Ortsgruppe Lichtenfels

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Vereine stellen sich vor - BN-Aktion zum Thema "TTIP" auf dem Lichtenfelser Marktplatz

Fred Goller, Elfriede Fischer, Ute Hauptfleisch, Günter Lutz und BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt (von links)schlüpften in die Rolle der Manager weltweit agierender Konzernmanager und ermunterten im Tauziehen die Gruppe der Tierschützer (rechts) zum Widerstand gegen das Freihandelsabkommen TTIP.


Lichtenfels. Während die Verhandlungen über das TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, weitgehend hinter verschlossenen Türen stattfinden, versuchte die Kreisgruppe des Bund Naturschutz bei der Vorstellung ihres Vereins am Marktplatz die Hintergründe des umstrittenen Abkommens in aller Öffentlichkeit aufzuhellen.

Die Naturschützer kritisierten, dass im Zuge der geplanten Liberalisierung des Freihandels eine Verschlechterung des Verbraucherschutzes drohe. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt meinte: "Große amerikanische Firmen möchten Fleisch von Tieren, die für ein schnelleres Wachstum mit Hormonen behandelt wurden, auf den europäischen Markt bringen. Bis jetzt ist Milch von hormonbehandelten Kühen und Geflügel, das nach dem Schlachten in einem Chlorbad desinfiziert wurde, in Europa verboten."

Günter Lutz, BN-Ortsgruppenvorsitzender, warnte vor dem Abbau sogenannter Handelshemmnisse und sagte: "Lebensmittel, die aus den USA auf unsere Märkte kommen, und beispielsweise gentechnisch veränderten Mais oder Soja enthalten, müssten dann nicht mehr besonders gekennzeichnet sein. Infolge des TTIP könnten künftig sämtliche genmanipulierten Pflanzen auch auf unseren Äckern wachsen."

Ein Handwerksmeister sah in dem Abkommen deshalb eine große Gefahr für die vielen kleinen fränkischen Brauereien und meinte: "Unser Bayerisches Reinheitsgebot ist akut bedroht von großen internationalen Konzernen"; er rief laut: "Keine Macht den Bierpanschern!" Ein anderes Bedrohungsszenario zeige sich darin, dass amerikanische Energiekonzerne großes Interesse an Schiefergasvorkommen in Europa hätten, die durch Fracking ausgebeutet werden könnten. Elfriede Fischer warnte: "Bei diesem Verfahren können leicht giftige Chemikalien ins Grundwasser gelangen und unser Trinkwasser gefährden."

Ute Hauptfleisch kritisierte besonders die außerstaatlichen Schiedsgerichte, die bei Verwirklichung des Freihandelsabkommens errichtet werden sollen und mahnte: "Das hätte zur Folge, dass nationale Rechte ausgehebelt werden können. Der betreffende Staat, der auf schärfere Umweltauflagen besteht, müsste dann den entgangenen Profit des Investors in vollem Umfang ersetzen."

Bei einem Tauziehen, das der BN am Marktplatz veranstaltete, schlüpften die Naturschützer schnell in die Rolle der Konzernmanager von Globalplayern, wie Monsanto, Exxon-Mobile, Apple und Mc. Donalds; denn es gab am Informationsstand niemanden, der als Befürworter des Freihandelsabkommens auftreten wollte. Man forderte die Gegner des TTIP heraus, die wie nicht anders zu erwarten war, das Tauziehen schließlich mit vereinten Kräften gewannen.

 Anton Reinhardt