Andacht am Franziskusmarterl zwischen Nedensdorf und Wiesen

Gemeinsam mit Klaus Stürmer von der Bürgerinitiative "Verantwortungsvolle Bürger im Banzgau", BN-Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt, Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein und Pastoralreferent Josef Ellner von der katholischen Pfarrei (von links nach rechts) beteten und sangen etliche Bürger am Franziskusmarterl für den Erhalt der Schöpfung.

Wiesen-Nedensdorf .Am diesjährigen Franziskustag trafen sich Bürger aus der Umgebung auf Einladung der Kreisgruppe des Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative "Verantwortungsvolle Bürger im Banzgau" am Franziskusmarterl nahe dem Tunneleingang Eierberge der ICE-Neubaustrecke Nürnberg - Erfurt, um gemeinsam für den Erhalt der Schöpfung zu beten und zu singen.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt erinnerte zu Beginn der ökumenischen Mahnandacht an deren mittlerweile über 20 Jahre währende Tradition und wies in diesem Zusammenhang auf das Ausmaß der Umweltzerstörungen durch die ICE-Trasse hin: "Wir stehen hier an einem bedeutsamen Punkt des VDE Nr. 8.1 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit), wo ein gewaltiges Gewerk dem anderen folgt: Diagonale Zerschneidung des Maintals durch Brücken und Dämme - Tunnel Eierberge - Brücke - Tunnel Kulch - Brücke - Tunnel Lichtenholz - Brücke - ... 22 Tunnel und 29 Talbrücken wurden zwischen Ebensfeld und Erfurt aus dem Boden gestampft. Wenn die Regierenden gemeinsam mit den an den Schalthebeln der Macht stehenden Lobbyisten weiter so mit der nicht vermehrbaren Ressource Boden umgehen, laufen wir Gefahr, im wahrsten Sinne des Wortes den Boden, die Lebensgrundlage für unsere Ernährung und Trinkwasser, unter den Füßen zu verlieren!"

Nun zeige sich immer deutlicher, dass das mit 10 Milliarden Euro teuerste Bahnprojekt Europas stark unterfinanziert sei. Reinhardt mahnte: "Statt mit Spitzengeschwindigkeiten durch die Landschaft zu rasen, müsste die dringende Sanierung und Ertüchtigung des gesamten Bahnnetzes in Angriff genommen werden.

Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe, schallgedämpfte Güterzüge und mehr Lärmschutz für die Anwohner, komfortables Reisen, niedrige Fahrpreise, Beseitigung des Tarifwirrwarrs und bessere Vertaktung der Verkehrsträger sind für eine bürgerfreundliche Bahn unverzichtbare Attribute."

Nach dem unter der musikalischen Begleitung von Klaus Stürmer von der Bürgerinitiative "Verantwortungsvolle Bürger des Banzgaues" gemeinsam gesungenen "Laudato si" zu Ehren des Heiligen Franziskus forderte Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein in ihrer Ansprache mehr Besonnenheit und Rücksichtnahme der Verantwortlichen: "Verhindern konnten wir dieses Großprojekt nicht. Dennoch versammeln wir uns in diesem Jahre wieder an diesem denkwürdigen Platz. Das Mahnen ist ja mit dem Bau dieser Trasse nicht sinnlos geworden.

Es ist bedrückend, zu sehen, wie sehr die Natur immer mehr zurückgedrängt wird. Das Thema Bewahrung der Schöpfung gilt es weiter hineinzutragen ins Bewusstsein der Menschen. Der heilige Franziskus hat uns vorgelebt, dass nicht Geld erfüllt und froh macht, sondern die Nächstenliebe und das Verbundensein mit Gottes Schöpfung."

Nach dem Lied "Menschenkinder auf Gottes Erde sind zum Schutze bestellt" ergriff Pastoralreferent Josef Ellner von der katholischen Pfarrei das Wort und nahm Bezug auf die sogenannten Anliegenbücher, in die Pilger und Wanderer in der Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg ihre Bewunderung, aber auch ihre Sorgen und Nöte schriftlich zum Ausdruck brachten; so etwa: "Von hier oben schaut alles schön klein und putzig aus...wie bei einer Modelleisenbahnanlage".

Ein anderer schrieb: "Die Menschheit möge aus den Zeichen (Tunnelbauten, Brückenbauwerke, Umweltzerstörung, Profitgier) lernen, umzuschalten und jeder Einzelne seinen Beitrag zu einer Änderung leisten!". Josef Ellner erzählte von seinen positiven Erfahrungen, die er während seiner Wanderungen nach Assisi und Santiago de Compostela gemacht habe: "Als Pilger braucht man geistige Nahrung. Mein Begleiter in diesen Tagen war neben den Psalmen natürlich auch der Sonnengesang von Bruder Franz. Zig mal habe ich ihn gelesen, gebetet, alleine und mit anderen. Diese Steilvorlage im Empfinden des Hl. Franziskus, alles in der Natur als Bruder und Schwester anzunehmen - mehr noch, es unendlich wertzuschätzen, war für mich besonders hilfreich."

Gemeinsam beteten die Anwesenden im Wechsel mit den Geistlichen den Sonnengesang und sangen das Lied "Herr gib uns Deinen Frieden!" Anton Reinhardt bedankte sich für das ausdauernde, friedliche Engagement zum Erhalt der Schöpfung.

Anton Reinhardt


Feuchter, aber erfolgreicher Nassanger-Pflegeeinsatz mit zahlreichen Helfern!

Junge Leute von der Offenen Behindertenarbeit halfen bei den Mäh- und Räumarbeiten auf dem naturschutzfachlich wertvollen Nassangerbiotop mit, um den Lebensraum seltener Vogelarten zu erhalten. BN- Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (links), und Betreuerin der OBA Bamberg, Antonia Deckwart (mittig, erste Reihe), sowie einige weitere auptfleischH Mitglieder des Bund Naturschutz und Betreuer freuten sich über den großen Arbeitseifer der freiwilligen Helfer.

TRIEB Damit die Lebensräume vieler vom Aussterben bedrohter Vogelarten auf Dauer erhalten oder sogar noch verbessert werden, nahmen aktive BN-Mitglieder sowie junge Erwachsene von der OBA-Gruppe Bamberg (Offene Behindertenarbeit) umfangreiche Pflegemaßnahmen auf dem Vogelschutzgebiet am Nassanger vor.

