Schafe, Kräuter, Falter – nachhaltige Bewirtschaftung in Harmonie mit der Natur

Zahlreiche Teilnehmer der BN-Exkursion mit Diplombiologen Martin Bücker, Bohnberg-Landwirt Hans Funk, Hobbyschafhalter Dr. Klaus Prell (von links) und Demeter-Gärtner Oliver Friedrich (5.von rechts), waren von den Naturschönheiten und der kleinen Schafherde mit Merino-, Texel-, Suffolk-, Coburger Fuchs- und Milchschafen sehr beeindruckt.

ROTH-THELITZ Ein Bild der Ruhe und Harmonie bot eine Schafherde mit einer artenreichen Blumen- und Kräuterwiese an den Hängen des Bohnbergs, einem kleinen Weiler zwischen Roth und Thelitz.

Im Rahmen der Bayern-Tour-Natur-Exkursion der Kreisgruppe des Bund Naturschutz, die unter der Leitung von Veterinärmediziner Dr. Klaus Prell aus Burgkunstadt und Diplombiologen Martin Bücker stand, erfuhren 48 Teilnehmer viel Wissenswertes über nachhaltige Bewirtschaftung, Landschaftspflege und Schafhaltung, aber auch viele Einzelheiten über Gräser, Blumen und Schmetterlinge. Die Gruppe traf sich auf dem Bauernhof von Hans Funk, wo Tierarzt Dr. Prell die ökologisch nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft als die Idealform zur Erhaltung einer reich strukturierten Kulturlandschaft beschrieb.

Er bedauerte, dass in den Nachkriegsjahren die politischen Leitlinien darauf ausgerichtet waren, dass die Qualität der Lebensmittelproduktion immer mehr der Quantität bei höchster Effizienz weichen musste und veranschaulichte das schlaglichtartig: "Wir müssen wieder lernen, mit der Natur respektvoll umzugehen, keinen Raubbau zu betreiben und eine größere sozial-ethische Verantwortung für unsere nachfolgenden Generationen übernehmen."

Im Hinblick auf die zunehmende Klimaerwärmung, deren Folgen wir jetzt schon zunehmend registrierten, warnte Dr. Prell: "Wir hatten seit 130 Jahren, dem Beginn der Wetteraufzeichnungen, keinen so heißen Monat Mai wie in diesem Jahr. Die Starkregenereignisse und Stürme, die manchmal sogar tornadoartige Dimensionen aufweisen, nehmen signifikant zu. Das sind deutliche Alarmsignale, dass wir mit unserer zu stark auf Wachstum und hohe Renditen ausgerichtetenWirtschaftsweise umsteuern müssen. Es ist höchste Zeit für eine ökosoziale Marktwirtschaft, die ressourcenschonend, nachhaltig ist, einen fairen Welthandel garantiert und ein auskömmliches Einkommen für jedermann ermöglicht."

Der Exkursionsleiter kritisierte deshalb eine falsche EU-Förderpraxis, welche vor allem die Großstrukturen begünstige. Aber auch der Verbraucher könne durch sein Kaufverhalten die ökologisch-bäuerliche Landwirtschaft unterstützen und sei es nur durch sein gezieltes Fragen nach Herkunft, Bewirtschaftungsweise und artgerechter Nutztierhaltung. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt wies in diesem Zusammenhang auf die heimische Landwirtschaft hin, wo größtenteils bäuerliche Familienbetriebe dafür Sorge tragen, dass unsere noch vielfältige Kulturlandschaft erhalten bleibe.

Hobby-Schafhalter Dr. Prell appellierte deshalb an die Verbraucher: "Achten Sie beim Einkauf von Lebensmitteln auf Qualität, regionale Herkunft, saisonale Angebote und schauen Sie nicht nur auf den Preis!"

Oliver Friedrich, Bio-Gärtner aus Veitlahm ging noch einen Schritt weiter und warb für "SoLaVie", ein Kürzel für einen Verein mit dem Ziel, "solidarisch landwirtschaften und leben". Man möchte hierdurch in einer überschaubaren Region die Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte und die Kunden näher zusammenbringen. Friedrich meinte: "Wir arbeiten nach ökologischen Kriterien, wollen auch alte Sorten erhalten und die Teilnehmenden, die sich mit einem vereinbarten Betrag jährlich einbringen, abwechslungsreich versorgen mit dem, was saisonal und in unserer Region gut gedeiht und dabei auch das unternehmerische Risiko gemeinsam tragen."

Die landwirtschaftlichen Flächen im weiten Umkreis um das Anwesen von Hans Funk werden teilweise extensiv, vor allem in den Hanglagen, bewirtschaftet. Dort übernehmen in erster Linie die Schafe die Landschaftspflege, weil eine sonstige landwirtschaftliche Nutzung mit großen Maschinen nicht möglich und unrentabel wäre.

Ein idyllisches Bild bot die kleine Schafherde mit 42 Tieren, unter denen die Rassen Merino-, Texel-, Suffolk- und Milchschaf sowie das vom Aussterben bedrohte Coburger Fuchsschaf zu finden waren. Der Exkursionsleiter verhehlte nicht, dass die Schafhaltung arbeitsintensiv sei, wenn man sie verantwortungsbewusst betreibe. Dazu gehöre beispielsweise regelmäßige Klauenpflege, Entwurmungskuren und das Schafscheren.

