)

LICHTENFELS. Naturnahe Auen durch behutsame Eingriffe, Geländemodellierungen und Initialpflanzungen zu schaffen, wo einst nur Kiesabbau stattfand.

Die Planer hatten das Ziel vor Augen: Vielfältige Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt und Steigerung der Lebensqualität für den Menschen. Durch das LIFE-Natur-Projekt versuchte man erfolgreich, allen Naturliebhabern und Bewohnern am oberen Main ein Stück lebendige Natur zurückzugeben. Fünf Jahre ist es nun her, als der Startschuss für das LIFE-Natur-Projekt Oberes Maintal in den Landkreisen Bamberg und Lichtenfels erfolgte.

Viel wurde in den letzten Jahren erreicht und der BN ist als Projektpartner aktiv und finanziell an der Umsetzung vieler Maßnahmen beteiligt gewesen. Der Projektträger ist das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Die Finanzierung umfasst ein Gesamtvolumen von beachtlichen 2,22 Mio. €. Die Hälfte davon übernimmt die Europäische Union, den Rest übernehmen die Landkreise Lichtenfels und Bamberg, Oberfrankenstiftung, Bayerischer Naturschutzfonds, Umweltministerium sowie Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz Die breite Aue des Oberen Maintals ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes "Natura 2000".

Sie ist ein hochwertiger Lebensraum für viele seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Vor allem zahlreiche Vogelarten finden hier Brut-, Nahrungs-, und Rastplätze. Wertvolle Lebensräume sind neben dem Main, einem sogenannten Gewässer erster Ordnung, vor allem artenreiche Wiesen, Auwälder, Altmainarme, Tümpel und einige naturnah gestaltete Baggerseen.

Vor allem letztere sind Gegenstand vieler Maßnahmen des LIFE-Natur-Projektes gewesen; denn der Kiesabbau hat über Jahrzehnte etliche Areale des Maintales geprägt. Leider haben aber viele, vor allem ältere Baggerseen, steile Ufer und weisen so kaum Verlandungszonen mit den für den Naturschutz so wertvollen Röhrichtgürteln auf. Auch Altwässer oder flache Wiesenmulden sind aufgrund des Kiesabbaus und anderer Infrastrukturmaßnahmen deutlich zurückgegangen. So stand die Anlage von neuen Flachwasser- und Röhrichtzonen im Uferbereich der Baggerseen, Altwässer und Wiesenmulden im Mittelpunkt der Maßnahmen. Hierfür wurden im Projektgebiet zwischen der Regnitzmündung bei Hallstadt mainaufwärts bis Theisau bei Burgkunstadt bisher über 30 ha Baggerseen und 10 ha landwirtschaftliche Nutzflächen für die Zwecke des Projektes angekauft. In diesen Flächen wurden ca. 17 ha Flachwasserzonen, 8 ha Altwässer und 7 ha wechselfeuchte Mulden geschaffen und damit der Biotopverbund im Maintal erheblich verbessert.

Ergänzt wurden die naturnahen Biotopflächen durch 5 Nistfloße in den Baggerseen, die vor allem für Flussseeschwalbe und Flussregenpfeifer geschaffen wurden, sowie durch 5 freistehende Nisthilfen und 6 Großvogelnisthilfen in Bäumen. Hier sollen nun Weiß- und Schwarzstorch sowie der Fischadler geeignete Brutplätze finden. Neben den Naturschutzmaßnahmen wurde das Projekt auch durch zahlreiche Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

So wurden 2 Aussichtstürme geschaffen, von denen aus man reizvolle Einblicke in naturnahe Teilbereiche des Maintales genießen kann, wie etwa in die neu geschaffene Mainschleife bei Unterbrunn nahe Ebensfeld oder bei Dörfleins nahe Hallstadt. Kleinere Vogelbeobachtungseinrichtungen, Infopunkte und Naturerlebniswege, so etwa um den Rudufersee bei Michelau oder der Fuchsenwiese südlich von Baunach, runden das Angebot an Informationseinrichtungen im Projektgebiet ab.

Der Bund Naturschutz hat sich neben der regelmäßigen Mitwirkung bei über 20 Sitzungen der Projektsteuergruppe vor allem durch Führungen und Exkursionen sowie bei praktischen Aktionen, wie der Pflanzung von Schilfröhricht und bei der Aufstellung von Nistfloßen und Nistbäumen aktiv beteiligt.

Anton Reinhardt


Weltwassertag 2014

Aktionen zum Weltwassertag

Preisverleihung anlässlich des Weltwassertages 2014

 

Groß war die Freude bei den Schülerinnen und Schülern der Grundschule am Markt und in Seubelsdorf, als sie ihre Preise für die Teilnahme am Gewinnspiel anlässlich des Weltwassertages 2014 in Empfang nehmen konnten.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (links) wies darauf hin, dass ein sauberes, wohlschmeckendes Trinkwasser, wie wir es hier im Landkreis Lichtenfels genießen können, nicht selbstverständlich sei. Der Schutz der heimischen Trinkwasserquellen sei deshalb von herausragender Bedeutung. Diese Gedanken hatten die Schüler durch ihre Exkursion zum Hochbehälter der Stadtwerke am Klentsch vor ein paar Wochen offenbar gut verstanden, denn die Wiederholungsfragen des Quiz wurden allesamt richtig beantwortet. Schulleiterin Gertrud Tischer (1.Bild rechts) und Sandra Hornfischer (1.Bild /3. von links),  Klassenlehrerin der 4a an der Grundschule Am Markt, ergänzten, dass das Thema Wasser ein wichtiger Baustein in der Umwelterziehung der Schulkinder sei. Manfred  Gunzelmann, Klassenleiter der 4b (2.Bild rechts) an der Seubelsdorfer Grundschule, möchte das Thema im Unterricht weiter vertiefen.

Die Schülerinnen und Schüler probierten gleich das frische Trinkwasser aus dem Wasserhahn und freuten sich über die praktischen Brotzeitdosen, die von der Firma Lipfert aus Lichtenfels gespendet wurden. Außerdem erhielten sie Freikarten für das Merania-Hallenbad, die von der Stadt gestiftet wurden.  

Anton Reinhardt