Mit dem Balkenmäher wurden wieder offene, auch zur Beobachtung geeignete Teilbereiche freigehalten. Mit viel Elan ging man trotz widriger Witterungsbedingungen auf dem für seltene Vogelarten bedeutsamen Gelände zu Werke. Viel Zeit zum Beobachten war allerdings nicht, da große Mengen Grüngut in dreistündiger, schweißtreibender Handarbeit zusammengerecht und mit Schubkarren abtransportiert werden mussten; denn die betroffene Teilfläche liegt im ufernahen Bereich eines großen Teiches, wo viele, zum Teil seltene Wasservögel gute Lebensbedingungen vorfinden.

Tatkräftig mit dabei waren Antonia Deckwart und weitere Betreuerinnen der OBA-Gruppe Bamberg. Sie freuten sich besonders über den Arbeitseifer der jungen Leute, die sich in ihrer Obhut befanden.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt ließ wissen, dass dieses Areal als SPA (Special Protection Area) von der Europäischen Union eingestuft worden sei und damit einen wichtigen "biologischen Trittstein" des Obermaintales darstelle, außerdem gehöre es auch zum "LIFE-Naturprojekt Oberes Maintal", bei dem sich der BN von Anfang an aktiv und finanziell beteiligte.

Er bedankte sich herzlich bei den fleißigen Helfern. Bei einem vegetarischen Mittagsmahl fachsimpelte man nach getaner Arbeit noch in gemütlicher Runde. 

Anton Reinhardt


Presseartikell zur Infoveranstaltung der BN Kreisgruppe Lichtenfels über die geplante NordOstSpange der Stadt Bad Staffelstein


BN Kreisgruppe Lichtenfels schließt mit der Jahresmitgliederversammlung das Vereinsjahr 2016 erfolgreich ab

Der Bund Naturschutz zeigte eine Vielfalt von Aktivitäten auf, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Für ihre 20-jährige treue Mitgliedschaft wurden Hanna Simon, Rosa Stangl, Ute Hauptfleisch (1.bis 3.von links), Dieter Lassonczyk (5.von links) und Dieter Fischer (rechts) mit dem bronzenen Abzeichen und Ruth Bock (2.von rechts) mit dem silbernen Abzeichen des BN durch Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt (Mitte) geehrt.
Ulla Reck und Günter Ultsch warben mit ihrem Lichtbildervortrag und einem Bildband für den Steigerwald als den ersten fränkischen Nationalpark. Die Fotos zeigen das Rotkehlchen und ein Pärchen des Großen Goldkäfers.

LICHTENFELS "Der Bund Naturschutz wird weiterhin alles tun, um den Erhalt der Biodiversität, also die Vielfalt von Pflanzen, Tieren, Lebensräumen und auch Genen, zu sichern. Das ist ein Ausdruck des Gesundheitszustandes unseres Planeten Erde. Einen winzigen, aber nicht unwichtigen Teil tragen auch wir hier, in unserer Heimat am Obermain, dazu bei - mit unserer Grundeinstellung, mit unserem Denken und Handeln."

Mit diesem Credo leitete BN-Kreisgruppenvorsitzender Anton Reinhardt seinen Bericht zur Jahreshauptversammlung ein und versuchte, den Mitgliedern Mut zu machen, um sich weiter aktiv für die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu engagieren. Die aktuelle Rote Liste der Weltnaturschutzunion weise etwa 24 000 Tier- und Pflanzenarten als gefährdet aus. Allein in Deutschland seien 30 Prozent der erfassten Arten in ihrem Bestand gefährdet. Reptilien und Insekten treffe es am stärksten; doch auch heimische Brutvögel gehören zu den Verlierern - drei von vier Offenlandarten haben gravierende Probleme, zu überleben.

Um den vielfältigen Ursachen dieser Fehlentwicklung entgegenzuwirken, stellte Reinhardt die Bedeutung des Bodens besonders heraus: "Natürliche Böden sind nicht nur für Pflanzen und Tiere die Lebensgrundlage, sondern für uns Menschen selbst. Mutter Erde sorgt für unsere Ernährung und sauberes Trinkwasser."

Dazu passe überhaupt nicht, dass wir allein in Bayern pro Tag über 13 Hektar Boden, also etwa 19 Fußballfelder für Straßen, Gewerbe- und Siedlungsgebiete überbauen. Diesen hohen Flächenverbrauch werde der BN weiter anprangern. Als Beispiele nannte der Vorsitzende die Verkehrsprojekte und mahnte: "Wir brauchen keine neue Straße von Weismain über den Jura zur Autobahn A 70. Das bestehende überörtliche Straßensystem reicht völlig aus. Die Kelbachgrund-Anbindung an die A 73 kann wesentlich kürzer und flächensparender realisiert werden. Die Nordost-Spange bei Bad Staffelstein ist überflüssig; denn über die bereits vorhandenen Autobahnanschlüsse erreicht man die Fahrziele der Gewerbegebiete und des Kurbereiches völlig ausreichend. Der Ausbau der B 173-neu von Lichtenfels-Ost bis Kronach-Süd kann bei der prognostizierten Verkehrsmenge als dreistreifiger Querschnitt wesentlich flächenschonender verwirklicht werden."

Dass die Ressource Boden weiterhin die Grundlage für eine gesunde, vielfältige Ernährung bleiben kann, obliegt weitgehend der verantwortungsbewussten Wirtschaftsweise unserer Landwirte. Die Leistungen der Bauern, die sie für eine intakte Umwelt und die Erhaltung unserer Kulturlandschaft erbringen, müssten stärker belohnt werden.

Nicht transparente, "großindustrielle Agrarfabriken" lehne man ab. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft mit einer "auskömmlichen Einkommensperspektive" stehe im Vordergrund. Der BN werde deshalb weiter versuchen, mit den Vertretern der Landwirtschaft im Gespräch zu bleiben.

Im Themenfeld Umweltbildung werde der Bund Naturschutz seine erworbenen naturschutzfachlich wertvollen Grundstücke für Exkursionen gerne bereitstellen, wie etwa ins Schneybachtal. Das Naturprojekt mit der Offenen Ganztagsschule an der Herzog-Otto-Mittelschule soll weitergeführt werden. Außerdem werde man gezielte Pflegeeinsätze organisieren, um insbesondere Jugendliche für besonders schützenswerte Strukturen zu sensibilisieren, wie etwa die aufwändige Heckenpflege oder Grasmäharbeiten auf dem Nassangerareal.

Erfreulich sei, dass der Bund Naturschutz in der Verfolgung seiner Ziele seinen Mitgliederstand in der Kreisgruppe auf etwa 920 Mitglieder stabilisieren konnte. Im Kassenbericht brachte Schatzmeisterin Elfriede Fischer zum Ausdruck, dass der BN sich ausschließlich aus Mitglieds- und Förderbeiträgen finanziere. Damit sei die Unabhängigkeit von Parteien und Sponsorfirmen gewährleistet.