Dr. Prell verriet: "Schafe sind mein Hobby, Gewinne erziele ich damit nicht. Von den Produkten Schafwolle, Schafmilch und Schaffleisch ist nur das letztere für mich lohnend." Nach 6 bis 10 Monaten sind bei extensiver, d. h. naturverträglicher, artgerechter Haltung die Weidemastlämmer schlachtreif. Lammfleisch aus der Region kann man z.B. auf den Bauernmärkten im Landkreis Lichtenfels und in einschlägigen Gastwirtschaften bekommen. Der stufenförmige Aufbau des Bohnbergs, an dem die Schafe weideten, hatte trotz anhaltender Trockenheit noch eine reichhaltige Flora, so dass auch typische Lebensgemeinschaften von Schmetterlingsarten zusammen mit ihren charakteristischen Blütenpflanzen durch den Diplombiologen Martin Bücker erklärt werden konnten. Von der nährstoffreichen Feuchtwiese im Talgrund, wo Gemeiner Hahnenfuß, saftige Gräser und Löwenzahn dominierten über den sonnigen Halbmagerrasen bis hinauf zu einem Laubwäldchen bot sich den Besuchern ein abwechslungsreiches Bild.

Martin Bücker erklärte etliche Blumen und Wildkräuter, wie etwa Kleiner Wiesenknopf (Pimpinelle), Spitzwegerich und Schafgarbe. Je weiter die Exkursionsgruppe zur Hangkante hinaufstieg, desto artenreicher zeigte sich die Vegetation. Typische Zeigerpflanzen sind hier die Esparsette, Tausendgüldenkraut,Wiesensalbei, Schnecken-, Rot- und Hornklee. Der Insektenkundler freute sich über die artenreiche Blumenwiese und die vielen Tagfalter, wie Dickkopffalter, Schwalbenschwanz, Rostbrauner Perlmuttfalter, Schachbrettfalter und Großes Ochsenauge und meinte: "So ein Areal ist angesichts des weltweiten Insektensterbens ein Mekka für unsere Schmetterlinge, aber auch für Wild- und Honigbienen und viele andere nützliche Insekten."

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt bedankte sich bei Exkursionsleiter Dr. Prell, Diplombiologen Martin Bücker, Demeter-Gärtner Oliver Friedrich und Landwirt Hans Funk für die zahlreichen Informationen. Eine deftige Brotzeit mit einheimischen Produkten rundete die gelungene Exkursion am Bohnberg ab.

Anton Reinhardt


Ramadama am Schönbrunner Biotop auch in diesem Jahr wieder "erfolgreich"...

"Vor allem Plastik, das über die Flüsse irgendwann in die Meere und Seen gelangt, ist mittlerweile zu einem weltweiten Umweltproblem geworden. Es verschwindet nicht einfach, sondern gelangt letztendlich nach seiner Zersetzung über Fische und Meerestiere, welche die kleinen Partikel fressen, wieder über die Nahrungskette zurück auf unsere Teller", erklärte Anton Reinhardt, Vorsitzender der BN- Kreisgruppe (2.von links). Er bedankte sich besonders bei Royal-Rangers-Leiter Klaus Gehringer (rechts) und bei Peter Metzger (nicht auf dem Foto), der mit seinen Kreisbauhofmitarbeitern in den nächsten Tagen den gesammelten Müll abtransportieren und fachgerecht entsorgen wird.

SCHÖNBRUNN Müll gehört nicht in die Landschaft und schon gar nicht ins "Flussparadies Franken" entlang des Mains. Das weiß eigentlich jeder Naturliebende. Trotzdem fanden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Kreisgruppe des BUND Naturschutz in Zusammenarbeit mit den "Royal Rangers"-Pfadfindern bei der gemeinsamen Müll-Sammel-Aktion "Mein Main muss sauber sein" wieder Glasflaschen, Autoreifen, Dosen, Kanister und viel Plastikmaterial; ja sogar ein fünf Meter langes Kunststoffrohr und ein beschädigtes Wahlplakat auf Styroporuntergrund wurden in dem Auwald gefunden - von Vandalen wahrscheinlich mutwillig irgendwo in den Fluss geworfen und abgetrieben.

Das sei ganz bestimmt nicht im Sinn unseres Landrates, der auf dem Plakat noch zu erkennen ist und der sich bekanntermaßen stets für eine ordentliche Müllentsorgung und Mülltrennung in unserem Landkreis stark mache, meinten alle Naturfreunde übereinstimmend. Im Einsatzgebiet des Schönbrunner Biotops, das eine direkte Verbindung mit dem Main hat, staunte man über eine riesige Biberburg.

In dem teilweise sumpfigen, mangrovenartigen Übergangsbereich zum Main hat augenscheinlich Meister Bockert mit seiner Familie ein ideales Zuhause, ein reichhaltiges Nahrungsangebot an frischen Weiden und genügend Äste als Baumaterial für seine Burg gefunden. Die ehrenamtlichen Müllsammler wunderten sich, dass es anscheinend noch immer Leute gebe, die ihren Wohlstandsmüll trotz gut funktionierender Müllentsorgung weit ab von Dörfern und Städten in der Landschaft hinterlassen.

Anton Reinhardt


Jahresmitgliederversammlung der BN-Kreisgruppe Lichtenfels 2018

Forstdirektor i.R. und Mitglied des BN-Landesbeirates Dietmar Gross (links) referierte über die Wildnis und alte Kulturlandschaften Rumäniens. Für ihre 30-jährige treue Mitgliedschaft wurde Sybille Völker (Mitte) mit dem silbernen Abzeichen des BN durch Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt (rechts) geehrt.

