Ortsgruppe Ebensfeld

Willkommen bei der Ortsgruppe Ebensfeld

1. Vorsitzender:

Ludwig Wendler, Untere Str. 31, 96250 Ebensfeld,

Tel.: 09573/5111

 

 

 


Foto: Otto Weidner, BN

Ebensfeld. Müll gehört nicht in die Landschaft und schon gar nicht in unsere Bäche und Flüsse. Das weiß eigentlich jedes Kind.

Trotzdem wurden auch 2018 bei der gemeinsamen Müll-Sammel-Aktion "Mein Main muss sauber sein" wieder Glasflaschen, Autoreifen, Dosen und viel Plastik von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gefunden und ordnungsgemäß entsorgt. Obwohl die Ortsgruppe des Bund Naturschutz den Main-Abschnitt von Niederau bis zur Boot-Einstiegsstelle bei Ebensfeld erst vor 2 Jahren gesäubert hatte, sammelten die fleißigen Helfer zu Fuß und auch mit einem Schlauchboot erneut einen ganzen Anhänger voll Unrat aus dem Wasser bzw. der Uferböschung.

Waren es vom Fluss her hauptsächlich Plastiktüten oder Teile davon, wurden am Ufer jede Art von Müll gefunden. Die Mitglieder des BN konnten sich dabei auch überzeugen, wie die Renaturierungen von Fuchs, Biber und Wildvögeln hervorragend angenommen wurden; auch die "wilde" Vegetation entwickelt sich überzeugend. Die Marktgemeide Ebensfeld übernahm die Entsorgung der gesammelten Teile.

O.W.


Lob für einen langjährigen aktiven Naturschützer

Ebensfeld. Zu einer Frühlingswanderung rund um das Naturfreundehaus am Dornig hatte die Bund Naturschutz Ortsgruppe Ebensfeld eingeladen

und alle Interessierten warteten schon ungeduldig auf den Wanderführer und Ortsgruppenvorsitzenden Ludwig Wendler, als dieser kurzfristig aufgrund eines medizinischen Notfalls in der Familie sein Mitwandern absagen musste.

Spontan übernahmen deshalb der BN-Kreisvorsitzende Anton Reinhardt und Wilhelm Ebitsch aus Kleukheim die Leitung der Gruppe. Bei bestem Frühlingswetter ging es zum Morgenbühl, wo nicht nur die Ausblicke zum Staffelberg, übers Maintal bis zum Thüringer Wald und natürlich auch zum Ebensfelder Hausberg, dem Veitsberg (Ansberg) sondern auch die Vegetation des besonders geschützten Trockenrasenbiotops, u.a. die besonders gefährdete Küchenschelle und einige interessante Infos genossen werden konnten.

Bei der anschließenden Einkehr traf glücklicherweise auch BN-Ortsvorsitzender Ludwig Wendler (links im Bild) wieder ein und nahe des Naturfreundehaus überraschte KreisvorsitzenderAnton Reinhardt (rechts) den seit Jahrzehnten sowohl beim BN als auch als Naturschutzwächter des Landratsamtes aktiven Wilhelm Ebitsch ( Bildmitte) mit der Überreichung der Ehrennadel des BN.

Otto Weidner

 


Ein Ureinwohner Ebensfelds kehrt heim - der erste Biber ist wieder am Kellbach sesshaft

Ebensfeld. Jahrhunderte lang rückten die Menschen dem Biber im wahrsten Sinn des Wortes auf den Pelz: Unter anderem wurde er wegen seines schönen Fells, seinem Fleisch und wegen seines Drüsensekrets Bibergeil gejagt, so lange, bis man ihn in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts endgültig ausgerottet hatte. Und das, obwohl er vorher 15 Millionen Jahre lang in Bayern heimisch war. Erst vor knapp über 40 Jahren gelang es, den Biber durch ein gezieltes Wiederansiedlungsprogramm mit Genehmigung des Landwirtschaftsministeriums wieder bei uns in Bayern heimisch zu machen. Erfreulicherweise gibt es mittlerweile wieder an die 12.000 Biber. Und die Prognose für die Zukunft ist gut.

In Ebensfeld hat nun mindestens ein Biber auch das schöne Kellbachtal entdeckt und angefangen sich sesshaft zu machen. Dies war auch der Grund für die Ortsgruppe des Bund Naturschutz Ebensfeld, den Biberberater für Nordbayern Horst Schwemmer nach Ebensfeld zu holen, um den jungen aber auch älteren Ebensfeldern den neuen Mitbewohner näher zu bringen.

