Amphibien in Bayern

Bayern beherbergt insgesamt 19 Amphibienarten. 12 davon befinden sich bereits auf der Roten Liste Bayerns 2019.

Hauptursache ist der Verlust von geeigneten Feuchtgebieten. Neueren Erkenntnissen zufolge wirken chemische Unkraut- und Insektenvernichtungsmittel äußerst schädlich und können Amphibien und ihre Kaulquappen bereits in weitaus geringeren Konzentrationen töten, als früher angenommen.

Kostenloses Infomaterial zu Amphibien gibt es im Umweltbüro des BN Lichtenfels.


Frösche, Kröten & Unken

Im Landkreis Lichtenfels kommen insgesamt drei Frosch- und zwei Krötenarten vor.

Zwei weitere, ursprünglich heimische Arten (Laubfrosch und Gelbbauchunke) gelten im Landkreis Lichtenfels als ausgestorben, beim Kleinen Wasserfrosch und der Knoblauchkröte fehlen seit längerem Nachweise. Ob sie bei uns noch vorkommen, ist ungewiss.

Hier werden die Arten kurz vorgestellt.


Heimische Molche bestimmen

In Bayern gibt es vier Molcharten, von denen drei im Landkreis Lichtenfels heimisch sind:

Bergmolch, Teichmolch und Kammmolch

Der nur in Nordbayern vorkommende Fadenmolch wurde im Landkreis Lichtenfels bislang noch nicht nachgewiesen. Er kann leicht mit dem Teichmolch verwechselt werden.

Hier werden die wichtigsten Bestimmungsmerkmale unserer heimischen Molche beschrieben.


Neuer Atlas und aktualisierte Rote Liste für Amphibien und Reptilien in Bayern

22.11.2019

Amphibien und Reptilien sind noch immer Sorgenkinder des Artenschutzes in Bayern. Das zeigt die neu erstellte Rote Liste gefährdeter Tierarten Bayerns für die beiden Artengruppen.

Der Anteil gefährdeter Arten ist bei den Amphibien und Reptilien im Vergleich zu anderen Artengruppen deutlich höher: 12 der 20 heimischen Amphibienarten und 9 von 10 heimischen Reptilienarten stehen auf der zusammen mit dem Atlas neu erstellten Roten Liste gefährdeter Tiere Bayerns für die beiden Artengruppen. Drei Amphibien- und zwei Reptilienarten gelten in Bayern weiterhin als vom Aussterben bedroht.

Die neue Rote Liste der Amphibien und Reptilien Bayerns 2019 ist hier herunterladbar.

Der neue Amphibien- und Reptilienatlas für Bayern wurde Ende November am Landesamt für Umweltschutz (LfU) vorgestellt. Neben dem LfU ist der BUND Naturschutz in Bayern (BN) zusammen mit dem Landesverband für Amphibien- und Reptilienschutz (LARS) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) Herausgeber des ca. 800seitigen Bandes.

"Amphibien und Reptilien in Bayern" beschreibt ausführlich die Verbreitung, die Lebensweise und die Lebensräume aller 30 in Bayern heimischen sowie aller weiteren dort nachgewiesenen Amphibien- und Reptilienarten. Die Gefährdungen der Tiere sowie ihrer Lebensräume werden aufgezeigt und die Maßnahmen und Möglichkeiten zu ihrem Schutz erläutert. Rund zwei Dutzend Praxisbeispiele von erfolgreich durchgeführten Schutzprojekten regen zum Nachahmen an und machen das Buch zu einem unverzichtbaren Standardwerk für den Natur- und Artenschutz. Es kann dabei helfen, dem Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern einen Schub zu geben.

Auf der Webseite des Ulmer Verlags kann man vorab eine Auswahl von 24 Seiten des Buches ansehen und es dort auch bestellen.


Krötensammlung Neuensee 2019

Bereits seit dem Jahr 2012 betreuen Amphibienschützer aus Neuensee zusammen mit BN-Mitgliedern zwischen Februar und April den Amphibienzaun bei Neuensee.

Dieses Jahr konnten 2458 Erdkröten, 20 Grasfrösche, 11 Grünfrösche, 7 Berg- und 6 Teichmolche sicher zu ihren Laichgewässern gebracht werden.

Im Vorfeld berichtete auch RADIO 1 und befragte dabei Werner Schilling, Koordinator der Sammlung in Neuensee sowie Günter Lutz, 1. Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Lichtenfels. Eine Audiodatei mit dem Interview befindet sich am Ende dieses Artikels.


Bildimpressionen 2018 zur Amphibienwanderung bei Neuensee


Frühlingserwachen – Amphibien gehen auch 2018 wieder auf Wanderschaft

Lichtenfels-Neuensee. Während noch bis vor kurzem der gefrorene Boden den Aufbau der Amphibienschutzzäune entlang der Straßen verhinderte, lockt nun der sehr rasche Temperaturanstieg Kröten, Frösche und Molche aus den Winterquartieren. Die rund 100 freiwilligen Kröten-Helferinnen und Helfer der Lichtenfelser Amphibienpfade mussten nun den Aufbau der Zäune in kürzester Zeit erledigen. Wie immer tatkräftig unterstützt von Straßenbaubehörden, Gemeinden und Landschaftspflegeverbänden.

Werner Schilling, Koordinator des Amphibienzaunes am Ortsausgang von Neuensee Richtung Neuensorg: „Mit den ersten warmen Tagen und frostfreien Nächten machen die Amphibien sich in den Abend- und Nachtstunden auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Ab einer nächtlichen Temperatur von circa 5 ° C und insbesondere bei regnerischem Wetter sind die fortpflanzungsbereiten Tiere dann massenweise unterwegs. Deshalb sind in den nächsten Wochen wieder bei uns in Neuensee die ehrenamtlich Aktiven an Straßenrändern unterwegs, kontrollieren jeden Morgen die Fangzäune und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Straßenseite.“

Der BN bittet alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme in den Schutzzaunbereichen des Landkreises Lichtenfels: „Befolgen Sie die Geschwindigkeitsbegrenzungen an den Amphibienzäunen und achten Sie an den Stellen, an denen Amphibienzäune errichtet sind, auf die Helfer, die am Straßenrand Tiere einsammeln“, bittet Günter Lutz, BN-Ortsgruppenvorsitzender, der bei Klosterlangheim zum Einsatz kommt.

„Und wenn Sie eine Stelle entdecken, an der viele Amphibien überfahren wurden und an der kein Schutzzaun errichtet ist? Melden Sie dies bitte per Mail an lichtenfels.bund-naturschutz.de“, ergänzt der Naturschützer.

Weitere Infos erhalten Sie im BN-Umweltbüro in der Coburger Str. 16 in Lichtenfels zu den Öffnungszeiten dienstags von 9.00 bis 13.00 Uhr und donnerstags von 14.00 bis 17.00 Uhr oder unter Tel. 09571-2586, gerne auch per mail unter lichtenfels@bund-naturschutz.de .

Sabine Rübensaal