LICHTENFELS "Der Bund Naturschutz wird weiterhin alles tun, um den Erhalt der Biodiversität, also die Vielfalt von Pflanzen, Tieren, Lebensräumen und auch Genen, zu sichern. Das ist ein Ausdruck des Gesundheitszustandes unseres Planeten Erde. Einen winzigen, aber nicht unwichtigen Teil tragen auch wir hier, in unserer Heimat am Obermain, dazu bei - mit unserer Grundeinstellung, mit unserem Denken und Handeln."

Mit diesem Credo leitete BN-Kreisgruppenvorsitzender Anton Reinhardt seinen Bericht zur Jahreshauptversammlung ein und versuchte, den Mitgliedern Mut zu machen, um sich weiter aktiv für die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu engagieren. Reinhardt stellte die Bedeutung des Bodens besonders heraus: "Natürliche Böden sind nicht nur für Pflanzen und Tiere die Lebensgrundlage, sondern für uns Menschen selbst. Mutter Erde sorgt für unsere Ernährung und sauberes Trinkwasser."

Dazu passe überhaupt nicht, dass wir allein in Bayern pro Tag über 13 Hektar Boden, also etwa 19 Fußballfelder für Straßen, Gewerbe- und Siedlungsgebiete überbauen. Diesen hohen Flächenverbrauch werde der BN weiter anprangern. Als Beispiele nannte der Vorsitzende die Ausweisung weiterer Siedlungsgebiete im Außenbereich der Dörfer und Städte unseres Landkreises und mahnte: "Wir sollten bei der Schaffung neuen Wohnraums eine attraktive Innenentwicklung unserer Gemeinden im Auge behalten. Leerstände alter Gebäude beseitigen, Baulücken nutzen. Verdichtetes Bauen sollten Vorrang vor dem Erschließen neuer Areale haben."

Der BN und die Mehrheit der Bürger von Kümmersreuth seien mit dem geplanten Steinbruch der Firma Neupert nicht einverstanden. Reinhardt mahnte: "Wir dürfen nicht weiter so achtlos mit dem Schutzgut Boden in unserer Heimat umgehen, den Menschen über Jahre hinweg unzumutbare Belastungen aufbürden und unsere Landschaft grob verschandeln.

Der Bund Naturschutz ist Träger öffentlicher Belange und lehnt deshalb diesen geplanten Gesteinsabbau strikt ab". Kontraproduktiv zum Flächensparen seien auch etliche Straßenverkehrsprojekte. Reinhardt sagte: "Wir brauchen z. B. keine neue Straße von Weismain über den Jura zur Autobahn A 70. Das bestehende überörtliche Straßensystem reicht völlig aus." Dass die Ressource Boden weiterhin die Grundlage für eine gesunde, vielfältige Ernährung bleiben kann, obliegt weitgehend der verantwortungsbewussten Wirtschaftsweise unserer Landwirte.

Die Leistungen der Bauern, die sie für eine intakte Umwelt und die Erhaltung unserer Kulturlandschaft erbringen, müssten stärker belohnt werden. Im Themenfeld Umweltbildung werde der Bund Naturschutz seine erworbenen naturschutzfachlich wertvollen Grundstücke für Exkursionen gerne bereitstellen, wie etwa ins Schneybachtal.

Das Naturprojekt mit der Offenen Ganztagsschule (OGS) an der Herzog-Otto-Mittelschule soll mit dem Umweltpädagogen Jan Ebert weitergeführt und vertieft werden. Außerdem werde man gezielte Pflegeeinsätze organisieren, um insbesondere Jugendliche für artenreiche, schützenswerte Strukturen zu sensibilisieren. Desweiteren plane man die Anlage eines Wildkatzen-Lehrpfades im Banzer Wald gemeinsam mit der herzoglichen Forstverwaltung.

In Sachen Baumschutz werde aus Sicht des Naturschutzes zu wenig getan. Oft würden alte Bäume Opfer voreiliger Fällaktionen, wie etwa am Bergschossgelände oder jüngst in der Dorfmitte von Baiersdorf. Reinhardt bedauerte, dass man es meist zu spät erfahre und warb für den Erhalt derartiger Bäume: "Ortsbildprägende alte Bäume sind nicht nur kleine natürliche Lebensgemeinschaften, sondern eine Bereicherung für jeden Ort. Durch ihre Sauerstoffproduktion und Feinstaubfilterung sind sie darüber hinaus "grüne Lungen" unserer Dörfer und Städte." Kreisrat Bernhard Christoph ergänzte: "Gerade auf Parkplätzen sollten deshalb mehr Bäume gepflanzt werden. Alte Bäume liegen mir sehr am Herzen. Leider wurde mein Antrag auf Einführung einer Baumschutzverordnung schon zweimal abgelehnt." Stadtrat Siegbert Koch meinte: "Das alljährlich im Herbst anfallende Laub darf jedenfalls kein Grund sein, einen stattlichen Baum zu fällen. Es kann ganz einfach zum Kompostieren verwendet werden"

Erfreulich sei, dass der Bund Naturschutz in der Verfolgung seiner Ziele seinen Mitgliederstand in der Kreisgruppe auf etwa 900 Mitglieder stabilisieren konnte. Im Kassenbericht brachte Schatzmeisterin Elfriede Fischer zum Ausdruck, dass der BN sich ausschließlich aus Mitglieds- und Förderbeiträgen finanziere. Damit sei die Unabhängigkeit von Parteien und Sponsorfirmen gewährleistet.

Der Dank galt den Helfern bei der Haus- und Straßensammlung sowie den Spendern für den Grundstückserwerb. Fischer wurde durch Kassenprüfer Josef Merklein eine tadellose Buchführung bescheinigt.