Führungen für Jung und Alt

Mehr als spannend ging es dann an einem späteren Nachmittag letzter Woche am Kellbach kurz nach der Autobahnunterführung zu. Mehrere junge Biberforscher machten sich mit ihren Eltern auf, um den neuen Kellbachbewohner aufzuspüren und aus erster Hand alles Wissenswerte zu erfahren. Der Biber selbst beantwortete in der Gestalt einer Biber-Puppe geführt vom Biberberater Horst Schwemmer die Fragen der Kinder und natürlich auch der Erwachsenen. So erfuhren sie z.B. dass der Biber zu einer streng geschützten Tierart gehört, die mit einem Gewicht von bis zu 30 kg die größten Nagetiere der nördlichen Erdhalbkugel darstellen. Ihr Fell gehört mit sage und schreibe 23.000 Haaren zu den dichtesten im Tierreich. Schnell fanden die Jungforscher auch heraus, wozu der Biber seinen bis zu 35 cm langen platten Schwanz, der sogenannten Biberkelle braucht. Er dient als Stütze beim Sitzen, als Steuer beim Schwimmen und nicht zuletzt zur Alarmierung bei Gefahr. Dass Biber reine Pflanzenfresser sind, konnte man schnell erkennen.

Neben Gräsern, Kräutern und Wasserpflanzen bildet die Rinde von Gehölzen besonders im Winterhalbjahr die Hauptnahrung, was an vielen Ästen deutlich zu sehen war. Um an die Rinde von Bäumen zu kommen fällen sie allein mit ihrem Gebiss ganze Bäume. Allerdings benötigen sie die Stämme und Äste auch als Baumaterial für ihre Dämme und Biberburgen. Auch am Kellbach konnten die Kinder schnell einen Biberdamm entdecken.

Kurz darauf zeigte der Biber Horst ihnen auch seinen Bau, die Biberburg, die am Bachufer angelegt wurde. Schnell konnte man erkennen, dass der Biber zu den genialsten Konstrukteuren und Baumeistern des Tierreichs gehört. Seine riesigen Nagezähne, der platte Schwanz und die scharfen Krallen sind für ihn wichtige Werkzeuge bei der Arbeit, die zu einem großen Teil unter Wasser stattfindet.

Dass Biber hervorragende Taucher sind und mehrere Minuten unter Wasser bleiben können, konnte Horst Schwemmer seinen Besuchern nicht zeigen, da Biber dämmerungsaktive Tiere sind und erst gegen Abend an die Arbeit gehen.

Für Konflikte mit dem Biber gibt es Lösungen

Dass Konflikte manchmal nicht ganz ausbleiben, ist eigentlich kein Wunder. Der Biber kehrt in seine alte Heimat zurück, die jedoch mittlerweile komplett vom Menschen in Beschlag genommen wurde. Wenn dann oft nicht einmal die wichtigen Uferstreifen von landwirtschaftlichen Flächen frei bleiben, dann kann es schon einmal vorkommen, dass sich der Biber von Feldfrüchten bedient oder sogar Röhren in Äcker baut und Wiesen überschwemmt. Aber auch für solche Problemfälle gibt es natürlich Lösungen, hier in Form der Biberberater und einem vom Bayerischen Umweltministerium eingerichteten Schadensfonds.

Ganz begeistert war Horst Schwemmer allerdings auch über den Ebensfelder Biber, da dieser sich ein relativ konfliktarmes Stück Bach ausgesucht hat, wo kaum Probleme zu erwarten sein dürften.

Naturtalent im Landschaftsbau

Der aktive Nager erweist sich als wahres Naturtalent im Landschaftsbau. Durch seine Baumaßnahmen nutzt er nicht nur sich selbst, sondern auch anderen Tieren und Pflanzen. Wo zum Beispiel Bäume und Gestrüpp eine ungenutzte Wiese überwuchern, setzt der Biber zum Kahlschlag an. Seltene Pflanzen wie Orchideen haben dann z.B. wieder Platz zum wachsen. Und wo Biber Stauseen bauen, sind auch Frösche nicht weit. Das wiederum ist die Lieblingsspeise von Schwarzstörchen, die dank der Biber ebenfalls zu uns zurückgekehrt sind. Die aufgestauten Wasserflächen erhöhen zudem den Grundwasserspiegel und sorgen dadurch auch schnell für eine Pflanzenvielfalt und dementsprechende Lebensräume für die verschiedensten Tierarten. Auf diese Art und Weise ersetzen Biber teuere und aufwändige Renaturierungsmaßnahmen, schaffen ganz umsonst Biotopflächen und -verbindungen, verbessern ganz nebenbei den Wasserhaushalt und die Wasserqualität und sind die Schlüsselart für eine immense Artenvielfalt, ganz im Sinne der Bayerischen Biodiversitäts-Strategie der Bayerischen Staatsregierung. Dass man in der Natur viel lernen kann, konnten nicht nur die kleinen Forscher bei der Biberwanderung erfahren. Ab jetzt wird man ganz bestimmt so manche Familie immer wieder sehen können, wenn sie bei ihrem Ebensfelder Biber vorbeischauen.