Der Dank galt den Helfern bei der Haus- und Straßensammlung sowie den Spendern für den Grundstückerwerb. Fischer wurde durch Kassenprüfer Josef Merklein eine tadellose Buchführung bescheinigt. Die gesamte Vorstandschaft erhielt einstimmig Entlastung. Für ihre 20-jährige treue Mitgliedschaft wurden Hanna Simon, Rosa Stangl, Ute Hauptfleisch, Dieter Lassonczyk und Dieter Fischer mit dem bronzenen Abzeichen und Ruth Bock für 30-jährige Mitgliedschaft mit dem silbernen Abzeichen des BN geehrt.

Im Mittelpunkt des anschließenden Referats von Ulla Reck standen die Rotbuchenwälder des Steigerwaldes, den der Bund Naturschutz nach wie vor für die Errichtung eines Nationalparks favorisiere. Deutschland trage eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Buchenwälder; denn unser Land habe immerhin ein Viertel der weltweiten Bestände aufzuweisen.

Die Natur- und Landschaftspflegerin meinte: "Gerade im Steigerwald gibt es etliche urwüchsige Buchenareale, in denen viele Bäume älter als 160 Jahre sind und dadurch eine besonders hohe Artenvielfalt aufweisen."

Naturführer Günter Oltsch hat im Auftrag des BN ein 800 Hektar großes Areal in der Waldabteilung "Hoher Buchener Wald" kartiert und eine immense Biodiversität festgestellt. Etwa 18 000 Hektar im nördlichen Teil des Steigerwalds eigneten sich besonders gut als Kernzone eines Nationalparks; der größte Teil davon liege im Staatswald.

Ulla Reck ließ wissen, dass der Status Nationalpark entscheidende Vorteile habe: "Das strukturschwache Gebiet würde aufgewertet. Allein der Tourismus wird doppelt so viele Vollzeitarbeitsplätze schaffen wie ein Staatsforstbetrieb.

Ein Nationalpark steht bekanntermaßen als Markenzeichen für Erholung und unberührte Natur. Zusätzliche Anreize bietet die einmalige Kombinationsmöglichkeit mit den nahe gelegenen gut besuchten Weltkulturerbe-Städten Bamberg und Würzburg." Anton Reinhardt kündigte für den Spätherbst eine Exkursion in den Steigerwald an und bedankte sich bei Ulla Reck und Günter Ultsch mit kleinen Präsenten.

Anton Reinhardt


Müllsammelaktion am Schönbrunner Biotop ein voller Erfolg

Schönbrunn. Müll gehört nicht in die Landschaft und schon gar nicht ins "Flussparadies Franken" entlang des Mains. Das weiß eigentlich jeder Naturliebende. Trotzdem fanden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Kreisgruppe des BUND Naturschutz in Zusammenarbeit mit den "Royal Rangers"-Pfadfindern und der OBA-Gruppe (Offene Behindertenarbeit) aus Bamberg bei der gemeinsamen Müll-Sammel-Aktion "Mein Main muss sauber sein" wieder Glasflaschen, Autoreifen, Dosen, Kanister und viel Plastikmaterial; ja sogar ein 17 Meter langes, völlig verzogenes Polyethlenrohr und ein Straßenbegrenzungsleuchtpfahl wurden in dem Auwald gefunden.

Im Einsatzgebiet des Schönbrunner Biotops, das eine direkte Verbindung mit dem Main hat, staunte man einerseits über eine riesige Biberburg sowie die reichhaltige Frühlingsflora mit Huflattich, Lerchensporn, Buschwindröschen und Goldsternen, fragte sich aber andererseits, dass es anscheinend noch immer Leute gebe, die ihren Wohlstandsmüll trotz gut funktionierender Müllentsorgung weit ab von Dörfern und Städten in der Landschaft hinterlassen.

"Vor allem Plastik, das über die Flüsse irgendwann in die Meere und Seen gelangt, ist mittlerweile zu einem weltweiten Umweltproblem geworden. Es verschwindet nicht einfach, sondern gelangt letztendlich nach seiner Zersetzung über Fische und Meerestiere, welche die kleinen Partikel fressen, wieder über die Nahrungskette zurück auf unsere Teller", erklärte Anton Reinhardt, Vorsitzender der BN- Kreisgruppe (2.von rechts).

Er bedankte sich besonders bei OBA-Betreuerin Anja Konzelmann (10. von links), Royal-Rangers-Leiter Klaus Gehringer (2.von links) und bei Peter Metzger (nicht auf dem Foto), der mit seinen Kreisbauhofmitarbeitern in den nächsten Tagen den gesammelten Müll abtransportieren und fachgerecht entsorgen wird.

Anton Reinhardt

 


Filmvorführung "Thank you for calling" ein voller Erfolg!

Lichtenfels. Damit hatten weder die Veranstalter noch die "Neue Filmbühne Lichtenfels" gerechnet: Unlängst luden der BUND Naturschutz in Lichtenfels sowie die BI´s für einen vorsorgeorientierten und strahlungsreduzierten Mobilfunk Altenkunstadt und Lichtenfels zu einer Vorführung des Dokumentarfilmes "Thank you for calling" ein und wurden vom Besucherandrang schlichtweg überrollt.

Nachdem die geplante Vorstellung schnell ausverkauft war, wurde dankenswerter Weise von der Geschäftsführung des Kinos noch eine zweite Darbietung im Anschluss gezeigt, zu der sich zusätzlich nochmals etliche Besucher einfanden. "Wenn wir schon den Weg aus Bamberg auf uns nehmen, dann muss es sich doch auch lohnen - da warten wir dann gerne!", ließ eine Interessierte im Foyer des Kinos verlauten. Und hat es sich denn auch gelohnt? Einstimmiges Kopfnicken der Anwesenden, die immerhin eineinhalb Stunden bis zur zweiten Vorführung ausharrten. "

Die Dokumentation deckt auf erschreckende Art und Weise auf, wie Industriegiganten mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen umgehen, die eventuell massive Geschäftseinbußen für sie hervorrufen könnten.", fasste Ute Hauptfleisch von der BN-Ortsgruppe Lichtenfels zusammen.

Dem Zuschauer eröffnete sich eine Welt mit Fakten, Zahlen, Werten aus der aktuellen Forschung zu einem brisanten Thema: Können Handystrahlungen gesundheitsschädigende Langzeitfolgen hervorrufen? Hochrangige Wissenschaftler aus verschiedensten Ländern kamen zu Wort, bejahten dies und schilderten die Auswirkungen, die Ihre Forschungsergebnisse auf ihre beruflichen Karrieren und privaten Bereiche hatten; denn diese Ergebnisse ließen die Alarmglocken bei den Handy-Industrie -Giganten läuten, was bittere Konsequenzen für so manchen Spitzenwissenschaftler zur Folge hatte.