Er wurde anschließend für weitere zwei Jahre einstimmig gewählt. Für ihre 30-jährige treue Mitgliedschaft wurde Sybille Völker mit dem silbernen Abzeichen des BN geehrt. Reinhardt dankte allen, die bei den Arbeitseinsätzen des BN tatkräftig mithalfen, Sabine Rübensaal lobte er für ihre umsichtige Führung des Umweltbüros.

Im Mittelpunkt des anschließenden Referats des ehemaligen Forstdirektors Dietmar Gross standen die Wanderungen durch Wildnis und alte Kulturlandschaften Rumäniens. Er berichtete, dass diese Wanderstudienreisen des BUND sehr beliebt seien. Die Anreise erfolge stets mit öffentlichen Verkehrsmitteln, in kleinen Gruppen von maximal 18 Personen und so naturschonend wie möglich. Es werde bewusst der Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung gesucht.

Dietmar Gross, dessen Lebensmittelpunkt mittlerweile in Siebenbürgen ist, hob hervor: "Wir wollen mit unseren Reisen das Erlebnis unberührter Natur, anmutigen Landschaften und alten Kulturen nahebringen, aber auch "das Geld" in den dortigen Regionen lassen, damit die einheimische Bevölkerung die wild-romantischen Karpaten und die artenreichen, reizvollen Landschaften des umliegenden Hügellandes weiterhin erhält und naturnah bewirtschaften kann; denn der "Druck von außerhalb", höhere Erträge zu erwirtschaften und die riesigen Rohstoffressourcen rücksichtslos auszubeuten, nimmt ständig zu."

Neben der Reise nach Siebenbürgen-Transsilvanien werde noch eine Wanderreise zu den wilden Donaukarpaten und ins Vogelparadies des Donaudeltas angeboten.

 Anton Reinhardt


BN- AKTIONSSTAND ZUM THEMA "PLASTIKFASTEN"

Die BUND Kreisgruppe Lichtenfels mit (von links) Anton Reinhardt, Günther Scheler, Claudia Drenda, Günter Lutz, Ute Hauptfleisch und Eva Börschel warb in der Innenstadt fürs "Plastikfasten", um den Plastikmüll weiter zu verringern und gab viele Tipps, wie der Verbraucher in der christlichen Fastenzeit einen Anfang machen könne, einmal ganz bewusst auf die Verwendung von unnötigen Plastikverpackungen zu verzichten.

LICHTENFELS Jeder Deutsche verbraucht 37 kg Plastikverpackungsmüll pro Jahr. Nur 50 Prozent davon werden wiederverwertet. In Europa benutzt kein anderes Land so viel Plastikverpackungen wie Deutschland - überall finden sich umweltbelastende Überreste dieser Stoffe: Im Meer schwimmen mittlerweile mehr Plastikpartikel als Plankton - Grund genug für die Kreisgruppe Lichtenfels des BUND Naturschutz, am verkaufsoffenen Sonntag mit "zehn Geboten" plakativ Tipps zu geben, der Plastikflut beizukommen und im Gespräch mit Passanten an der Bamberger Straße zum "Plastikfasten" aufzurufen.

BN-Mitglied Claudia Drenda hatte kurz vor der Aktion in nur einer Viertelstunde einen Eimer voll Verpackungsmüll und Einwegflaschen gesammelt, die entlang eines Spazierweges die Wiese und den Gewässerrand verunzierten. Sie mahnte: "17 Milliarden Einwegflaschen aus Kunststoff verbrauchen die Deutschen unnötigerweise pro Jahr. Die Mehrwegflaschen aus Glas wären in vielen Fällen die bessere Alternative; denn aus Plastik können sie nicht so oft wiederverwendet werden. Außerdem entsteht kein schädliches Mikroplastik, das im Verlauf von Jahren über die Bäche und Flüsse ins Meer und letztendlich wieder in die Nahrungskette auf dem Teller landen kann."

Günter Lutz, BN-Ortsgruppenvorsitzender, hatte einen geflochtenen Einkaufskorb mit Lebensmitteln auf den Tisch gestellt, dessen Anblick die Besucher erfreute. Lutz meinte: "Es ist absurd: Die einzigen unverpackten Lebensmittel, die es im Supermarkt noch gibt - Obst und Gemüse - sollen wir in manchen Supermärkten auch noch in einzelne Plastiktütchen packen. Achten Sie deshalb in den kommenden Fastenwochen ganz gezielt auf den Verzicht von zusätzlichen Plastiktüten und verwenden Sie dauerhaft verwendbare Körbe, Klappkisten oder wiederverwendbare Stoffbeutel beim Einkaufen!".

Umweltschützerin Eva Börschel macht sich große Sorgen um die weltweit zunehmende Verbreitung des Mikroplastiks und informierte: "Mittlerweile lassen sich feinste Kunststoffteilchen in Wasser, Luft und Erde nachweisen. In den fünf Weltmeeren treiben riesige Müllwirbel jeweils von der Größe Mitteleuropas, die das Leben von Millionen von Meerestieren direkt bedrohen oder indirekt nach mehr oder weniger langer Zeit durch ihre langsame Zersetzung zu Mikroplastik."

Ute Hauptfleisch und Günther Scheler, BN-Delegierter aus Schney, rieten den Verbrauchern: "Kochen Sie doch in der kommenden Zeit mal absichtlich mehr und packen Sie die Reste am nächsten Tag für die Arbeit ein, um auf "To-go-Produkte" verzichten zu können. Ute Hauptfleisch ergänzte: "Wir wollen zeigen, dass es keine Einschränkung der Lebensqualität ist, bewusst beim Einkaufen auf zusätzliche Plastiktüten zu verzichten. Ob an der Wurst- oder Obsttheke, beim Buchhändler oder im Drogeriemarkt - halten Sie Stofftaschen oder bereits verwendete Tüten in Ihren Einkaufs- und Handtaschen bereit und helfen Sie so, den Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland zu verringern. Denn damit sparen sie unnötigen Verpackungsmüll."