O.W.


Pressemitteilung vom 21.01.2014 zur Umfahrung Kelbachgrund

GEPLANTE NEUBAUTRASSE DURCH DEN KELBACHGRUND - ERGÄNZENDES PLANFESTSTELLUNGSVERFAHREN
LÖST ERNEUT SCHARFE KRITIK AUS
Mit dem Ergänzenden Planfeststellungsverfahren erkennt die Regierung von Oberfranken und das Staatliche Bauamt Bamberg offenbar einige der Kritik-punkte des BUND Naturschutz an und versucht das Verfahren zu heilen. Al-lerdings hat sich seit der Planfeststellung im Raum Ebensfeld strukturell mit der Ausweisung von Gewerbeflächen so viel geändert, dass sich auch die Ver-kehrsverflechtungen verändert haben. Heute besteht erst recht ein Bedarf für eine Anbindung der Staatsstraße auf der Linie, die der BUND Naturschutz bereits mehrfach vorgeschlagen hat.
Nach wie vor vertritt der BN die Auffassung, dass die planfestgestellte Trasse eine wesentlich eklatantere Verschlechterung der naturschutzfachlichen Wer-tigkeit des betroffenen Gebietes (Kelbachaue) nach sich ziehen würde.
Die acht Maßnahmen, die der Vorhabensträger zum Ausgleich des Eingriffs durch die Straßenbaumaßnahme der planfestgestellten Trasse realisieren möchte, ändern nichts an der fehlerhaften Entscheidungsgrundlage bei der Va-riantenwahl. Sie sind, da der Bedarf falsch ermittelt ist, als weiterer Eingriff zu bewerten.
Der BN lehnt die vorgelegte ergänzende Planung strikt ab und hält weiterhin an der bestehenden Klage fest.
Alternative würde geringere Eingriffe mit sich bringen
Nach wie vor hält der BN die Variante 5 für weitaus naturverträglicher, denn sie zerschneidet nicht die artenschutzrechtlich bedeutsamen Areale.
Außerdem würde die vom BN vorgeschlagene Variante 5 durch ihre Strecken-führung insgesamt wesentlich geringere Eingriffe in das Planungsgebiet verur-sachen.

Verkehrsverflechtungen geändert
Die Randbedingungen für die Entscheidung haben sich seit dem ersten Plan-feststellungsbeschluss gravierend geändert:
Die Anbindung des neuen Gewerbegebietes Ebensfeld-Nord (26 ha) und die neuen Gewerbeflächen im Ortsteil Unterneuses würden durch die Ergeb-nistrasse des Staatlichen Bauamtes völlig unzureichend an die Autobahn ange-bunden werden. Sämtlicher Ziel- und Quellverkehr zu diesen Gewerbeflächen müsste durch die gesamte Ortschaft Ebensfeld abgewickelt werden. Außerdem wäre diese Anbindung gegenüber der vom BUND Naturschutz vorgeschlagenen Variante erheblich länger.
Der BN fordert deshalb nochmals eine eingehende Prüfung mit gesamtheitli-cher Bewertung sowohl der verkehrlichen als auch der naturschutzfachlichen Argumente. Dazu ist ein aktuelles Verkehrsgutachten vorzulegen.
Ausgleichsmaßnahmen teilweise ungeeignet
Die geplante Anlage einer Magervegetationsfläche und eines Extensivgrünlan-des auf einer bisher als Acker genutzten Fläche ist fachlich nicht geeignet, die geplanten Eingriffe auszugleichen. Länger aufgedüngte Ackerflächen lassen sich im Zeitraum, der üblicherweise als Ausgleichszeitraum festgesetzt wird, nicht ausmagern.
Die geplante Maßnahme liegt außerdem in einem Bereich, der für die Ent-schärfung der sog. Z-Kurve auf der Alttrasse benötigt wird. Sollte diese Straße weiter Bestand haben und aus Sicherheitsgründen umgebaut werden, wäre dies dann kaum möglich.
Flächeninanspruchnahme würde noch vergrößert
Mit den geplanten Ausgleichsmaßnahmen wird noch mehr Fläche aus der land-wirtschaftlichen Nutzung entnommen. Da das Vorhaben in der geplanten Form nicht begründet ist, ist auch diese Flächeninanspruchnahme folgerichtig nicht akzeptabel.


gez. Tom Konopka, Regionalreferent für Oberfranken

Anton Reinhardt, Vorsitzender der Kreisgruppe Lichtenfels