"Zwar kann man nicht behaupten, Handygebrauch verursache generell Krebs - aber auch das Gegenteil lässt sich nicht beweisen. Festhalten lässt sich jedoch, dass bei fast allen Tests genetische Veränderungen der DNA auszumachen waren und dass sich die Folgeerscheinungen auf die Mutation des Zellwachstums erst in 20-30 Jahren zum Teil erheblich auswirken können.", erläuterte Anton Reinhardt, BN-Kreisgruppenvorsitzender.

Der dringende Aufruf des Bund Naturschutz an die Politik lautet daher, das Vorsorgeprinzip unbedingt einzuhalten, die zulässigen Mobilfunkgrenzwerte erheblich zu senken und die Industrie strenger in die Pflicht zu nehmen, alles daranzusetzen, das Strahlungsverhalten mobiler Geräte drastisch zu minimieren. Ludwig Wendler, BN-Ortsgruppenvorsitzender aus Ebensfeld, wies auf den besonderen Schutz der Kinder und Jugendlichen hin: "Der kindliche Organismus reagiert grundsätzlich empfindlicher auf die Strahlung von Babyphonen, DECT-Schnurlostelefonen, Handys und Mobilfunkantennen. Das kam in dem Film deutlich zum Ausdruck. Deshalb sollten wir als Eltern unser besonderes Augenmerk auf ein möglichst strahlungsarmes Zuhause richten." Kritik kam von einer Besucherin: "Na ja, vieles hat man eigentlich geahnt und jetzt weiß man es; doch wie man sich durch einen sorgfältigeren Umgang bei der Handynutzung schon jetzt als Verbraucher schützen kann, davon wurde in dem Film leider zu wenig berichtet."

Bund Naturschutz und Bürgerinitiative hatten in "weiser Voraussicht" im Kinovorraum zahlreiche verschiedene Flyer mit praktischen Tipps zum vernünftigen Umgang mit Mobilfunk ausgelegt, die von den Kinobesuchern gerne angenommen wurden.

Dietmar Schuberth, einer der beiden Sprecher der BI "Mobilfunkstandort Altenkunstadt", äußerte sich im Gespräch mit einigen Kinobesuchern wie folgt: "Aus meiner Sicht ist die gesundheitsschädigende Wirkung elektromagnetischer Strahlung durch die Nutzung von Smartphones und Co. durch einige hundert wissenschaftliche Studien ausreichend nachgewiesen. In der Verantwortung sehe ich insbesondere die Politik; sie sollte kabelgebundenen Lösungen gegenüber funkgestützten Techniken den Vorzug geben. Aber auch Schul- und Kindergartenleitungen und natürlich auch die Erziehungsberechtigten sollten alles tun, um Kinder vor überhöhter elektromagnetischer Strahlung zu schützen.

In diesem Zusammenhang sollte auch auf die Installation von stark strahlenden WLAN verzichtet werden. Ignoranz bezüglich der aktuellen Studienlage, muss dringend der Übernahme von Verantwortung weichen. Es muss wieder ins Bewusstsein der Erwachsenen gerufen werden, dass ein Mobilfunkgerät kein Spielzeug ist. Diesbezüglich haben wir eine hohe Vorbildfunktion." Anton Reinhardt bedankte sich besonders bei den Aktiven der Bürgerinitiativen von Altenkunstadt und Lichtenfels, die sich seit Jahren erfolgreich für ein vorsorgeorientiertes Standortkonzept der Mobilfunkmasten und eine Strahlungsminimierung für die Bevölkerung in ihren Kommunen engagierten.

Anton Reinhardt

 

 


Am Franziskustag für den Erhalt der Schöpfung gebetet

Zur alljährlichen Andacht für den Erhalt der Schöpfung traf sich auch am diesjährigen Franziskustag eine kleine Schar Naturfreunde am Franziskusmarterl zwischen Wiesen und Nedensdorf.

Der BN-Ortsgruppenvorsitzenden Ludwig Wendler aus Ebensfeld (Bildmitte) zeigte sich trotz der immensen Einschnitte der ICE Trasse in die Region am Obermain vorsichtig optimistisch. Die jüngste Entscheidung der Deutschen Bahn AG, von der Devise "immer schneller, immer schneller" wegzukommen und die Höchstgeschwindigkeit des neuen ICE IV auf 250 km/h festzusetzen wertete er als gutes Zeichen. "Ich hoffe, dies als Beginn eines Umdenkens werten zu dürfen - hin, zur Minimierung des Energieverbrauches auch im modernen Verkehrswesen.", erläuterte Wendler.

Die Naturfreunde, die sich u.a. aus Nedensdorf, Romansthal und Lichtenfels eingefunden hatten, wurden von Pfarrer Matthias Hagen (2. von rechts) mit den Worten begrüßt: "Wo zwei oder drei in Jesus Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen - das macht Mut!"

In seiner Predigt verwies er auf die neue Krankheit "Selbstverständlichkeit" hin.

"Diese Selbstverständlichkeit, die alles schneller, höher, größer werden lässt, macht uns krank und lässt gerade auch angesichts wirtschaftlicher oder umweltspezifischer Prognosen Zweifel aufkommen." Als Gegenmittel führte er das bewusste Wahrnehmen an - weg von der Geschwindigkeit, hin zum Staunen und Genießen!

"Ein sensibler Umgang mit und ein dauerhafter Einsatz für die Natur aus Ehrfurcht vor Gott und tiefer Dankbarkeit für das, was wir verwalten dürfen - mag dieser Aufruf des Heiligen Franziskus auch Jahrhunderte alt sein: für die Arbeit des BUND Naturschutz in unserer Region ist er aktuell wie eh und je!", ergänzte der Lichtenfelser BN-Ortsgruppenvorsitzende Günter Lutz.

Vor allem "Gesegnet sein" wünschte der evangelische Geistliche Hagen zum Abschluss den Anwesenden, "damit wir andere Menschen davon überzeugen können, das zu tun, was auf Dauer nachhaltig und wirklich gut für Mensch, Tier und Pflanze ist". Mit einigen von der Gitarre begleiteten Liedern und dem Friedensgebet des Heiligen Franziskus wurde diese Mut machende Andacht abgerundet.

 


Die Moritzkappel "erstrahlt in neuem alten Glanz"...

Die frisch renovierte Moritzkappel lädt wieder Wanderer und Wallfahrer zu stillem Verweilen und Gebet ein. Darüber freuten sich gemeinsam mit zahlreichen Gläubigen Restaurator Clemens Muth, Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer, Pastoralreferent Josef Motschmann und BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (von links).