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt berichtete von eigenen Erfahrungen und meinte: "Wer die Möglichkeit hat, beispielsweise Kartoffeln, Lagergemüse, Obst oder Frischmilch auf einem Bauernhof in der Region zu erwerben, kann sich glücklich schätzen; denn er kann seine mitgebrachten Behälter, wie Kisten, Säcke oder Milchkanne benutzen und auf diese Weise jede Menge Plastikbeutel und zudem so manche Autofahrt sparen."

Anton Reinhardt


Andacht am Franziskusmarterl zwischen Nedensdorf und Wiesen

Gemeinsam mit Klaus Stürmer von der Bürgerinitiative "Verantwortungsvolle Bürger im Banzgau", BN-Kreisvorsitzendem Anton Reinhardt, Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein und Pastoralreferent Josef Ellner von der katholischen Pfarrei (von links nach rechts) beteten und sangen etliche Bürger am Franziskusmarterl für den Erhalt der Schöpfung.

Wiesen-Nedensdorf .Am diesjährigen Franziskustag trafen sich Bürger aus der Umgebung auf Einladung der Kreisgruppe des Bund Naturschutz und der Bürgerinitiative "Verantwortungsvolle Bürger im Banzgau" am Franziskusmarterl nahe dem Tunneleingang Eierberge der ICE-Neubaustrecke Nürnberg - Erfurt, um gemeinsam für den Erhalt der Schöpfung zu beten und zu singen.

BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt erinnerte zu Beginn der ökumenischen Mahnandacht an deren mittlerweile über 20 Jahre währende Tradition und wies in diesem Zusammenhang auf das Ausmaß der Umweltzerstörungen durch die ICE-Trasse hin: "Wir stehen hier an einem bedeutsamen Punkt des VDE Nr. 8.1 (Verkehrsprojekt Deutsche Einheit), wo ein gewaltiges Gewerk dem anderen folgt: Diagonale Zerschneidung des Maintals durch Brücken und Dämme - Tunnel Eierberge - Brücke - Tunnel Kulch - Brücke - Tunnel Lichtenholz - Brücke - ... 22 Tunnel und 29 Talbrücken wurden zwischen Ebensfeld und Erfurt aus dem Boden gestampft. Wenn die Regierenden gemeinsam mit den an den Schalthebeln der Macht stehenden Lobbyisten weiter so mit der nicht vermehrbaren Ressource Boden umgehen, laufen wir Gefahr, im wahrsten Sinne des Wortes den Boden, die Lebensgrundlage für unsere Ernährung und Trinkwasser, unter den Füßen zu verlieren!"

Nun zeige sich immer deutlicher, dass das mit 10 Milliarden Euro teuerste Bahnprojekt Europas stark unterfinanziert sei. Reinhardt mahnte: "Statt mit Spitzengeschwindigkeiten durch die Landschaft zu rasen, müsste die dringende Sanierung und Ertüchtigung des gesamten Bahnnetzes in Angriff genommen werden.

Der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe, schallgedämpfte Güterzüge und mehr Lärmschutz für die Anwohner, komfortables Reisen, niedrige Fahrpreise, Beseitigung des Tarifwirrwarrs und bessere Vertaktung der Verkehrsträger sind für eine bürgerfreundliche Bahn unverzichtbare Attribute."

Nach dem unter der musikalischen Begleitung von Klaus Stürmer von der Bürgerinitiative "Verantwortungsvolle Bürger des Banzgaues" gemeinsam gesungenen "Laudato si" zu Ehren des Heiligen Franziskus forderte Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein in ihrer Ansprache mehr Besonnenheit und Rücksichtnahme der Verantwortlichen: "Verhindern konnten wir dieses Großprojekt nicht. Dennoch versammeln wir uns in diesem Jahre wieder an diesem denkwürdigen Platz. Das Mahnen ist ja mit dem Bau dieser Trasse nicht sinnlos geworden.

Es ist bedrückend, zu sehen, wie sehr die Natur immer mehr zurückgedrängt wird. Das Thema Bewahrung der Schöpfung gilt es weiter hineinzutragen ins Bewusstsein der Menschen. Der heilige Franziskus hat uns vorgelebt, dass nicht Geld erfüllt und froh macht, sondern die Nächstenliebe und das Verbundensein mit Gottes Schöpfung."

Nach dem Lied "Menschenkinder auf Gottes Erde sind zum Schutze bestellt" ergriff Pastoralreferent Josef Ellner von der katholischen Pfarrei das Wort und nahm Bezug auf die sogenannten Anliegenbücher, in die Pilger und Wanderer in der Adelgundiskapelle auf dem Staffelberg ihre Bewunderung, aber auch ihre Sorgen und Nöte schriftlich zum Ausdruck brachten; so etwa: "Von hier oben schaut alles schön klein und putzig aus...wie bei einer Modelleisenbahnanlage".

