Flächenverbrauch beschleunigt Artensterben

Lichtenfels.  Zum Tag der Umwelt mit seinem Motto „Leben ist Vielfalt“ thematisierte die Kreisgruppe des Bund Naturschutz im Jahr der Biodiversität den grassierenden Flächenverbrauch als eine der wichtigsten Ursachen für das weltweite Artensterben.

 Der BN führte mit einer großen schwarzen Plane in der Lichtenfelser Fußgängerzone den Bürgern vor Augen, dass in Bayern allein in jeder Minute 111 Quadratmeter der freien Landschaft entzogen werden. BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt informierte, dass im Freistaat täglich 16,1 Hektar für Straßen, Parkplätze, Gewerbegebiete großflächige Wohngebiete und andere Nutzungen verwendet werden. Das entspreche der Fläche von 22 Fußballfeldern. Reinhardt mahnte: „ Der ungezügelte Flächenfraß findet nicht nur in den Urwäldern am Amazonas statt, sondern schleichend - von den meisten Bürgern unbemerkt – auch vor unserer eigenen Haustüre. Wir stehen heute deshalb hier, um für unsere Kinder und Enkel ein lebenswertes Umfeld in unserer fränkischen Heimat zu bewahren.“

 Die Naturschützer kritisierten nicht nur, sondern zeigten zahlreiche Möglichkeiten auf, wie auch im Landkreis Lichtenfels schonender mit der freien Landschaft umgegangen werden kann. Hier einige Beispiele: Die Kommunen sollten ein Flächenrecyclingkataster erstellen, um leerstehende Gebäude und freie Grundstücke zu erfassen. Bei Neuausweisungen von Gewerbe- und Wohngebieten und Straßenprojekten solle erst der Bedarf geprüft werden. Unsere Dörfer und Städte müssen in ihren Kernen attraktiver werden durch kompakte Siedlungsstrukturen, Eingrünungen und Erhaltung von wohnortnahen Einkaufsmöglichkeiten. Es müsse alles getan werden, um regionale Kreisläufe zu stärken. Dazu müsse das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs wesentlich besser werden.