Lichtenfels. Zu einer kleinen Segnungsfeier anlässlich der Renovierung des Bildstockes an der Moritzkappel trafen sich auf Einladung des Bund Naturschutz etwa 50 Gläubige an dem von drei stattlichen Linden eingerahmten geschichtsträchtigen Ort.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt spielte zur Begrüßung auf der Querflöte ein Stück aus Vivaldis "Die vier Jahreszeiten" und nahm Bezug auf die vielfach im Dunkeln liegende Geschichte der Moritzkapelle auf dem Ottenberg, die Professor Günter Dippold bereits vor 30 Jahren erhellte. In seiner Forschungsarbeit ist zu lesen: "Bereits zwischen 1708 und 1718 errichtete der Lichtenfelser Ratsherr und Wirt Moritz Müller einen steinernen Bildstock auf dem Ottenberg, worin sich das Bildnis der "Schmerzhaften Mutter Gottes ganz anmuthig von Holz geschnitzt" befand - eine Kopie des Originals in der Kirche von Dettelbach.

Das Anliegen des Stifters, nach dessen Vornamen der Ort vom Volksmund benannt wurde, war es, nach einigen Missernten um den Segen Gottes für seinen Feldbau zu bitten. Nachdem ihm dieser Wunsch in den Folgejahren erfüllt wurde, kam es zu vermehrten Bittgängen einheimischer Gläubiger zum Gebet an diesem Ort.

Nach Stiftung einer Holzkapelle durch den Förster Johann Eucharius Schneider im Jahre 1747 kam es zu einer Blüte der Wallfahrt. Diese verlor jedoch wieder an Bedeutung, als die Pieta ein Jahr später in die Stadtpfarrkirche überführt wurde. Die Holzkapelle am Ottenberg verfiel zusehends, während der Bildstock erhalten blieb." Günter Lutz, BN-Ortsgruppenvorsitzender, informierte, dass sich die holzgeschnitzte Madonna in der Stadtpfarrkirche "Unsere liebe Frau" noch heute in einer Nische oberhalb der Empore befinde. Im Verlauf der letzten Jahrzehnte verschlechterte sich allerdings der Zustand des sandsteinernen Bildstocks. Ute Hauptfleisch, BN-Beirätin, suchte deshalb das Gespräch mit Marianne Schuberth aus Klosterlangheim, der jetzigen Eigentümerin des Grundstückes, um das Denkmal wieder fachgerecht instandsetzen zu lassen. Restaurator Clemens Muth übernahm diese Aufgabe. Er fotografierte die Originalstatue, ließ ein naturgetreues Bild auf einer wetterfesten Alu-Mehrschicht-Platte erstellen, reinigte behutsam den Sandsteinbildstock, verfüllte alle Fehlstellen und ließ das Eisengitter erneuern sowie ergänzen. Die Kosten übernahm zu 80 Prozent die Kreisgruppe des Bund Naturschutz, der Rest konnte durch Zuschüsse aus Mitteln zur Förderung der Denkmalpflege vom Landkreis und der Stadt Lichtenfels beglichen werden.

Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer sprach den Dank der Stadt und des Landkreises an den BN aus und erinnerte sich an seine Kindheit, als er als 11-jähriger mit seiner Mutter bei Tieffliegeralarm auf dem Wanderweg von der Moritzkappel nach Vierzehnheiligen unterwegs war und voller Dankbarkeit unbeschadet blieb.

Pastoralreferent Josef Motschmann stellte den Dank in den Mittelpunkt seiner Ansprache, bevor er den Segen erteilte: "Etliche Bildstöcke und Martern, manchmal auch Kapellen, säumen die Wallfahrtswege von Lichtenfels, Bad Staffelstein und dem Banzgau hin nach Vierzehnheiligen. Sie zeugen von heil überstandenen Kriegswirren, Krankheiten, Seuchen und Missernten. Sie sind in Stein gemeißelte Zeichen einer tiefen Dankbarkeit und Volksfrömmigkeit."

Nach einem gemeinsamen Gebet sang man mit Querflötenbegleitung den Kanon "Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig" - eine Vertonung der berühmten Redepassage des Indianerhäuptlings Seattle vor dem Amerikanischen Kongress. Ein gemütliches Beisammensein schloss sich an die schlichte Segensfeier an.

 

Anton Reinhardt

 

 

 


BN-Kreisgruppen Vorsitzender Anton Reinhardt äußert sich zur neugegründeten Naturschutzorganisiation VLAB

Mit seinem Flötenstück von Antonio Vivaldi stellte BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt am LIFE-Naturerlebnisweg am Rudufersee bei Michelau die Harmonie zwischen allen Naturschutzverbänden in den Vordergrund seiner Ausführungen Interview mit Andreas Welz, dem Zeitungsreporter für die örtlichen Tageszeitungen.

Lichtenfels. Die BN-Kreisgruppe möchte keine Konkurrenz zwischen einzelnen Naturschutzverbänden. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt glaubt, dass die demokratische Willensbildung innerhalb des BN gut funktioniere und meinte: „Wir sind keine Fundamentalisten und versuchen bei unterschiedlichen Auffassungen, etwa bei der Verwirklichung der Energiewende einen breiten Konsens. Manchmal muss man halt von seinen Idealvorstellungen Abstriche machen und kompromissbereit sein.“

Die Kreisgruppe des BUND Naturschutz fordert, den Ausbau der Windenergie und der Sonnenenergie unter Wahrung von Umwelt und Naturschutzbelangen voranzutreiben. Die Energiewende beruht aus deren Sicht auf 3 Säulen: Energiesparen, Energieeffizienz und dezentral erzeugte naturverträgliche erneuerbare Energien. Die Energiewende müsse die Bereiche Strom, Wärme und Transport umfassen, nicht nur im Verbrauch hier bei uns, sondern auch bezogen auf Produkte, die nach Bayern importiert und hier konsumiert werden. Es gebe viele gute Gründe für eine dezentrale Energiewende: Gerechtigkeit, Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an der Energiewirtschaft Akzeptanz, Motivation und Umsetzung entstehen auch aus der Wertschöpfung für die Menschen vor Ort; und letztlich auch globale Verantwortung. „Uns liegt in Bezug zu der neu gegründeten Naturschutzorganisation VLAB („Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern“) nicht das Trennende, sondern das Verbindende am Herzen“, hob BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt im Interview mit Andreas Welz, dem Lokalreporter der örtlichen Tageszeitungen, hervor und führte dazu zwei Beispiele an: „Wir freuen uns, dass bei Seubersdorf, nahe der Autobahn A 70 die ersten drei Windräder im Landkreis Lichtenfels errichtet werden konnten. Eine dieser Windkraftanlagen hat eine Nennleistung von 2,5 Megawatt. Das reicht aus, um 2000 Durchschnittshaushalte mit Strom zu versorgen. Wir haben seit über einem Jahr für eine breite Bürgerbeteiligung in unserem BN-Umweltbüro geworben. Mit der Gründung der „Friedrich-Wilhelm Raiffeisen Creussen Energie e.G.“ ist es gelungen, auch mit geringen Beiträgen viele Bürger aus der Region für die dezentrale Energieerzeugung zu gewinnen und am Erfolg teilhaben zu lassen.“