Ein anderer schrieb: "Die Menschheit möge aus den Zeichen (Tunnelbauten, Brückenbauwerke, Umweltzerstörung, Profitgier) lernen, umzuschalten und jeder Einzelne seinen Beitrag zu einer Änderung leisten!". Josef Ellner erzählte von seinen positiven Erfahrungen, die er während seiner Wanderungen nach Assisi und Santiago de Compostela gemacht habe: "Als Pilger braucht man geistige Nahrung. Mein Begleiter in diesen Tagen war neben den Psalmen natürlich auch der Sonnengesang von Bruder Franz. Zig mal habe ich ihn gelesen, gebetet, alleine und mit anderen. Diese Steilvorlage im Empfinden des Hl. Franziskus, alles in der Natur als Bruder und Schwester anzunehmen - mehr noch, es unendlich wertzuschätzen, war für mich besonders hilfreich."

Gemeinsam beteten die Anwesenden im Wechsel mit den Geistlichen den Sonnengesang und sangen das Lied "Herr gib uns Deinen Frieden!" Anton Reinhardt bedankte sich für das ausdauernde, friedliche Engagement zum Erhalt der Schöpfung.

Anton Reinhardt


Presseartikell zur Infoveranstaltung der BN Kreisgruppe Lichtenfels über die geplante NordOstSpange der Stadt Bad Staffelstein


BN Kreisgruppe Lichtenfels schließt mit der Jahresmitgliederversammlung das Vereinsjahr 2016 erfolgreich ab

Der Bund Naturschutz zeigte eine Vielfalt von Aktivitäten auf, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Für ihre 20-jährige treue Mitgliedschaft wurden Hanna Simon, Rosa Stangl, Ute Hauptfleisch (1.bis 3.von links), Dieter Lassonczyk (5.von links) und Dieter Fischer (rechts) mit dem bronzenen Abzeichen und Ruth Bock (2.von rechts) mit dem silbernen Abzeichen des BN durch Kreisvorsitzenden Anton Reinhardt (Mitte) geehrt.
Ulla Reck und Günter Ultsch warben mit ihrem Lichtbildervortrag und einem Bildband für den Steigerwald als den ersten fränkischen Nationalpark. Die Fotos zeigen das Rotkehlchen und ein Pärchen des Großen Goldkäfers.

LICHTENFELS "Der Bund Naturschutz wird weiterhin alles tun, um den Erhalt der Biodiversität, also die Vielfalt von Pflanzen, Tieren, Lebensräumen und auch Genen, zu sichern. Das ist ein Ausdruck des Gesundheitszustandes unseres Planeten Erde. Einen winzigen, aber nicht unwichtigen Teil tragen auch wir hier, in unserer Heimat am Obermain, dazu bei - mit unserer Grundeinstellung, mit unserem Denken und Handeln."

Mit diesem Credo leitete BN-Kreisgruppenvorsitzender Anton Reinhardt seinen Bericht zur Jahreshauptversammlung ein und versuchte, den Mitgliedern Mut zu machen, um sich weiter aktiv für die Belange des Natur- und Umweltschutzes zu engagieren. Die aktuelle Rote Liste der Weltnaturschutzunion weise etwa 24 000 Tier- und Pflanzenarten als gefährdet aus. Allein in Deutschland seien 30 Prozent der erfassten Arten in ihrem Bestand gefährdet. Reptilien und Insekten treffe es am stärksten; doch auch heimische Brutvögel gehören zu den Verlierern - drei von vier Offenlandarten haben gravierende Probleme, zu überleben.

Um den vielfältigen Ursachen dieser Fehlentwicklung entgegenzuwirken, stellte Reinhardt die Bedeutung des Bodens besonders heraus: "Natürliche Böden sind nicht nur für Pflanzen und Tiere die Lebensgrundlage, sondern für uns Menschen selbst. Mutter Erde sorgt für unsere Ernährung und sauberes Trinkwasser."

Dazu passe überhaupt nicht, dass wir allein in Bayern pro Tag über 13 Hektar Boden, also etwa 19 Fußballfelder für Straßen, Gewerbe- und Siedlungsgebiete überbauen. Diesen hohen Flächenverbrauch werde der BN weiter anprangern. Als Beispiele nannte der Vorsitzende die Verkehrsprojekte und mahnte: "Wir brauchen keine neue Straße von Weismain über den Jura zur Autobahn A 70. Das bestehende überörtliche Straßensystem reicht völlig aus. Die Kelbachgrund-Anbindung an die A 73 kann wesentlich kürzer und flächensparender realisiert werden. Die Nordost-Spange bei Bad Staffelstein ist überflüssig; denn über die bereits vorhandenen Autobahnanschlüsse erreicht man die Fahrziele der Gewerbegebiete und des Kurbereiches völlig ausreichend. Der Ausbau der B 173-neu von Lichtenfels-Ost bis Kronach-Süd kann bei der prognostizierten Verkehrsmenge als dreistreifiger Querschnitt wesentlich flächenschonender verwirklicht werden."

Dass die Ressource Boden weiterhin die Grundlage für eine gesunde, vielfältige Ernährung bleiben kann, obliegt weitgehend der verantwortungsbewussten Wirtschaftsweise unserer Landwirte. Die Leistungen der Bauern, die sie für eine intakte Umwelt und die Erhaltung unserer Kulturlandschaft erbringen, müssten stärker belohnt werden.

Nicht transparente, "großindustrielle Agrarfabriken" lehne man ab. Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft mit einer "auskömmlichen Einkommensperspektive" stehe im Vordergrund. Der BN werde deshalb weiter versuchen, mit den Vertretern der Landwirtschaft im Gespräch zu bleiben.

Im Themenfeld Umweltbildung werde der Bund Naturschutz seine erworbenen naturschutzfachlich wertvollen Grundstücke für Exkursionen gerne bereitstellen, wie etwa ins Schneybachtal. Das Naturprojekt mit der Offenen Ganztagsschule an der Herzog-Otto-Mittelschule soll weitergeführt werden. Außerdem werde man gezielte Pflegeeinsätze organisieren, um insbesondere Jugendliche für besonders schützenswerte Strukturen zu sensibilisieren, wie etwa die aufwändige Heckenpflege oder Grasmäharbeiten auf dem Nassangerareal.

Erfreulich sei, dass der Bund Naturschutz in der Verfolgung seiner Ziele seinen Mitgliederstand in der Kreisgruppe auf etwa 920 Mitglieder stabilisieren konnte. Im Kassenbericht brachte Schatzmeisterin Elfriede Fischer zum Ausdruck, dass der BN sich ausschließlich aus Mitglieds- und Förderbeiträgen finanziere. Damit sei die Unabhängigkeit von Parteien und Sponsorfirmen gewährleistet.

Der Dank galt den Helfern bei der Haus- und Straßensammlung sowie den Spendern für den Grundstückerwerb. Fischer wurde durch Kassenprüfer Josef Merklein eine tadellose Buchführung bescheinigt. Die gesamte Vorstandschaft erhielt einstimmig Entlastung. Für ihre 20-jährige treue Mitgliedschaft wurden Hanna Simon, Rosa Stangl, Ute Hauptfleisch, Dieter Lassonczyk und Dieter Fischer mit dem bronzenen Abzeichen und Ruth Bock für 30-jährige Mitgliedschaft mit dem silbernen Abzeichen des BN geehrt.

Im Mittelpunkt des anschließenden Referats von Ulla Reck standen die Rotbuchenwälder des Steigerwaldes, den der Bund Naturschutz nach wie vor für die Errichtung eines Nationalparks favorisiere. Deutschland trage eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Buchenwälder; denn unser Land habe immerhin ein Viertel der weltweiten Bestände aufzuweisen.

Die Natur- und Landschaftspflegerin meinte: "Gerade im Steigerwald gibt es etliche urwüchsige Buchenareale, in denen viele Bäume älter als 160 Jahre sind und dadurch eine besonders hohe Artenvielfalt aufweisen."

Naturführer Günter Oltsch hat im Auftrag des BN ein 800 Hektar großes Areal in der Waldabteilung "Hoher Buchener Wald" kartiert und eine immense Biodiversität festgestellt. Etwa 18 000 Hektar im nördlichen Teil des Steigerwalds eigneten sich besonders gut als Kernzone eines Nationalparks; der größte Teil davon liege im Staatswald.

Ulla Reck ließ wissen, dass der Status Nationalpark entscheidende Vorteile habe: "Das strukturschwache Gebiet würde aufgewertet. Allein der Tourismus wird doppelt so viele Vollzeitarbeitsplätze schaffen wie ein Staatsforstbetrieb.

Ein Nationalpark steht bekanntermaßen als Markenzeichen für Erholung und unberührte Natur. Zusätzliche Anreize bietet die einmalige Kombinationsmöglichkeit mit den nahe gelegenen gut besuchten Weltkulturerbe-Städten Bamberg und Würzburg." Anton Reinhardt kündigte für den Spätherbst eine Exkursion in den Steigerwald an und bedankte sich bei Ulla Reck und Günter Ultsch mit kleinen Präsenten.

Anton Reinhardt


Müllsammelaktion am Schönbrunner Biotop ein voller Erfolg

Schönbrunn. Müll gehört nicht in die Landschaft und schon gar nicht ins "Flussparadies Franken" entlang des Mains. Das weiß eigentlich jeder Naturliebende. Trotzdem fanden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Kreisgruppe des BUND Naturschutz in Zusammenarbeit mit den "Royal Rangers"-Pfadfindern und der OBA-Gruppe (Offene Behindertenarbeit) aus Bamberg bei der gemeinsamen Müll-Sammel-Aktion "Mein Main muss sauber sein" wieder Glasflaschen, Autoreifen, Dosen, Kanister und viel Plastikmaterial; ja sogar ein 17 Meter langes, völlig verzogenes Polyethlenrohr und ein Straßenbegrenzungsleuchtpfahl wurden in dem Auwald gefunden.

Im Einsatzgebiet des Schönbrunner Biotops, das eine direkte Verbindung mit dem Main hat, staunte man einerseits über eine riesige Biberburg sowie die reichhaltige Frühlingsflora mit Huflattich, Lerchensporn, Buschwindröschen und Goldsternen, fragte sich aber andererseits, dass es anscheinend noch immer Leute gebe, die ihren Wohlstandsmüll trotz gut funktionierender Müllentsorgung weit ab von Dörfern und Städten in der Landschaft hinterlassen.

"Vor allem Plastik, das über die Flüsse irgendwann in die Meere und Seen gelangt, ist mittlerweile zu einem weltweiten Umweltproblem geworden. Es verschwindet nicht einfach, sondern gelangt letztendlich nach seiner Zersetzung über Fische und Meerestiere, welche die kleinen Partikel fressen, wieder über die Nahrungskette zurück auf unsere Teller", erklärte Anton Reinhardt, Vorsitzender der BN- Kreisgruppe (2.von rechts).

Er bedankte sich besonders bei OBA-Betreuerin Anja Konzelmann (10. von links), Royal-Rangers-Leiter Klaus Gehringer (2.von links) und bei Peter Metzger (nicht auf dem Foto), der mit seinen Kreisbauhofmitarbeitern in den nächsten Tagen den gesammelten Müll abtransportieren und fachgerecht entsorgen wird.

Anton Reinhardt

 


Filmvorführung "Thank you for calling" ein voller Erfolg!