Ein ähnliches Erfolgsmodell sei die Gründung der Genossenschaft„NEO“ (Neue Energie Obermain) gewesen. Der BN-Kreisvorsitzende informierte: „Hier wurden in den letzten Jahren einige Photovoltaik-Anlagen mit breitgestreuter Bürgerbeteiligung im Landkreis errichtet, die umweltfreundlichen Sonnenstrom erzeugen.

Wir müssen in Bayern Wind- und Sonnenstrom kräftig dezentral ausbauen und dabei die Lücken, die Wind und Sonne an wenigen Tagen im Jahre nicht abdecken, mit Strom aus Biomasse und Blockheizkraftwerken füllen.

Dabei müsste die Einspeisung für regionale Energienetze ebenso wie die Entwicklung leistungsfähiger Speichertechnologien stärker staatlich gefördert werden. Niemand würde von uns aber auf den Gedanken kommen, auf dem Staffelberg oder Banzer Berg ein Windkraftwerk oder am Vierzehnheiligener Berg eine Freiland-Photovoltaikanlage zu errichten.“

Der BN sieht deshalb bestimmte Beschränkungen vor: Keine solchen Anlagen in Nationalparken, auch nicht in Naturschutzgebieten (NSG), nicht in SPA- und FFH-Gebieten, Kern-/Pflegezonen von Biosphärenreservaten, nicht in besonderen Biotopen, nicht in schutzwürdigen Wäldern, wie Naturwaldreservaten, aber auch nicht in besonders schutzwürdigen Landschaften.

In Landschaftsschutzgebieten (LSG) und Wirtschaftswäldern schließt der BN Windturbinen nicht völlig aus, fordert aber besondere Prüfungen. Naturparke (ohne LSG) sind touristische Strukturen - hier sieht der BN keine besonderen Ausschlussgründe. Reinhardt hob in diesem Zusammenhang hervor: „Mit diesen Punkten müsste sich doch der neue Umweltverband VLAB auch gut arrangieren können. Im Übrigen handelt es sich bei allen Erneuerbare-Energie-Anlagen um technische Einrichtungen, für die der BN daher konsequent Ausgleichsmaßnahmen für alle versiegelten Flächen fordert.“

Dass der BN nicht allen sogenannten Ökostrom-Projekten zustimmt, zeigte Reinhardt anhand an folgendem Beispiel auf: „Der Neubau eines Wasserkraftwerks am Main bei Michelau wäre aus ökologischer Sicht kontraproduktiv, der BN hat deshalb eine ausführlich begründete, ablehnende Stellungnahme abgegeben; denn der Energiegewinn stünde in keinem akzeptablen Verhältnis zum Schaden für die Gewässerqualität eines der letzten Abschnitte des freifließenden Maines.“

Die BN-Kreisgruppe vertrete die Meinung, dass jeder Landkreis dennoch einen ausreichenden Beitrag zur Energiewende leisten müsse. Reinhardt bekräftigte: „Fest steht aus unserer Sicht, dass das schrittweise Abschalten der Atomkernkraftwerke unumkehrbar ist; denn die breite Bevölkerung möchte nichts mehr mit dieser Risikotechnologie zu tun haben. Auch der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist unumgänglich, wenn wir die Klimaerwärmung in den Griff bekommen wollen. Daraus folgt, dass wir sparsamer mit unserem Energieverbrauch werden müssen. Die vorhandenen erneuerbaren Energien müssen in Zukunft vernünftig, das heißt mit „ökologischen Leitplanken“, ausgebaut werden und bei effizienter Nutzung auch einmal ausreichen, den Bedarf komplett zu decken.“

Andreas Welz


Positive Bilanz und Vorstandswahlen bei der Jahresmitgliederversammlung der BN-Kreisgruppe Lichtenfels

Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Bund Naturschutz wurden (v.l.) geehrt: Rainer Herr, Harry Göckel, Günther Scheler und Anton Reinhardt.
Foto:kag
Die neugewählte Vorstandschaft der BN-Kreisgruppe: v.l.: Vorsitzender Anton Reinhardt, Schatzmeisterin Elfriede Fischer, stellvertretender Vorsitzender Günter Lutz, Beisitzerin Ute Hauptfleisch, Landesbeirat Dietmar Gross und Delegierter Günther Scheler.
Foto:kag

Lichtenfels. Eine positive Bilanz zog der Vorsitzende der Kreisgruppe Lichtenfels im Bund Naturschutz Anton Reinhardt bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung.

Aktuell verfügt die Kreisgruppe über 900 Mitglieder und Förderer, denen die Belange des Naturschutzes am Herzen liegen. Doch auch sonst sieht sich der BN im Einklang mit großen Teilen der Bevölkerung, zumal er in zahlreichen Aktionen und Stellungnahmen die Interessen der Bürger vertritt. So listete der Vorsitzende zahlreiche Aktivitäten des zurückliegenden Jahres auf, die zum Teil noch weitergeführt werden. Grundsätzlich macht sich die Kreisgruppe auch in Zukunft für eine flächen-, kosten- und landschaftsschonende Lösung bei Straßenbaumaßnahmen stark. "2+1 Fahrspuren reichen bei der Variante Mitte der B173-Ortsumfahrung bei der vorhandenen Verkehrsbelastung völlig aus" so Reinhardt. Schließlich gehört Bayern zu den durch Straßen am besten erschlossenen Regionen der Erde. Schon jetzt sei die Erhaltung und Instandsetzung der vorhandenen Infrastruktur kaum noch finanzierbar. "Aus sozialen, ökologischen und ökonomischen Gründen ist es erforderlich, Verkehr einzusparen, zu verlagern und zu optimieren, ansonsten werden wir immer weniger lärm- und abgasfreie, unzerschnittene Landschaften haben.", so Reinhardt.