Lichtenfels. Damit hatten weder die Veranstalter noch die "Neue Filmbühne Lichtenfels" gerechnet: Unlängst luden der BUND Naturschutz in Lichtenfels sowie die BI´s für einen vorsorgeorientierten und strahlungsreduzierten Mobilfunk Altenkunstadt und Lichtenfels zu einer Vorführung des Dokumentarfilmes "Thank you for calling" ein und wurden vom Besucherandrang schlichtweg überrollt.

Nachdem die geplante Vorstellung schnell ausverkauft war, wurde dankenswerter Weise von der Geschäftsführung des Kinos noch eine zweite Darbietung im Anschluss gezeigt, zu der sich zusätzlich nochmals etliche Besucher einfanden. "Wenn wir schon den Weg aus Bamberg auf uns nehmen, dann muss es sich doch auch lohnen - da warten wir dann gerne!", ließ eine Interessierte im Foyer des Kinos verlauten. Und hat es sich denn auch gelohnt? Einstimmiges Kopfnicken der Anwesenden, die immerhin eineinhalb Stunden bis zur zweiten Vorführung ausharrten. "

Die Dokumentation deckt auf erschreckende Art und Weise auf, wie Industriegiganten mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen umgehen, die eventuell massive Geschäftseinbußen für sie hervorrufen könnten.", fasste Ute Hauptfleisch von der BN-Ortsgruppe Lichtenfels zusammen.

Dem Zuschauer eröffnete sich eine Welt mit Fakten, Zahlen, Werten aus der aktuellen Forschung zu einem brisanten Thema: Können Handystrahlungen gesundheitsschädigende Langzeitfolgen hervorrufen? Hochrangige Wissenschaftler aus verschiedensten Ländern kamen zu Wort, bejahten dies und schilderten die Auswirkungen, die Ihre Forschungsergebnisse auf ihre beruflichen Karrieren und privaten Bereiche hatten; denn diese Ergebnisse ließen die Alarmglocken bei den Handy-Industrie -Giganten läuten, was bittere Konsequenzen für so manchen Spitzenwissenschaftler zur Folge hatte.

"Zwar kann man nicht behaupten, Handygebrauch verursache generell Krebs - aber auch das Gegenteil lässt sich nicht beweisen. Festhalten lässt sich jedoch, dass bei fast allen Tests genetische Veränderungen der DNA auszumachen waren und dass sich die Folgeerscheinungen auf die Mutation des Zellwachstums erst in 20-30 Jahren zum Teil erheblich auswirken können.", erläuterte Anton Reinhardt, BN-Kreisgruppenvorsitzender.

Der dringende Aufruf des Bund Naturschutz an die Politik lautet daher, das Vorsorgeprinzip unbedingt einzuhalten, die zulässigen Mobilfunkgrenzwerte erheblich zu senken und die Industrie strenger in die Pflicht zu nehmen, alles daranzusetzen, das Strahlungsverhalten mobiler Geräte drastisch zu minimieren. Ludwig Wendler, BN-Ortsgruppenvorsitzender aus Ebensfeld, wies auf den besonderen Schutz der Kinder und Jugendlichen hin: "Der kindliche Organismus reagiert grundsätzlich empfindlicher auf die Strahlung von Babyphonen, DECT-Schnurlostelefonen, Handys und Mobilfunkantennen. Das kam in dem Film deutlich zum Ausdruck. Deshalb sollten wir als Eltern unser besonderes Augenmerk auf ein möglichst strahlungsarmes Zuhause richten." Kritik kam von einer Besucherin: "Na ja, vieles hat man eigentlich geahnt und jetzt weiß man es; doch wie man sich durch einen sorgfältigeren Umgang bei der Handynutzung schon jetzt als Verbraucher schützen kann, davon wurde in dem Film leider zu wenig berichtet."

Bund Naturschutz und Bürgerinitiative hatten in "weiser Voraussicht" im Kinovorraum zahlreiche verschiedene Flyer mit praktischen Tipps zum vernünftigen Umgang mit Mobilfunk ausgelegt, die von den Kinobesuchern gerne angenommen wurden.

Dietmar Schuberth, einer der beiden Sprecher der BI "Mobilfunkstandort Altenkunstadt", äußerte sich im Gespräch mit einigen Kinobesuchern wie folgt: "Aus meiner Sicht ist die gesundheitsschädigende Wirkung elektromagnetischer Strahlung durch die Nutzung von Smartphones und Co. durch einige hundert wissenschaftliche Studien ausreichend nachgewiesen. In der Verantwortung sehe ich insbesondere die Politik; sie sollte kabelgebundenen Lösungen gegenüber funkgestützten Techniken den Vorzug geben. Aber auch Schul- und Kindergartenleitungen und natürlich auch die Erziehungsberechtigten sollten alles tun, um Kinder vor überhöhter elektromagnetischer Strahlung zu schützen.

In diesem Zusammenhang sollte auch auf die Installation von stark strahlenden WLAN verzichtet werden. Ignoranz bezüglich der aktuellen Studienlage, muss dringend der Übernahme von Verantwortung weichen. Es muss wieder ins Bewusstsein der Erwachsenen gerufen werden, dass ein Mobilfunkgerät kein Spielzeug ist. Diesbezüglich haben wir eine hohe Vorbildfunktion." Anton Reinhardt bedankte sich besonders bei den Aktiven der Bürgerinitiativen von Altenkunstadt und Lichtenfels, die sich seit Jahren erfolgreich für ein vorsorgeorientiertes Standortkonzept der Mobilfunkmasten und eine Strahlungsminimierung für die Bevölkerung in ihren Kommunen engagierten.

Anton Reinhardt