"Auch bei der Kelbachanbindung an die A73 halten wir eine umwelt- und kostenschonende Alternative für sinnvoller, als eine diagonale Durchschneidung der Kelbachaue.", formulierte es Anton Reinhardt. Um die Innenstadt von Weismain zu entlasten wäre es sinnvoller den Schwerlastverkehr weiträumig auf bestehende Bundesstraßen zu verlagern. Ortschaften, wie Wunkendorf und Modschiedel brauchen keine Umgehungsstraße. Sie würden durch eine neue Straße nicht ent- sondern belastet.

Überhaupt gelte es, dem ungebremsten Flächenverbrauch (in Bayern sind dies täglich 26 Fußballfelder) Einhalt zu gebieten. Auch der Landkreis Lichtenfels mache hier keine Ausnahme. Hier wurden in den letzten Jahren zwischen 400 und 2.300 Quadratmeter täglich für Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen geopfert.

Angesichts dieser konfliktträchtigen Auseinandersetzungen wird häufig übersehen, dass sich die BN-Kreisgruppe in zahlreichen weiteren Bereichen engagiert. So hat man in der Mainau am Mühlbach rund 8.500 Quadratmeter Grund erworben, um hier ein erlebnispädagogisches Konzept für Schulkinder und Jugendgruppen zu verwirklichen. Ihnen soll vor Ort die Artenvielfalt eines naturnahen Areals nahegebracht werden.

Finanziell und aktiv engagiert sich der BN beim LIFE-Naturprojekt Oberes Maintal mit der Errichtung von Nistbäumen und Nistfloßen. In den Flachwasserzonen wurden und werden Initialpflanzungen mit Schilf vorgenommen, um die Biodiversität zu verbessern. In diesem Jahr wird das Projekt abgeschlossen. Alljährlich beteiligt sich der BN an der landkreisübergreifenden Müllsammelaktion "Mein Main muss sauber sein". An Christi Himmelfahrt will man außerdem am Oberwallenstadter Ortswiesensee die Bedeutung unseres Heimatflusses herausstellen. "Am Tag der Regionen" im kommenden Herbst kann der Bio-Bauernhof der Familie Gründel in Krögelhof unter dem Leitgedanken "Genussregion Oberfranken" besichtigt werden. Im Rahmen des "Energiedreisprungs" (Einsparen, Effektivität steigern, erneuerbare Energie einsetzen) wird im Lichtenfelser Rathaus eine interaktive Ausstellung angeboten, die durch ein hochinteressantes Referat des Energieexperten Hans-Josef Fell (B90/Die Grünen) ergänzt wird. Zur aktiven Naturschutzarbeit gehörte 2014 auch die Wildkatzenspurensuche. Hier gibt es inzwischen 13 Positivnachweise im Landkreis. Am Nassanger-Grundstück, einem europäisch bedeutsamen Vogelschutzgebiet (IBA-und FFH-Gebiet) werden weiterhin Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Dem Bund Naturschutz liege auch die Umweltbildung von Schülern und Jugendlichen besonders am Herzen. Man werde deshalb weiterhin Exkursionen, wie etwa zum Weltwassertag, Waldtag oder Wildkräutern anbieten, aber auch umweltfreundliches Zur-Schule-gehen und Müllsammelaktionen dürften nicht fehlen.

Trotz zahlreicher Ausgaben, unter anderem wurde ein Grundstück in Kümmel (Markt Ebensfeld) erworben, konnte die Schatzmeisterin Elfriede Fischer von einer positiven Entwicklung der Finanzen berichten. Sie bedankte sich ausdrücklich bei den zahlreichen Spendern und Förderern der Naturschutzarbeit. Ein besonderes Lob gab es für das Meranier-Gymnasium, dessen Schüler sich an der Sammelaktion für den Bund Naturschutz beteiligten. Dringend gesucht werde auch der Leiter einer Jugendgruppe, der sich im Bereich Umweltpädagogik engagiert. Angesichts der positiven Gesamtbilanz war die Entlastung der Vorstandschaft eine reine Formsache. Und so wurden auch die wesentlichen Mandatsträger bei den Neuwahlen für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Neu hinzugekommen im Vorstand ist Günther Scheler als BN-Delegierter.

Zuvor galt es jedoch noch drei überaus verdiente Mitglieder zu ehren. Rainer Herr wurde für seine 40jährige Mitgliedschaft in der Kreisgruppe ausgezeichnet. Jeweils zwanzig Jahre sind es bei Günther Scheler und Harry Göckel, die sich beide überaus aktiv in die Naturschutzarbeit eingebracht haben. Im Namen der Mitglieder bedankte sich stellvertretender BN- Kreisvorsitzender Günter Lutz mit einem Präsent (einer Wildkatzenpatenschaft) beim Vorsitzenden Anton Reinhardt für sein jahrzehntelanges Engagement innerhalb des Verbandes. Er ist seit zwanzig Jahren Kreisgruppenvorsitzender.

Bericht: kag


BN Steckt Blumenzwiebeln in der Stadt Lichtenfels

Lichtenfels. Damit im kommenden Jahr die öffentlichen Grünflächen bunter werden, machten sich in dieser trüben Jahreszeit Ute Hauptfleisch (rechts im Bild) und Sabine Rübensaal (links im Bild) vom BUND Naturschutz im Lichtenfelser Stadtgebiet auf den Weg und steckten fleißig Blumenzwiebeln an verschiedenen stadteigenen und zentral gelegenen kleinen Grundstücken in die Erde. "Mit dieser vom BN gesponserten und von der Stadt Lichtenfels bewilligten Aktion möchten wir als Lichtenfelser Naturschützer die oftmals tristen Rasenflecken entlang des grauen Straßenasphalts an Verkehrsknotenpunkten aufwerten", erläuterte Ute Hauptfleisch. "Vielleicht ist dies auch ein kleiner Anreiz für die Anwohner, nachzuziehen und selbst von den garteneigenen Blumenzwiebelkulturen ein paar Stecklinge zu spendieren und auszuwildern", resümierte Sabine Rübensaal , Leiterin des BN-Umweltbüros in der Coburger Straße.


Säuberungsaktion des BUND Grundstückes an der Mainau

Fritz und Paul rätseln über die Herkunft ihres Fundstückes…

Lichtenfels. Bei einem Außeneinsatz konnte die örtliche Pfadfindergruppe „Royal Rangers“ zeigen, was es heißt, „allzeit bereit“ zu sein. Mit ihren Leitern Sven Kratochwil, Klaus und Petra Gehringer bewiesen die Jungen und Mädchen zwischen 7 und 11 Jahren Ausdauer und Fleiß und entfernten den Müll und Unrat vom neuerworbenen Grundstück an der Mainau des BUND Lichtenfels. „Wir sind begeistert, mit wie viel Elan die Kids ans Werk gegangen sind.“, äußerte sich dankbar Sabine Rübensaal vom Umweltbüro in Lichtenfels. Während des zweistündigen Einsatzes wurde neben Flaschen und alten Papierresten auch einiges an rostigen Eisenteilen gefunden, was Verwunderung bei den Jugendlichen hervorrief. Nach dem Füllen von 8 Müllsäcken konnte sich die Gruppe bei Leberkäsbrötchen und Erfrischungsgetränken erholen. Anton Reinhardt, Vorsitzender der Kreisgruppe Lichtenfels des BUND : „Wir freuen uns natürlich sehr, dass dieser spontane Termin stattfinden konnte und wir somit unser Grundstück nun den Besuchern ohne den Wohlstandsmüll präsentieren können.“


Tag der offenen Tür im Umweltbüro Lichtenfels am 07.10.2012

Das Umweltbüro des BUND, Anlaufstation für die Sorgen und Nöte in Naturschutzbelangen, wurde letzten Sonntag durch Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt (rechts) und Bernhard Christoph (2.von rechts) in der Coburger Str. 33 eröffnet.

Lichtenfels. Die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren, Leute an die Naturschönheiten heranführen, sie kennen-  schätzen- und schützen lernen. Damit dies besser verwirklicht werden kann, eröffnete der Bund Naturschutz sein Umweltbüro in neuen Räumen in der Coburger Straße 33.

In seiner Begrüßung wies BUND-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt darauf  hin, dass das Umweltbüro zur Organisation zahlreicher Aktivitäten genutzt werde, wie etwa Kräuterexkursion und Schafbeweidung, die bevorstehende Exkursion in den Nationalpark Hainich am 27.10.12, Informationsveranstaltungen, beispielsweise zum energiesparenden Bauen, strahlungsarmen Mobilfunk oder Pflegeeinsätze auf naturschutzfachlich interessanten Grundstücken. Das Umweltbüro sei aber auch häufig eine Anlaufstation für die Nöte und Sorgen der Bürger in Naturschutzbelangen, wie momentan das unnötige Bauen von Wohnhäusern in naturnahen Außenbereichen, überflüssige Baumfällarbeiten, Schutz der vom Aussterben bedrohten Tierarten, besserer Lärmschutz entlang der Autobahn und Gewässerschutz an noch freifließenden Flussabschnitten des Maines.

Reinhardt meinte: „Oft befindet sich der Bund Naturschutz in der Rolle des unbequemen Mahners, denn die wirtschaftlichen Interessen haben in einem hochindustrialisierten Land häufig ein viel stärkeres Gewicht. Nur durch genügend Mitgliedsbeiträge und Spenden sind wir in der Lage, wirtschaftlich und parteipolitisch unabhängig zu bleiben, dennoch unser Umweltbüro zu unterhalten und so einen wichtigen Grundbaustein unserer ehrenamtlichen Naturschutzarbeit dauerhaft zu sichern.

Bernhard Christoph, 3. Bürgermeister der Stadt Lichtenfels, lobte die vielfältigen Aktivitäten und das Engagement des Bund Naturschutz. Das Umweltbüro in guter Lage sei eine wichtige Einrichtung der Infrastruktur einer Stadt wie Lichtenfels. Der Bund Naturschutz solle und müsse auf umweltschädliche Entwicklungen hinweisen und naturschonende, zukunftsfähige Lösungen aufzeigen. Die Coburger Straße habe beispielsweise das Potential, durch mehr Begrünung und architektonische Verbesserungen zu einer attraktiven Wohn- und Geschäftsstraße zu werden.

Neben der Möglichkeit der Besichtigung, konnte man mit örtlichen Naturschützern ins Gespräch kommen sowie Informationen rund um den Naturschutz erhalten. Eine Bücherbörse weckte das Interesse zum Schmökern, außerdem reichten die Mitglieder der BN-Ortsgruppe Lichtenfels Kostproben von selbstgemachten Brotaufstrichen und Kräuterlimonade. Vor dem Umweltbüro gab die hiesige Flechtwerkgestalterin Elisabeth Kaaf ihr Können zum Besten und flocht mit den Kindern Körbe. Außerdem wartete die Staffelsteiner Keramikkünstlerin Jutta Kofer mit diversen Exemplaren ihrer Ausstellung auf. Eine kleine Fotoausstellung heimischer Pilze von Dieter Fischer ergänzte das bunte Angebot.

Anton Reinhardt bedankte sich bei allen Mitwirkenden, insbesondere bei Sabine Rübensaal, der Leiterin des Umweltbüros.

Michael Stromer, der Leiter der Umweltstation, führte dann eine Gruppe interessierter Naturfreunde ins nahe gelegene, neu erworbene Grundstück an der Mainau, das der BUND im Januar diesen Jahres erwarb. Man begab sich in ein vielfältiges Mosaik aus einigen alten Eichen, Hainbuchen, Birken, Schwarzerlen, Knackweiden und zahlreichen Sträuchern, wie Weißdorn, Schneebeere, Pfaffenhütchen und Traubenkirsche. Hier konnte sich aus einem ehemaligen Gartengrundstück über Jahrzehnte hinweg eine sehr naturnahe Weichholzaue entwickeln. Michael Stromer freute sich und meinte: „Dieses stadtnahe 8500 Quadratmeter große Grundstück ist ein  Glücksfall für den Naturschutz, denn es bildet einen wichtigen Puffer zwischen dem Gewerbegebiet Mainau und der Wohnbebauung von Unterwallenstadt.“ Er vermutet, dass das Areal früher einmal parzelliert war und gärtnerisch bearbeitet wurde; denn der an manchen Stellen humose nährstoffreiche Boden und die krautige Schicht seien dafür Indikatoren, ebenso einige stark verwilderte Obstgehölze. BUND-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt stellte fest, dass es sich hier um einen artenreichen Lebensraum handle: „Vom Baumsämling über Junggehölze, Hochstämme bis hin zum Totholz kann der Naturfreund den Wechsel des Werdens und Vergehens eines Auwaldes beobachten.“ Michael Stromer wies am Rande des Mühlbacharms auf etliche abgeknabberte Weidenstämmchen hin, den Spuren eines Bibers. Allerdings sei die geringe Fließgeschwindigkeit des angestauten Baches für ein Biberrevier nicht ideal. Einige mächtige Altholzstämme zeigen bereits mehrere Löcher – Wohnbehausungen von Specht, Hohltaube, Fledermaus und anderen Höhlenbewohnern.

Anton Reinhardt dankte Michael Stromer für die fachkundige Exkursion mit einem kleinen Präsent.